Meilensteine (5)

Die Reaktionen auf diese Geschichte sind vielfältig. Plötzlich melden sich Menschen, die mich noch von früher kennen, das finde ich sehr schön.
Einige warten auf den großen Knall, die große Erkenntnis, das Drama, das wundervolle Happy End – Euch kann ich an dieser Stelle schon sagen, dass es das nicht geben wird.
Wieder andere fragen sich, warum ich diese Geschichte erzähle, warum ich aus dem Nähkästchen plaudere und zulasse, dass ich selbst vielleicht nicht so gut dabei weg komme. Euch sei gesagt: „Weil ich es kann und weil ich es so will.“ 😉

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Wir saßen also zusammen im Studio. Edo, sein Bruder Vilko, der Lieblingsmensch und ich. Ich erklärte das Konzept für mein / unser Buch.  Bilder wollte ich machen, viele unterschiedliche Bilder von Auftritten, Backstage, im Studio und auch die ein oder andere privatere Aufnahme sollte dabei sein. Wir waren uns relativ schnell einig, dass die Geschichte rund wird, wenn dazu eine CD in einer Art „Best off“ gemacht wird, für die Geschichte ein paar Stimmen eingefangen werden und das Grundgerüst tatsächlich aus der Sicht eines Fans, nämlich mir, geschrieben wird. Es machte Spaß, zusammen zu sitzen und auszuklamüsern, was geht, was nicht geht, was schön und machbar wäre. Terminabsprachen sollte ich dann bitte mit der Assistentin machen, die an dem Tag leider nicht da war.

Nachdem der Plan in trockenen Tüchern war, musste Vilko einen anderen Termin wahr nehmen und wir wurden von Edo zum Essen eingeladen. Es herrschte ein vertraute, wenn auch etwas vorsichtige Stimmung und nein, ich sprach nicht an, was in der Vergangenheit geschehen sein könnte oder auch nicht. Es war nicht der richtige Zeitpunkt. Als wir nach dem Essen zurück zum Studio liefen, entfernte ich mich ein paar Meter von den beiden Herren, die gemächlich durch die Straßen spazierten, um das ein oder andere Foto einzufangen. Dann eine herzliche Verabschiedung mit Umarmung und „Freundin“ und ich saß wieder im Auto Richtung Darmstadt.
Es fühlte sich ein bisschen komisch aber richtig an, bis dann der Lieblingsmensch sagte: „Sag mal, warst Du damals krank oder so? Edo fragte mich, ob es Dir jetzt wieder gut geht.“

Hallo? Was bitte? Kerngesund! Was war denn da los? Der Lieblingsmensch konnte mir allerdings an dieser Stelle auch nicht weiterhelfen, denn er hat nicht genauer nachgefragt, sondern erstaunt bestätigt, dass mit mir alles bestens ist. Hm. Die Episode kam auf die Liste „da muss ich nochmal nachhaken“. Sollte tatsächlich jemand die Frechheit besessen haben, mich als „krank“ darzustellen? Konnte ich ja kaum glauben. Echt jetzt. War bestimmt verhört oder Quatsch oder so.

Wieder zu Hause angekommen, ging es dann gleich an die Terminplanung. Ich musste ja mein normales Leben neben dem Projekt stemmen, also suchte ich mir als erstes die Auftrittstermine aus, die für mich gut erreichbar und in den Kalender passend waren. Ende August in Bad Mergentheim war zu stemmen, dann Mannheim Anfang November. Dazwischen Besuche im Studio, um die „privateren“ Bilder einzufangen und die ersten Schreibereien abzustimmen. Das klang nach einem guten Plan. Also ran ans Telefon und die Termine mit der Assistentin abgestimmt. Sie klang nett, jung, frisch aber völlig irritiert. So ganz wusste sie mit mir nichts anzufangen, bestätigte aber, dass sie über das Projekt in Kenntnis gesetzt worden war und dass wir das Kind schon geschaukelt bekommen. Bad Mergentheim war also schon mal sicher, für den Termin in Mannheim hatte sie sich eine Notiz gemacht. Wunderbar. Ich kalkulierte, was ich an Filmen brauchte und überlegte mir, welche Kameras ich mitnehme.

Der Termin in Bad Mergentheim war genau das, was ich  haben wollte. Ich konnte mich frei bewegen, war beim Aufbau mit dabei, durfte mich auf der Bühnefrei  bewegen, war backstage beim „schnell noch was essen“ und nach dem Konzert bei dem Interview für die örtliche Presse mit im Hotelzimmer. Die Ausbeute war schon nicht schlecht und ich freute mir ein Bein ab, als ich die Negative sah. Ich wusste jetzt schon ziemlich genau, welche Bilder ich noch brauche, schwang mich also wieder ans Telefon nd versuchte, einen Fototermin im Studio zu bekommen.

Und wurde vertröstet. Dieser Termin ging nicht und jener auch nicht und ach, der Kalender war so voll und da ist die Band da…. Moment! Genau solche Momente wollte ich doch mit der Kamera einfangen! Ja, aber und trallala und pipapo – die Assistentin entpuppte sich als hervorragender „Vorzimmerdrachen“ mit dem Endergebnis, dass wir auf keinen Termin kamen und ich vertröstet wurde. Nun ja. Einmal mit Profis arbeiten. das sollte wohl ein Wunschtraum bleiben. Zumindest der Termin in Mannheim wurde bestätigt, man würde mich auf die Gästeliste setzen. Hm. Gästeliste war jetzt nicht das Ursprungsziel, aber da ich in Mannheim Edo mit den Fans einfangen wollte, an dem Abend sowieso nicht früher kommen konnte und die Backstage-Bilder, die ich wollte, zum großen Teil schon im Kasten hatte… außerdem hatte ich schon jetzt keine Lust mehr, mich weiter mit dieser Assistentin auseinanderzusetzen, die anscheinend immer noch nicht kapiert hatte, worum es bei der ganzen Sache ging. Schimpft mich treudoof – zu diesem Zeitpunkt ging ich noch davon aus, dass Edo informiert wurde und vielleicht das ein oder andere gerade rücken würde, schließlich hatte er großes Interesse, seine Unterstützung und Mitarbeit versprochen. Und er kannte die Zeitschiene. Dachte ich.

Mannheim im November. Im Schneetreiben sind wir auf den letzten Drücker dort angekommen. das Konzert war fein, die Assistentin etwas „verschnupft“, als ich ihr nach dem Konzert klar machte, dass das so nicht ginge, dass ein Konzept existiert, mit dem sie sich vielleicht mal beschäftigen sollte und ich nicht einfach eine „Knipserin“ bin, die versucht ein paar hübsche Bilder vom großen Star einzufangen.
Merke: Schubs niemals eine Assistentin, wenn Du einen ausgereiften Plan hast, den du durchziehen willst. Und vergewisser dich vorher, dass diese Assistentin nicht mit einem Fotografen verbandelt ist, der Kalif an Stelle des Kalifen sein will…..

TP463li

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