Archiv für Februar 2012

Abwärts

Donnerstag, 23. Februar 2012

 

Ich mag Rolltreppen.
Als Kind hatte ich immer Angst, dass mich die Treppe frisst. Dort einzieht, wo die Stufen verschwinden. Egal, ob oben oder unten. Trotzdem habe ich Rolltreppen immer geliebt. Sie waren mein Ersatz für Gruselfilme, die ich heute noch nicht gucken kann, ohne schlecht zu schlafen. Die Rolltreppe, mein ganz persönlicher Thriller. Immer noch :)

(Klick macht schick)

Völlig unspektakulär auf Kodak Tri-X@200
entwickelt in Spürsinn HCD-new.
Mal eben als Negativ auf den Scanner gehauen.

 

Nachtrag

Ich scheine ja nicht die einzige zu sein, der es so geht…

 

 

 

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Reif für die Insel

Mittwoch, 15. Februar 2012

Vor vielen Jahren war ich schon einmal auf Usedom. Im Sommer und mit Kindern. Mit gemietetem Strandkorb, Reiseführer und Fahrradtour. Wie es sich gehört, wenn man die Sommerferien mit den lieben Kleinen am Meer verbringt.

Dieses Mal war ich im Winter dort. Ohne Kinder. Ohne Strandkorb, Reiseführer und auch das Fahrrad wurde weder mitgenommen noch eines angemietet. Dafür durften die Olympus OM-2 und ein bisschen Film das Wochenende mit mir verbringen. Und der Lieblingsmensch natürlich.

Kalt war es. So kalt, dass die Ostsee zugefroren war. Das hat zu nicht unerheblichen, dafür tatsächlich von mir (blauäugig, ich weiß) gänzlich unerwarteten Besucherströmen auf diesem wunderschönen Eiland geführt. Aber unsereins weiß ja, wie man an Ecken kommt, an die die anderen in dem Moment nicht kommen – man setzt sich ins Auto und fährt aufs Geradewohl los.

Startpunkt war Zinnowitz – da war nämlich unser Hotel. Quasi direkt am Strand. Wir hatten ein Zimmer im 6. Stock mit Blick direkt auf die Eislandschaft, die eigentlich Meer sein sollte. Wenn wir nicht so faul gewesen wären gewollt hätten, dann hätten wir Aug in Aug die Möwen fotografieren können, die ihre Runden am Morgen vor unserem Fenster gedreht haben. Das Hotel hat ein Herz für Fotografen, Frühstück gibt es ab 6:30, so dass wir mit den ersten Strahlen der aufgehenden Wintersonne auf die Pirsch gehen konnten. Es war klirrend kalt (ich danke an dieser Stelle ganz herzlich meiner Mama, die mir einen Schafwollpulli gestrickt hat), der Himmel färbte sich langsam und ganz zart rosapurpur und die Luft fing regelrecht an zu knistern. Wir stellten recht schnell fest, dass wir auf die andere Seite der Insel müssen, weg von der Ostsee, hin zum Achterwasser. Der Sonnenstand lud dazu ein und nicht zuletzt auch die Hoffnung, so den anderen Urlaubern ein wenig zu entgehen. Das Wochenende war nämlich ausnahmsweise mal nicht der Menschenfotografie gewidmet. Und siehe da, es ist uns gelungen!

Ausnahmsweise habe ich die Bilder mit Beschriftung versehen – falls Euch jetzt die große Lust auf die Insel packen sollte. Auch, wenn es jetzt taut, wer schnell ist, bekommt sicher noch ein paar Eisschollen zu Gesicht.

Wie immer gilt: Klick macht groß und schick

Hafen Zempin

Hafen Zempin

Hafen Zempin

Irgendwo auf dem Gnitz

Hafen Zecherin

Wir waren zu kurz da. Definitiv!
Und wir fahren wieder hin. Definitiv!

Und wenn Ihr jetzt auch wollt und nicht auf die kleine, versteckte Werbung oben im Text geklickt habt… hier noch das ultimative, supertolle Spürsinn-Angebot für einen fotografischen Kurztrip an die Ostsee! :)

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Ein gutes Bild

Donnerstag, 09. Februar 2012

Ja, ich bin begeistert. Immer noch und immer wieder. Und wo steht eigentlich, dass man seine eigenen Werke nicht loben darf?

(klick macht schick)

Die Fotografie zeigt eine Straßenszene. Das allein macht sie aber noch nicht zu einem Bild aus dem Genre “Street & Situations”. Es ist der “besondere Moment”, hier das Verschmelzen von Realität und Werbung, der dieses Bild in den Bereich “Street” hebt.

Ja, ich schrieb “hebt”, denn auf die Straße gehen und fotografieren kann so ziemlich jeder, der den Auslöser findet. Und nur weil ein Bild im öffentlichen Raum entstanden ist, ohne dass man die Protagonisten gefragt hat, verdient es noch nicht die Schublade “Street”. Meine ich.
Auch hier muss mir ein Bild eine Geschichte erzählen. Nicht unbedingt die Geschichte “Mann steht vor Schaufenster” sondern ich verlange von einer guten Straßenfotografie mehr. Das “Mehr” könnte z.B. darin bestehen, dass “Mann vor Schaufenster mit Kinderwagen” zu sehen ist. Nicht so spektakulär und laut wie “Mann rennt mit erhobenem Krückstock hinter Straßenfotografen her” – aber immerhin. Eine kleine Geschichte sollte immer drin sein.

Ich persönlich finde allerdings auch, dass man erkennen muss, dass der Fotograf in irgendeiner Weise in die Szene integriert war. Am gezeigten Bild merkt man schon, dass ich auf diesem Flohmarkt war, herumgelaufen bin, Stände betrachtet habe und in der Szene “mitgespielt” habe.  Ich habe mich nicht lauernd an eine Ecke begeben, ein Monsterteleobjektiv auf meine Kamera geschraubt und darauf gewartet, dass sich ein Mann vor ein Schaufenster mit Kinderwagen stellt.

Nicht zuletzt ist auch die Bildgestaltung meiner Meinung nach ein Kennzeichen guter “Streetfotografie”. Bei meinem Beispiel bin ich stolz darauf, dass mir die Bildgestaltung so gelungen ist. Beachtet man die Diagonale, so führt die Überschrift “kleine Preise” das Auge des Betrachters direkt auf die Flohmarktartikel. Die Perspektive wurde so gewählt, dass die Tischkante mit der Unterkante der Plakatwand abschließt. Die Kopfhaltung der Protagonisten harmoniert mit der Kopfhaltung der auf dem Plakat abgebildeten Menschen.

Es gibt noch ein bisschen mehr zu entdecken, aber das überlasse ich jetzt Euch ;)

P.S. Wer heraus bekommt, mit welcher Kamera dieses Bild gemacht wurde, bekommt ein Lob von mir ;)

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Großartige Fotokunst!

Dienstag, 07. Februar 2012

Ja, ich weiß, ich bin schon wieder in einer Endlosschleife gelandet. Ich rege mich auf. Mal wieder.

Es ist eigentlich egal, wo ich gucke. Sei es auf G+, auf Flickr, auf Facebook… überall begegne ich “großer Fotokunst”, “grandiosen Bildern” und “sensationellen Aufnahmen”. Von Twitter werde ich auf Blogs und Webseiten mit Fotos gelockt und auch dort: “Wahnsinn”, “Awesome” und “an Dir ist ein Meister verloren gegangen”.

Bin ich zu kritisch? Zu pingelig?
Ist mein Auge zu gut geschult, mein Anspruch zu hoch?
Sehe ich schlecht?

Musste raus.
Nun geht es mir besser.

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