Tapfer bleiben
Auch wenn in diesen Tagen viele Menschen, die eine Kamera einigermaßen gerade halten können oder einen Abschluss im VHS-Kurs “Aggressionsabbauendes Malen mit Fingerfarben” errungen haben und deswegen in Cafés, Kneipen, Kindertagesstätten und Bushaltestellen ihre Werke ausstellen – das ändert nichts, aber auch wirklich nichts daran, dass ihr Künstler da draußen begabt seid!
Verkriecht Euch nicht in den Elfenbeintürmen, fühlt Euch nicht missachtet und verkannt.
Sperrt die Mimosen im Schrank ein für bessere Tage.
Bietet der Ikea-Bilderflut die Stirn und zeigt das, was wirklich gut ist.
Geht nicht hin und sagt “Damit will ich mich nicht gemein machen” – denn das wäre genau so dumm wie “Der Klügere gibt immer nach”.
Überlegt immer, was übrig bleibt, wenn ihr nicht mehr bereit seid, eure Werke zu zeigen.
27 replies to “Tapfer bleiben”
Hannes
Wohl gesprochen! Wenn die Klügeren immer nachgeben bestimmen die Trottel, wo’s langgeht.
Ganz liebe Grüße vom Bär
mikel
Wir warten und warten… Füße wippen…
und die VHS Menschlein werden so klein, wie Du sie haben willst…
Warum diese Feindbilder?
tilla
“Feindbilder” – das halte ich für überzogen.
Wer sich an der VHS bilden will, der kann es ja auch gerne tun. habe ich doch selbst schon Kurse an der VHS belegt – Spanisch so lang, bis der Kurs so klein geworden ist, dass er nicht mehr veranstaltet werden konnte mangels Teilnehmer. Aber ich ziehe nicht in die Welt und verdinge mich als Auslandskorrespondentin
oli
Seltsamer Aufruf. Sagst Du uns denn auch was Kunst oder wer Künstler ist?
Viele Grüße
oli
tilla
Oh, an dieser Stelle mal eben “Kunst” oder “Künstler” zu definieren, das halte sogar ich für vermessen
Ein gewisses Feedback sagt mir allerdings, dass der Artikel an der richtigen Stelle angekommen ist.
oli
Hast Du denn Deine Werke schon gezeigt?
tilla
na klar
Immer wieder mal – so wie ich Lust, Zeit und Geld habe
oli
Gehörst Du denn dann also zur Gruppe derjenigen, die die Kamera gerade einmal gerade halten können und deswegen ihre Bilder ausstellen oder zu den begabten Künstlern, die der IKEA-Bilderflut die Stirn bieten?
tilla
An der Sache mit dem “Kamera gerade halten” arbeite ich noch.
Aber ich kann schon ganz toll Belichtung messen und Planfilm einlegen!
Mal im Ernst – wenn Du wissen willst, was ich mache, dann komm vorbei und schau Dir an, was an der Wand hängt. Mitte Februar wäre ein interessanter Termin.
oli
Vielen Dank für die Einladung. Aber das wäre dann ja wieder meine Einschätzung zu dem was ich dort sehe. Ich hatte gehofft, Du sagst mir, ob Du selbst meinst, dass das was Du ausstellst Kunst ist.
tilla
Oli, über welche Planke willst Du mich jetzt schicken und warum?
Wenn ich jetzt ein bisschen tief stapele und sagen würde, ich hielte meine Arbeiten nicht für Kunst, dann sagst Du “Siehste – so sehen es die VHS-Absolventen auch!”
Wenn ich sage, dass ich meine Arbeiten für Kunst halte, bekomme ich die gleiche Antwort von Dir.
Du sieht, es ist müßig, an dieser Stelle darüber zu reden.
oli
Ich will nichts Böses, Tilla. Schon gar nicht Dich über eine Planke schicken. Ich fand nur, wie gesagt, Deinen Aufruf merkwürdig, setzt er doch voraus, dass nämlich jemand (besser) weiß, was Kunst ist und was nicht. Und diese Diskussion ist, wie Du richtig sagst, müßig.
Frank
Sollte nicht jeder für sich entscheiden was Kunst ist?
Ich fände es ziemlich traurig wenn jemand anderes darüber entscheiden wollte, was ich als Kunst ansehe und was nicht.
Das ist bei Gemälden so … klar, da kann ein Bild Millionen auf ner Auktion bringen, die ‘Kunstkritiker’ sind von den Socken und stilisieren den neuen Meister ….. tja, und ich würde mir das geschmiere nicht mal in den Keller stellen.
Ich wäre nur froh könnte ich es gewinnbringend weiterverkaufen und das Geld einstreichen.
Auf der anderen Seite gibt es Bilder die ich toll finde und andere sagen es ist Müll….
Wichtig ist doch eigentlich das derjenige, der etwas erschafft damit zufrieden ist.
Das der ausführende etwas hat, was ihn stolz macht, worin er sich wiederfindet- dann ist alles gut.
Und wenn jemand anderes das nicht mag wird er ja nicht gezwungen hinzuschauen, zur Ausstellung zu gehen oder gar etwas zu kaufen.
tilla
Nicht alles, was mir gefällt ist auch Kunst.
Nicht jede Kunst gefällt mir.
Nur um das mal klar zu stellen.
Bemerkenswert finde ich, dass diejenigen, die ich ansprach, durchaus verstanden haben, was ich ausdrücken wollte.
Sebastian
Spannend ist ja, dass so relativistische Kackscheiße immer von Denen kommt, deren bildgeberische Eigenständigkeit genau von 12 bis Mittag reicht und die dann schönerweise noch Irgendwas-Mit-Art als Non-Plus-Ultra der Namensgebung befunden haben.
Und wenn Du dich jetzt fragst, warum ich Dich hier rausrufe, dann liegt es daran, dass Du Toleranz für Dich einforderst und gleichzeitig etwas, was Du nicht verstehst und was Dir nicht gefällt als Geschmiere abtust. Zum Kotzen!
Frank
Naja, wenn ich Dich zum Kotzen bringe habe ich zumindest etwas erreicht, Ist doch auch schon mal was.
Und genau hier kommt meine Meinung zum Tragen… wenn Dich meine Kackscheiße nicht interessiert – dann schau sie Dir nicht an….. ganz einfach wie ich finde.
Die Frage warum Du mich ‘ausruft’ muss ich mir nicht stellen.
Ich hab einfach im richtigen Moment in Deine Schublade gepasst.
Natürlich schließe ich Dich ab jetzt nicht mehr in mein Abendgebet ein, das wird aber keine Auswirkungen haben -von daher … alles gut.
Sebastian
Ja – Das mit dem Textverständnis ist immer so eine Sache. Deine Bilder kann ich tatsächlich ausblenden. Dass ich das. was Du mir da als sinnlich verkaufen möchtest, gerade im Bezug auf Tillas Schaffen für eine Frechheit halte, bin ich und dazu steh ich auch.
Was ich allerdings nicht ausblenden kann, ist (und da sind wir wieder bei der relativistischen Kackscheiße) ist deine Haltung, dass Du für dich deine Bilder als Kunst deklarierst (Irgendwas-Mit-Art im Namen, merkste was?) und gleichzeitig etwas was du nicht als Kunst anerkennst mit einem “ist so, weil ist so”-Duktus als Geschmiere abtust, welches Du aus monetarischen Gründen gerne verkaufen (read: Kann ich auch, will auch reich werden ) würdest. Kunst funktioniert – jenseits des Marktes, über gesellschaftlichen Kontext und damit verbunden über Haltung (und um die geht es hier) und nicht über “hach mag ich”.
Wo ich bei Dir bin, ist, dass das eigene Schaffen erstmal einen selbst befriedigen muss. Diskussionswürdig ist dann allerdings wieder, ob das bloße kopieren, gerade aktueller Trends, da wirklich ziehlführend ist oder ob da nicht doch wieder primär ein “ich will gefallen”-Duktus hintersteckt, der mich wieder auf die bildgeberische Eigenständigkeit zurückführt. Gefallen wollen, in Bezug auf aktuelle Trends, ist überhaupt nicht verkehrt aber dann sind wir nicht mehr bei Kunst sondern bei Handwerk (auch das verdient absoluten Respekt!), nur sollte man dann nicht auf die Idee kommen, eben dieses als Kunst verkaufen zu wollen (Kunsthandwerk != Kunst).
aebby
Das lässt mich gerade nicht in Ruhe, muss noch ein wenig nachdenken …
aebby
… und jetzt habe ich ein wenig nachgedacht … ohne zu wissen um was es konkret geht ist es schwierig zu kommentieren, aber ein paar Gedanken aus meiner Sicht möchte ich doch noch beitragen weil ich mich durchaus angesprochen fühle. Ich zeige wie schon gesagt schon seit Jahren fast nichts mehr. Warum sollte ich Bilder zeigen, wenn die niemanden interessieren? Das fehlende Interesse liegt – so sehe ich es – aber nicht nur an meinen Arbeiten, sondern an einem allgemeinen um sich greifenden Intereresseverlust. Ein kurzes Anschauen, ein Minikommentar, wenn möglich nur ein “gefällt mir” Klick das war es mit der Auseinandersetzung. In Ausstellungen wird schnell an den Bildern vorbei flaniert, ein kurzer Blick und alles gesehen. Eine Auseinandersetzung gibt es kaum noch. Ich persönlich betrachte Bilder gerne länger und kommentier(t)e gerne ausführlich und tiefgehend. Ein Gespräch über ein Bild macht(e) mir Freude. Selbst das ist aber zunehmend unerwünscht, da habe ich schon einige frustrierende Erfahrungen gemacht. Ich überspitze jetzt ein wenig, entweder wird gelobhudelt oder niedergemacht, differenzierte Sichten sind nicht mehr in. An belanglosen Rückmeldungen zu meinen Bildern habe ich keine Freude wenn ich bemerke, dass der Betrachter sich offensichtlich keine 5 Sekunden mit dem Bild auseinandergesetzt oder sogar der Galerist die Werkbeschreibung offensichtlich nicht gelesen hat. Mir ist da echt der Spaß vergangen. Ja – ich fotografiere weil es mir Spaß macht, warum soll ich mir den noch weiter vermiesen lassen.
tilla
Jepp, Aebby, ich gebe zu, einfach ist es nicht.
Ich habe in letzter Zeit von zu vielen Leuten gehört, dass sie sich etwas zurückziehen wollen, weil “jeder Hans und Franz, jede Hausfrau und jeder mit einem Tuschkasten eine Ausstellung hat”. Das war meine Reaktion darauf.
Und ich sehe, Du hast es verstanden.
Pingback: Hier heute kein Blumentopf | Tilla Pe
claudia
Wir haben ja hier in Berlin-Kreuzber eine exzellente VHS-Fotoschule, die wirklich über ihre Grenzen mit hohem Ruf bekannt ist. *duckundwech*
furnishedroom
Eigentlich habe ich ja gar nichts dazu sagen wollen. Schon wieder diese „Kunstdiskussion“ und das Kunst-ist-was-gefällt-Argument. Aber es ließ mich nicht los, weil es mich aufregte.
Definitiv: Kunst ist nicht Geschmackssache. Es kann natürlich jeder halten wie ein Dachdecker bzgl. dessen, was er sich ansieht oder liest oder auch selbst produziert. Mach ich auch so. Das ist die Geschmacksfrage eben. Aber: Es ist eine andere Frage, ob das, was einem gefällt nun wirklich Kunst ist. Ich mag das ein oder andere Bild oder das ein oder andere Oeuvre eines Fotografen, Malers oder Schriftstellers durchaus nicht mögen, kann aber dennoch – und sollte es auch – so objektiv sein, es vielleicht doch als „gut gemacht“ oder besser noch innerhalb seines Genres und seiner Bedingungen als Kunst zu würdigen. Ich muss Stilleben nicht mögen (das ist mein Geschmack), um ein Stilleben als Kunst zu bewerten.
Und wann ist etwas Kunst? Zunächst mal, wenn bestimmte werkimmanente inhaltliche und formale Kirterien gegeben sind. Die gibt es nämlich. Sonst gäbe es die Legionen an Büchern nicht, in denen diese Kriterien als Garanten für gute Bilder gepriesen werden. Nur ist es nicht ganz so einfach. Man kann diese „Regeln“ brechen und doch ein großartiges Bild zustande bringen. Man kann sie befolgen und und nicht mehr als ein akzeptables oder sogar schlechtes Foto schießen. Da fehlt dann noch was, etwas was mit Stil, Perspektive auf ein Motiv oder Thema, Atmosphäre, Idee und vor allem Emotion (d.h. Wirkung) nur schlecht zu beschreiben ist. Nennen wir es, das gewisse Etwas, über das sich eine beliebig große oder kleine Gruppe einig ist. Sind da also bestimmte formale und inhaltlich Kriterien erfüllt, über die in einer Gruppe von Menschen kein Zweifel besteht, entsteht in der Beurteilung dessen, was Kunst ist, eine gewisse verbindliche Intersubjektivität.
Kommen nun noch bestimmte Kriterien hinzu: Kunstmarkt, Zeitgeist, Medienwirksamkeit u.ä. kommt womöglich ein Gursky raus. Den muss man wie ich nicht mögen, aber auch nicht nieder machen mit Sätzen wie: Das kann ich auch, das ist ja keine Kunst. Kann ich eben nicht.
Anders gesagt: Ich lasse mir nicht sagen, was mir gefallen soll, aber ich geb mir Mühe, das objektiv zu verstehen und auch als Kunst zu würdigen, was bestimmte Kriterien erfüllt, selbst wenn ich damit nur wenig anfangen kann. Und diese Kriterien sind nicht beliebig (bzw. nur und gern für die, die kaum in der Lage sind, sie zu erfüllen). Und ich halte mich selbst auch nicht unbedingt für einen Künstler, sondern für einen Dilettanten (im besten 200 Jahre alten Wortsinne). Zum Künstler fehlt mir einiges, aber deshalb kann ich doch meine Freude am Fotografieren haben. Nur, mich für einen Künstler zu halten, würde bedeuten – und das geht an die beschriebenen Kleinaussteller in Cafes und Krankenhäusern – einen sehr kleinen Horizont aus Mangel an Objektivität oder auch „Bildung“ zu haben. Die Spritzen an Selbstwertgefühladditiven mögen ihnen gegönnt sein, der Mief des Kleingeistes bleibt ihnen haften. Ich persönlich glaube, aber nicht, dass man da Gegenflagge zeigen muss. Die sind doch nicht gefährlich.
Ich glaube, jetzt hab ich mich beliebt gemacht.
tilla
Ich verstehe nicht ganz – es geht doch gar nicht um eine Kunstdiskussion. Es geht darum, dass es in meinem Dunstkreis Menschen gibt, die frustriert & genervt sind, weil sie sich von Masse statt Klasse erschlagen fühlen. Sowohl als Schaffende als auch als Konsumenten. Wie der einzelne “Masse” oder “Klasse” definiert, darauf wollte ich gar nicht hinaus. Das ist eine ganz andere Baustelle.
Aebby z.B. macht in meinen Augen großartige Bilder. Da hab ich sogar was an meiner Wand hängen. Dass er nichts mehr zeigt, ist für mich erst mal ein Verlust. Seine Entscheidung, sich mit seinen Fotografien nicht mehr in die breite Öffentlichkeit zu stellen muss und werde ich respektieren. Ich kann seine Entscheidung sogar verstehen, denn auch ich dosiere sehr überlegt, was ich zeige. Nicht zuletzt wegen der Miesepeter, die meinen, mit mir Diskussionen anfangen zu müssen, ob es nicht besser gewesen wäre, den Fokus weiter hinten oder weiter vorne.. egal.
Wenn ich jedoch so etwas lesen muss:” wenn Dich meine Kackscheiße nicht interessiert – dann schau sie Dir nicht an….. ganz einfach wie ich finde.” dann geht mir der Hut hoch. Frank, Du hast doch hier genau aus dem Grund Deinen Standardallerweltskommentar abgegeben. Damit man bei Dir gucken geht.
Furnishedroom – danke für Deine Kommentare – sehr schön
Ich befürchte nur, dass die wenigsten das Durchhaltevermögen haben, Deine Ausführungen tatsächlich aufmerksam zu lesen. Einfach mal ein “…liegt im Auge des Betrachters” in die Welt zu blasen ist nämlich so viel einfach und unverbindlicher als sich mit der Sache auseinanderzusetzen und sich tatsächlich eine Meinung zu bilden. Leider.
CarolaN
I. Kunst vs. Kunsthandwerk: Bei einer ähnlichen Diskussion saß einer, den ich u.a. der Originalität seiner Gedanken wegen schätzte, stumm am WG-Tisch. Irgendwann, wir waren gerade bei “Kunst-vs-Kunsthandwerk”, machte er doch den Mund auf: Schaut, sagte er, Kunst kommt nicht von ‘Können’. Kunst kommt von ‘Müssen’.
Das ist jetzt über 15 Jahre her. Seitdem arbeite ich mich immer wieder an diesem Satz ab, wenn das Thema zur Sprache kommt. Und heute glaub’ ich zu wissen, dass alles, was ohne dieses “Müssen” entsteht, keine Kunst werden kann.
Ob der Umkehrschluss zulässig ist, ob der “Müssen”-Impuls alleine reicht, bezweifle aber auch ich. Ich denke, da greift, was furnishedroom hier über “werkimmanente inhaltliche und formale Kriterien” und “Gewisses Etwas” schreibt.
II. Und der Kackscheiß? Hm, “Kunst” entsteht in einem Prozess, für den Künstlerin und Wahrnehmende (als “Öffentlichkeit”, sei sie noch so klein) gleichermaßen wichtig sind. Deshalb bin ich auch misstrauisch, wenn mir jemand das Angebot unterbreitet, ein Kunstwerk zu betrachten (oder anzuhören), also zB. eine Ausstellung macht – und derselben Person meine Reaktion oder ihr Fehlen dann egal ist. Dann hätte sie die Ausstellung auch sein lassen können… die Künstlerin meint es dann nämlich nicht ernst.
Ich misstraue den Intentionen jener, die argumentieren, es stünde mir ja frei, ihre Sachen zu ignorieren, wenn ich sie schlecht finde. Nein, genau andersrum: mir steht jederzeit frei, etwas zu ignorieren. Ich darf es, finde ich, aber erst dann “schlecht” (oder “gut”) finden, wenn ich es nicht ignoriert habe, nicht bereits vorher. Dann aber hat das betreffende Werk auch ein Recht darauf, dass ich mich damit befasse, warum ich es schlecht (oder gut) finde… und in dem mich-damit-befassen entsteht, wenn’s gut geht, “Kunst”.
Deshalb halte ich den Aufruf von Tilla Pe auch dann für angebracht, wenn sie sich weigert, zu definieren, was Kunst denn sei. Weshalb sollte ausgerechnet sie uns sagen, wer seine Sachen zu Recht ausstellt und wer nicht? Denn von Seiten des Publikums ist ein Werk zu Recht veröffentlicht/ausgestellt/aufgeführt, wenn es das Bedürfnis weckt, sich damit zu beschäftigen. Und ist kein “Kackscheiß.”
III. Und seitens der Künstlerinnen? Vermutlich stellen schonmal all jene zu Recht aus, die ihr Werk kritisch prüfen und dann merken “ich musste das tun”. Die dürfen nicht bloß, die sollten den Mut haben, anderer Leute Aufmerksamkeit zu beanspruchen. (Und ggf. ausgebuht zu werden.) “Ausstellen oder nicht” ist oft eine Mutfrage, immer aber eine Frage der Ehrlichkeit gegenüber sich selbst und des Anstands gegenüber der Öffentlichkeit (egal wie groß die ist)…
IV. Ein Letztes: RezipentInnen, die nur ein schnelles “like” absondern und weiterklicken, sind arme Schlucker mit dem Aufmerksamkeitshorizont einer Stubenfliege. Im Internet sind sie, genauso wie die, die ihr Zeug einfach deshalb ‘raushaun, weil es halt geht: ein Spam-Problem.
Uff. Danke fürs Lesen.
CarolaN
Oh, offline geschrieben und erst nach Absenden die letzte Anmerkung von Tilla Pe gesehen (und gelesen!) Entschuldigung…
Tilla, ich finde das eine der spannendsten Diskussionen zum Tema überhaupt. Danke.
aebby
@furnishedroom @CarolaN … danke für Eure ausführlichen Gedanken. Die folgenden habe ich für mich besonders markiert.
Zitat: “Anders gesagt: Ich lasse mir nicht sagen, was mir gefallen soll, aber ich geb mir Mühe, das objektiv zu verstehen und auch als Kunst zu würdigen, was bestimmte Kriterien erfüllt, selbst wenn ich damit nur wenig anfangen kann.”
Zitat “Hm, “Kunst” entsteht in einem Prozess, für den Künstlerin und Wahrnehmende (als “Öffentlichkeit”, sei sie noch so klein) gleichermaßen wichtig sind. Deshalb bin ich auch misstrauisch, wenn mir jemand das Angebot unterbreitet, ein Kunstwerk zu betrachten (oder anzuhören), also zB. eine Ausstellung macht – und derselben Person meine Reaktion oder ihr Fehlen dann egal ist.”
@Tilla … *hmmmm und Danke, alles weitere sollten wir am Küchentisch besprechen