Archiv für die Kategorie ‘Angefressen’

Mausi-Alarm

Donnerstag, 08. Dezember 2011

Für das Wochenende steht Fotografie auf dem Plan. Es gilt, einen neuen Entwickler zu testen. Die Suppe bringt grobes Korn wo sonst kein grobes Korn zu finden ist. Ich will Bilder machen. Bilder, zu denen grobes Korn als Stilmittel passt, Bilder wie ich sie früher, als die Filme noch nicht mit Kornhemmer ausgestattet waren, machen konnte. Und ich will fotografieren. Endlich wieder das fotografieren was ich am liebsten fotografiere. Menschen. Gerne halbnackt oder ganz nackt. Oder erotisch. Oder alles zusammen. Das ist nämlich mein liebstes Sujet. Und die Bilder in meinem Kopf passen hervorragend mit grobem Korn zusammen. Das Konzept steht. Das passende Modell fehlt noch.

Verflixt.

Natürlich fallen mir auf Anhieb zwei, drei Modelle ein, mit denen ich gerne gearbeitet habe. Allerdings sind die weit weg und der Job ist kurzfristig angesetzt. Auch hätte ich gern wieder mal jemanden vor der Kamera, der für mich neu, frisch und unverbraucht ist. (Einschub für die klassischen Beschützer der Witwen, Waisen und Modelle: Nein, das ist jetzt nicht abfällig gegenüber den anderen Modellen gemeint.) Na, es kann ja nicht so schwer sein…

Ich begab mich also auf Modellsuche. Guggel ist mein Freund und alles wird gut. Lang hat es nicht gedauert und ich bin bei den einschlägigen Karteien für Modelle und Fotografen gelandet. Bisher habe ich sie ja immer gemieden wie der Teufel das Weihwasser, denn ich habe weder die Lust noch die Zeit um in Art einer Schleimspur Kommentare abzugeben, auf denen mir die willigen Modelle direkt in die Arme rutschen. Und wie ich von Kollegen hörte, ist das ja Pflicht bei diesen Karteien, sonst kann man sich das Fotograf sein gleich mal abschminken. Wie ich sehr schnell feststellen musste, ist aber nur Mitgliedern dieser Vereinigungen eine Kontaktaufnahme zu den Grazien möglich, also habe ich mich flugs mal bei einer der größten Kartei angemeldet. Versucht anzumelden. Äh. Beworben.

Richtig, man verlangte von mir eine Bewerbung. In dieser sollte ich neben meinen Kontaktdaten meine Präferenzen, meinen Lebenslauf, meine Referenzen, meine Arbeitsgebiete, meine Schuhgröße und mindestens 8 meiner Bilder packen. Man würde dann darüber entscheiden, ob meine Sedcard (so nennt sich das dann) frei geschaltet würde. Vorher könne ich weder im Forum lesen (was mir ausnehmend gut zur Prüfung des Angebots gefallen hätte) noch andere Aktivitäten starten. Nun gut. Zähneknirschend begab ich mich daran, Gewünschtes zusammenzutippseln und hochzuladen. Nach vollbrachter Abgabe meiner Bewerbungsunterlagen habe ich dann schon mal hier und da geschaut und geguckt. Mit jeder Model-Sedcard wurde mein Wunsch, in die erlauchte Runde aufgenommen zu werden, kleiner. Nach einer Stunde litt ich unter akutem Mausi-Alarm.

Erklärbäreinschub:

„Mausis“ sind Modelle weiblichen Geschlechts, die aufgrund der Tatsache, dass sie eben diesem Geschlecht angehören und bereit sind, gegen überzogenes Honorar ihren bekleideten Popo („Akt-Anfrage zwecklos!“ – „Keine Titten für Knipser“), der Meinung sind, alles von einem Fotografen fordern zu können. Damit wir uns recht verstehen. „Mausis“ haben oft und gerne 4 (in Worten: vier, denn mehr wird nicht verlangt) schlechte Handyknipsbilder vor dem Badezimmerspiegel in ihrer Sedcard, verlangen Honorar & Spesen, verlangen Rohdaten, die sie selbst bearbeiten möchten, verlangen bearbeitete Bilder, verlangen Mitsprache bei der Nutzung der Bilder, verlangen einen Vertrag, in dem genau dies manifestiert ist, bringen einen Begleiter mit, der erfahrungsgemäß das ganze Shooting schmeißt, entweder aus Eifersucht, übermäßigem Mitteilungsdrang oder weil er selber mitknipsen will, im besten Fall frisst er einem nur alle Kekse weg.

Ich suchte ein passendes, weibliches Modell für einen bezahlten Fotojob. Teilaktwilligkeit hätte ja schon gereicht. Ich fand:

  • Viele schlechte Bilder von vielen schlechten Fotografen mit vielen, entzückten Lobhudeleien und Kommentaren zum Bild und zur Oberweite des Modells.
  • Viele Nacktheiten, die auf ihrer Sedcard vermerkt hatten, dass sie weder für Akt noch für Teilakt, weder in Dessous noch in Bademoden zur Verfügung stehen.
  • Viele, bereits in der Sedcard vermerkte und gleich mal in Großbuchstaben ausgedrückte, Angriffe auf fotografierendes Volk, die ich hier nicht wiedergeben möchte. Wegen des Niveaus.
  • Die Großbuchstaben gehen übrigens gerne Hand in Hand mit den bereits erwähnten Handyknipsbildern.
  • Viele unterschiedliche Portraits mit einer durchgehend unglaublich homogen Ausdruckskraft.

Außerdem eine Frau und zwei Männer, die in meine Vorstellungswelt passten. Sie waren auch so schlau und haben in ihr Profil eine E-Mail-Adresse zwecks Kontaktaufnahme geschrieben. Nachdem ich wohlformulierte Mails in diese Richtung versandt hatte, bekam ich auch Nachricht von der Freischaltungsstelle. Ich müsse meine Sedcard verbessern.

Man wollte:

  • mehr Fotos (ich hatte zwei Fotos mit dem selben Modell eingeschickt)
  • eine Verifizierung (man muss eigentlich nicht, aber von mir wurde es verlangt)
  • mehr Fotos (denn eines wurde gesperrt, weil ein Hund als Requisit zu sehen war)
  • Referenzen (man fand nicht gut, dass ich schrieb, Referenzen müsse nur der angeben, der einen gewissen Bekanntheitsgrad noch nicht erreicht habe. Man wollte mich doch bekannt machen und da wäre es unheimlich wichtig, Referenzen anzugeben)

Ich antwortete:

  • hab ich, aber will ich nicht
  • kann ich, aber will ich nicht
  • hab ich, aber rück ich nicht raus

und ergänzte um „Bitte alles wieder löschen. Auch die Fotos, die ich bereits hochgeladen habe.“

Muss ich außerdem noch erwähnen, dass die Dame und die Herren, die in ihrer Sedcard versprachen, sofort zu reagieren und die definitiv online waren als ich sie anschrieb, bisher keine Rückmeldung gaben? Ich hätte vielleicht doch angeben sollen, dass ich natürlich zusätzlich zum Honorar noch je nach Bedarf und Wunsch ein „Elfenshooting“ oder eins mit Schlangen oder Kätzchen mache?

Nachtrag: Soeben hat einer von den beiden Herren nett abgesagt. Na also! Geht doch!

Noch ein Nachtrag – ich meine, es wäre ja blöd, dieses Pamphlet nicht mit einem Aufruf zu verbinden :)
Wer am Wochenende Zeit hat, sich mehr oder weniger bekleidet (weniger wäre mehr, aber wir werden uns schon einig) vor meine und die Kamera von Michael K. Trout
zu werfen, der möge sich mit Angabe von Honorarvorstellungen und einer kleinen Selbstbeschreibung, gerne mit Bild, bei mir melden. Da wir gewisse Vorstellungen haben, bitte nicht böse sein, wenn eine Absage erteilt wird. E-Mail ist ganz einfach: tilla.pe[ät]gmx.de

Google ReaderTumblrRead It LaterFacebookPosterousShare

Fassungslos

Dienstag, 29. November 2011

Liebe Leute, hier stand bis eben ein Riesenartikel, in dem ich mich über die Besserwisserei und die Klugscheißerei von ein paar Leuten aufregte. Grund dafür waren einige der Kommentare bei Creezy. Aber so viel Aufmerksamkeit haben diese Kleingeister gar nicht verdient. Deswegen habe ich den ganzen Sermon wieder gelöscht. Übrig bleibt der Link auf den Artikel, der mich gestern morgen wahrlich sprachlos gemacht hat.

Für alle, die ihn noch nicht kennen.
Für alle, die eine kleine Wohnung in Berlin für diese wunderbare Frau und ihre Katzen organisieren können.
Für alle, denen bei “Depression” nicht nur Fußballer und Schiedsrichter einfallen.
Für alle, denen der Arsch auch mal so auf Grundeis gegangen ist.
Für alle, die wissen, dass es gar nicht schwer ist, in Deutschland nicht krankenversichert zu sein.
Für alle, die etwas zurückgeben wollen.
Für alle, die ihren erhobenen Zeigefinder einklappen können.
Für alle, die noch Vertrauen in die Menschheit haben.
Für alle, die auch mal gönnen können.

Google ReaderTumblrRead It LaterFacebookPosterousShare

Rabenmutter

Dienstag, 04. Januar 2011

Mein Vater war Marineoffizier.
Ich bin also eine waschechte Offizierstochter, aufgewachsen mit dem Weckruf  “Reise, Reise aufsteh’n” und einem zauberhaften Kommandoton,der immer dann unverhofft  um die Ohren fegte, wenn ich etwas tun sollte, was ich nicht wollte. Bevor ich überhaupt den Mund öffnen konnte um mein Missfallen auszudrücken.

Ich habe keinen einzigen Freund, den ich noch aus der Sandkiste kenne. Papa wurde versetzt und wir sind mitgezogen. Ich habe andauernd die Schule gewechselt.
Es gab auch Jahre, da habe ich ihn nur am Wochenende gesehen.
Meine früheste Erinnerung an ihn ist ein Mann in Uniform. Er hat in Uniform geheiratet und er wurde auch in Uniform bestattet.

Ich weiß nicht mehr genau, wann ich mich das erste Mal so richtig mit ihm angelegt habe. Ich glaube, ich war 13 oder so. Ich trug Bundeswehrparka und Arafattuch und habe ihm erklärt, was er für einen Scheißjob macht. An meinem Parka steckte ein Button der Friedensbewegung. Mein Vater hatte einen Beruf, der ihn im Ernstfall dazu zwingen würde, Menschen umzubringen.

Später dann warf ich ihm vor, dass sein Job die Familie zerstört, meine Kindheit ein Zigeunerleben war und er dafür gesorgt hat, dass ich ihn nie respektieren konnte, weil er mich nicht ernst nahm. Zu dieser Zeit fand man mich unter den Hausbesetzern. Und er sprach nur das Nötigste mit mir. Ich klaute seine Kampfstiefel. Die waren mir zwar zu groß, aber er wollte mir keine in meiner Größe besorgen. Schließlich wollte ich sie zu meinen zerrissenen Klamotten tragen. Punk, you know?

Irgendwann war er die Karriereleiter so weit hoch gerutscht, dass ich mich für ihn schämte. Er schämte sich für seine Tochter, die die Straßenseite wechselte, wenn ihr eine Uniform auf ihrer Gehwegseite entgegen kam.

Ich habe ihn geliebt. Und es tut mir wahnsinnig weh, dass er nicht mehr dabei sein kann, wenn seine Enkelin vereidigt wird.

Ja, ihr habt richtig gelesen. Tillatochter hat sich freiwillig für 13 Jahre verpflichtet und ist gestern morgen zur Grundausbildung abgereist. Sie wird Fotografin bei der Marine.

Und ich werde gefragt, wie ich das zulassen kann. Meine Tochter! Wo doch Afghanistan und so. Und was ich denn bloß in meiner Erziehung falsch gemacht habe. Wie denn das passieren kann.

Und ich lese, dass Eltern, die zulassen, dass ihre Kinder zur Armee gehen, selbst schuld sind, wenn sie diese Kinder verlieren. Für mich klingt da immer “gerechte Strafe” mit durch. Und es kotzt mich an.

Meine Einstellung zur Bundeswehr hat sich seit den Tagen von Parka und Arafattuch kaum geändert. Aber ich habe mir geschworen, meine Kinder so zu erziehen, dass sie einen Weg gehen können, für den sie verantwortlich sind. Ich habe versucht, sie dahin zu bringen, dass sie eine eigene Meinung entwickeln können. Ich bin nicht glücklich mit Tillatochters Entscheidung, aber es ist ihre Entscheidung. Und ich bin stolz darauf, dass sie sich für einen Weg entschieden hat, der ihr richtig und wichtig scheint. Und nicht auf die Freunde hört, die ihr sagen, sie soll doch eine Lehre bei der Bank machen.

Ja, ich bin stolz auf sie. Und ich werde zu ihrer Vereidigung reisen und Bilder machen. Die hängen dann neben denen von ihrem Opa.

Sie geht einen schweren Weg. Aber es ist ihr Weg. Und sie weiß, dass sie immer zu mir kommen kann. Und niemals zu hören bekommen wird “ich hab’s Dir doch gesagt”.

Und jeder, der mir sagt “Wie kannst Du es zulassen” der bekommt zur Antwort “Mit Kloß im Hals und einem schweren Herzen”!

Soldatentochter, Soldatenmutter, Rabenmutter.
Musste mal raus.

Google ReaderTumblrRead It LaterFacebookPosterousShare

summertime

Dienstag, 08. Juni 2010

.. and the living is easy…

Von wegen! Ich komme mal wieder zu nix – deswegen ist hier gerade auch nix los. Sorry.

Google ReaderTumblrRead It LaterFacebookPosterousShare

Zwischenruf # 17 Von Mädchen und Blümchen

Freitag, 07. Mai 2010

Auf Janasworld wird dazu aufgerufen, zu einer Sammlung an Fotoblogs, bzw. Fotografieblogs beizutragen. Grundsätzlich keine neue, aber auch keine schlechte Idee. Als ich den Trackback bei mir entdeckte, stellte ich fest, dass ich an prominenter Stelle als “Quotenfrau” genannt wurde. Aha! Es geht also wieder einmal darum, dass die von Männern betriebenen Blogs zu diesem Thema in jedem noch so x-beliebigen Ranking gelistet werden, die Frauen aber nicht so häufig genannt, verlinkt, bewertet und gepusht werden.

Ich möchte an dieser Stelle nicht ernsthaft hinterfragen, warum es so ist. Mir persönlich ist es zum einen klar, zum anderen egal. ;)
Aber ich finde Linksammlungen zu einem bestimmten Thema immer schon sehr gut, warum also nicht zum Thema Frauen & Fotografie? Super Idee. Dachte ich.

Inzwischen ist die Sammlung auf stolze 85 Links angewachsen und da heute Freitag ist, im Netz nicht viel los und ich ein bisschen Zeit erübrigen kann, habe ich wahllos mal hier mal da geklickt. Und dort. Und immer hektischer. Da. Und da und dort. Jetzt habe ich keine Lust mehr.

Mir begegnen Blümchen, Blüten und taubenetztes Florales, unterbrochen von der ein oder anderen “bis dass der Tod Euch scheidet”-Episode, abfotografiert, wie aus dem Lehrbuch und in den klassischen “Digitalfotografie für Anfänger”-Leerseiten Lehrseiten. Dazwischen Bilder, die ins Familienalbum gehören oder auch gerne auf einen Mutter und Kind Blog – mit Fotografieblogs hat das alles meines Erachtens sehr wenig zu tun. Die Bilder, die ich gefunden haben, gibt es in zigtausenden Varianten allüberall im Netz zu sehen. Nichts Außergewöhnliches, nichts Spannendes, nichts, was mir ein “Uiii” entlocken konnte. Was mir jedoch ohne Zögern über die Lippen ging war ein “Oh je!”

An dieser Stelle entschuldige ich mich schon mal bei all den Frauen, die Hochzeitsfotografie zum Broterwerb betreiben. Auch wenn ich Eure Bilder nicht mag, ich habe großen Respekt vor Eurem Tun, denn das ist ein Knochenjob, den ich im Leben nicht mehr machen möchte. Ihr müsst Euch auf Gedeih und Verderb nach den Vorstellungen Eurer Kunden richten, mit Engelszungen unterwegs sein und ihr müsst abnahmefähige Bilder zaubern können, auch wenn die Braut noch schnell auf der Sonnenbank war und deswegen einen Teint mit sich herumträgt, der Euch und Photoshop bis an die Grenzen herausfordert. Hut ab!

Allen anderen, die die Fotografie aus Lust und als Hobby betreiben sei gesagt:

Es gibt noch so viel zu entdecken! Lasst doch die Blümchen und die süßen Dackelwelpen mal für ein paar Wochen links liegen und fotografiert etwas, dass nicht als Klon von Millionen anderer Bilder gilt. Macht die Augen auf! Überlegt nicht, ob das Motiv von anderen bejubelt wird, überlegt, wie es außergewöhnlich, spannend und hinreißend werden, wie es eine Geschichte erzählen, wie es zu Tränen rühren kann.
Ihr habt Euch ein so tolles Hobby ausgesucht!
Ein Hobby, mit dem man sich Zufriedenheit, Glücksmomente und auch geniale Frustausbrüche schaffen kann. Ihr habt alle Chancen und Möglichkeiten, von Euch verlangt keiner eine Arbeit abzuliefern, die allen anderen gefällt, denn ihr müsst nicht davon abbeißen! Geht los, lernt Eure Kamera kennen, lernt Perspektiven zu finden und schwelgt in Inspirationen! Ihr habt es so gut, verschwendet doch Eure Zeit nicht mit diesem Einheitsbrei! Und wenn es unbedingt Blümchen sein müssen, dann gebt Euch verdammt nochmal mehr Mühe, damit sie aus diesem Einheitsbrei herausstechen! Und jetzt könnt ihr über mich herfallen!

Das musste mal raus.

Amen.

Google ReaderTumblrRead It LaterFacebookPosterousShare

Fanpost

Montag, 15. März 2010

Am Samstag wurde ich darüber informiert, dass die Spürsinn Nord KG einen Brief bekommen hat. Einen richtigen Brief auf Papier und mit Briefmarke und so.
Dieser Brief kam vom Franzis Verlag. Genauer gesagt: Vom Online Media Manager des Franzis Verlag.
Verwundert aber ganz kameradschaftlich weist er den Geschäftsführer darauf hin, dass auf meinem Blog, der ja bekanntermaßen unter der Spürsinn URL läuft, ein offener Brief von mir zu finden ist. Es liest sich ein gewisses Erstaunen darüber heraus, dass ich sowas darf. Für den Fall, dass der Geschäftsleitung mein Treiben nicht bekannt sein könnte, hat man wohl sicherheitshalber auch noch einen Ausdruck meines Blogs beigelegt, der relevante Artikel wurde dabei liebevoll mit Textmarker angestrichen.

Die ausnehmend zartfühlende Wortwahl des Schreibens täuscht nicht darüber hinweg, dass man darüber informieren will, dass diese Veröffentlichung dem Unternehmen schaden könne. Ein Unternehmen, das sich mit einer Autorin wie mir schmückt, muss sich wohl Sorgen um Ansehen und Reputation machen. Könnte man meinen. Selbstverständlich wird es dem Gutdünken der Geschäftsleitung von Spürsinn  überlassen, die Öffentlichkeit von meinem Blogartikel zu befreien.

Grundsätzlich: Dies ist mein Blog. Hier bin ich Mensch und hier darf ich es sein. Ganz privat und pur, ganz ich und mit all meinen Meinungen und Ansichten. Ich muss weder Puderzucker  auf meine Artikel stäuben noch bin ich verpflichtet, sie mit Sahnehäubchen und Zuckerguss dem ein oder anderen schmackhaft zu machen. Wer mich informieren, kritisieren, beschimpfen, loben, maßregeln oder gar heiraten möchte, der darf seine Äußerungen gerne in den Kommentaren hinterlassen oder er kontaktiert mich. Es ist nicht schwer, über die im Impressum gemachten Angaben Kontakt mir zu  bekommen.

Google ReaderTumblrRead It LaterFacebookPosterousShare

Die Geister, die ich rief…

Samstag, 06. März 2010

Schon Goethe ließ seinen Zauberlehrling ausrufen :

Die Geister, die ich rief
werd’ ich nun nicht los

Einer meiner Lieblingsfotografen, Michael K. Trout, hat sich erbarmt und tatsächlich das mir gestern angepriesene Werk gelesen und besprochen.

Wann begreifen Firmen endlich, dass ein geschenkter Gaul immer noch ein ansehnliches Gebiss haben sollte, wenn er als Werbegeschenk für Wohlwollen und Reputation sorgen soll?
(Und wann lernen Blogger endlich, Geschenke nicht unreflektiert und unbesehen in die Welt zu blasen?)

Google ReaderTumblrRead It LaterFacebookPosterousShare

Nutzlose Bauchpinseleien

Freitag, 05. März 2010

Heute gab es mal wieder elektronische Post der besonderen Art.

Diesmal von einem Online Media Manager, der sich sogleich bemüßigt fühlte, mir im ersten Satz den Bauch zu pinseln.

Auf der Suche nach einem qualitativ hochwertigen Blog zum Thema Fotografie, Bildbearbeitung, Design sind wir auf Ihren Eintrag aufmerksam geworden.

Dann kommt er aber auch gleich zur Sache:

Im aktuellen Monat März bietet Pixxsel – die Webseite des Franzis Verlag mit Auflistung aller Buch- und Softwareprodukte aus dem Bereich Bildbearbeitung, Kameratechnik und Fotografie, das E-Book „Digitale-Fotografie- Basisiwissen“ (Autor: Christian Haasz, 160 Seiten) mit einem Gutschein zum kostenlosen Download an.
Wenn Sie in dieser Nachricht einen Mehrwert für Ihre Leser sehen, würden wir uns freuen wenn sie diese, frei nach nachfolgender Pressemitteilung, bei sich veröffentlichen würden.

Sehr geehrter Herr Bruckner,
ich sehe keinen Mehrwert darin, meinen Lesern ans Herz zu legen, ihre Daten bei Ihnen abzugeben.
Desweiteren sehe ich auch keinen Sinn darin, mir ein solches Angebot zu unterbreiten, ohne auf eine Entlohnung für meine von Ihnen erhoffte Werbetätigkeit für Ihr Unternehmen einzugehen. Hätten Sie sich nur 10 Minuten mit den Inhalten meines Blogs beschäftigt, so dürfte Ihnen aufgefallen sein, dass ich meine Inhalte (Neudeutsch: Content) in den meisten Fällen selbst erarbeite und meine Leser gewiss nicht mit vorgefertigtem Brei  zu langweilen gedenke.
Ich werde also den Teufel tun und mich in die breite Front der Wiederkäuer einreihen, denen selber nichts mehr einfällt.
Auf Ihrer Suche nach Wasserträgern sollten Sie nicht so tun als wäre Ihnen an meiner persönlichen Arbeit gelegen. Viel zu breit haben Sie ihre gleichlautenden Bittschreiben gestreut. Hätten Sie aufmerksam gelesen, wäre Ihnen nicht entgangen, dass mein Wissen und meine Betrachtung der Fotografie erheblich tiefer geht als das von Ihnen angepriesene Machwerk. Bereits die ersten fünf Sätze dieses E-Books müssten Ihnen beim oberflächlichen Vergleich mit den Inhalten meines Blogs deutlich gemacht haben, dass Leser meines Blogs an diesem Werk maximal aus Sicht der unumwundenen Belustigung Interesse haben könnten.
Wie Sie sehen haben Sie mit Ihrer E-Mail genau das erreicht, was Sie wollten: Erwähnung. Aber wie sagt bereits ein altes Sprichwort: “Jeder ist zu etwas nutze, und wenn er nur als schlechtes Beispiel dient”.
Umsichtige Blogger arbeiten übrigens wie gute, freie Journalisten – sie lassen sich nicht vorschreiben, in welcher Couleur gefärbt sie schreiben, was sie schreiben.
Sie können übrigens davon ausgehen, dass das von Ihnen angepriesene Werk aufmerksam gelesen und an anderer Stelle ausführlich besprochen wird.
Merke: Blogger sind vernetzt und selten allein.
Mit freundlichen Grüßen,
Tilla Pe
Google ReaderTumblrRead It LaterFacebookPosterousShare

Hatz4

Dienstag, 23. Februar 2010

Nein, ich habe kein “r” in der Überschrift vergessen.

Wenn ich mies drauf bin, denke ich immer, ich sei von lauter dummen Menschen umgeben.

Momentan bin ich eher gut gelaunt. Ich spüre den Frühling in den Knochen und auch in der Luft, Sonne gab es auch schon, ich habe ein kleines (ganz winzig kleines, aber sichtbares) Plus auf meinem Konto und der Monat ist schon weit fortgeschritten, also alles so wie es sein soll. Nun sollte man meinen, ich hätte kein Problem mit den Menschen, denen ich täglich so hier und da begegne. Stimmt aber nicht. Ich hab ein Problem.

Wo ich mich auch herumtreibe, sei es auf der Straße, beim Bäcker, im Supermarkt oder in einer Kneipe, mir begegnet Dummheit. Geballte Dummheit.
Es ist nicht so, dass ich mich absichtlich unter dummen Menschen herumtreibe. Und es ist auch nicht so, dass man ihnen die Dummheit an der Nasenspitze ansehen kann, niemand von diesen Leuten trägt seine Unterhose auf dem Kopf, weil er schlicht und ergreifend zu dumm ist, sie richtig anzuziehen. Nö Nö. Das klappt alles schon. Man kann auch oberflächlich normale Gespräche mit diesen Menschn führen. Alles ganz unauffällig. Bis dann das ein oder andere Wort fällt. Regelrecht antriggert und dazu führt, dass Parolen herausgeschmettert werden, die jeder Grundlage entbehren, einzig und allein nachgeblökt werden, weil unser Vize-Kanzler ja so Recht hat.

Spitzenreiter in meiner persönlichen Liste sind die Worte “Westerwelle” und “Hartz 4″. Und ich stehe sprachlos daneben und kann nicht fassen, wie viele Menschen, die ich eigentlich durchaus als fähig einschätzte, den Kopf zu benutzen, sich plötzlich in geifernde, sich ereifernde Hyänen verwandeln, die meinen, dass der Nachbar, der seit zwei Jahren keinen Job hat, ihnen ganz persönlich grinsend ins Portemonnaie greift.

Ich habe nie verstanden, warum meine Großeltern vor vielen Jahren einem kleinen, geifernden Mann in seiner Argumentation gefolgt sind. Ebenso erschüttert mich jetzt, wie plötzlich Menschen um mich herum einem anderen, geifernden Mann in seiner Polemik folgen. Ich stehe dem tatsächlich hilflos gegenüber, denn meine Argumentationen werden mit einem Handstreich vom Tisch gefegt. Ich sei dumm, heißt es dann.

Das musste mal raus.

Ein Dankeschön an @manomama, die mich auf das Video aufmerksam gemacht hat.

Google ReaderTumblrRead It LaterFacebookPosterousShare

Statusmeldung zur BA

Samstag, 09. Januar 2010

Ich hab ja nicht mehr dran geglaubt, dass noch irgendeine Reaktion von der British Airways kommt.
Ich habe schon angefangen, an Wunder zu glauben, als ein beschwichtigendes Kärtchen an Tillatochter im Briefkasten landete, welches sie darüber informierte, dass an dem Vorgang gearbeitet würde. Seitdem ist viel Wasser durch deutsche Flüsse geflossen und eine Menge Gepäck über die Bänder in Heathrow gerollt.

Gestern kam dann ein Anruf mit dem Ergebnis, dass Tillatochter zumindest einen monetären Ersatz für den ganzen Stress und Kummer, Aufwand und Ärger zu erwarten hat. Entgegen sonstiger Gepflogenheiten bekommt sie den Wert der gestohlenen Klamotten, die Telefongebühren und die Fahrtkosten nach Ansbach komplett ersetzt. Chapeau, BA – das hätte ich nicht gedacht!

Ein besonderer Dank geht an Oliver, der mir die Adresse der zuständigen Lady im Management als Kommentar gepostet hatte.

Google ReaderTumblrRead It LaterFacebookPosterousShare
Seiten: 1 2 Nächste