Archiv für die Kategorie ‘Mach mit!’

Mausi-Alarm

Donnerstag, 08. Dezember 2011

Für das Wochenende steht Fotografie auf dem Plan. Es gilt, einen neuen Entwickler zu testen. Die Suppe bringt grobes Korn wo sonst kein grobes Korn zu finden ist. Ich will Bilder machen. Bilder, zu denen grobes Korn als Stilmittel passt, Bilder wie ich sie früher, als die Filme noch nicht mit Kornhemmer ausgestattet waren, machen konnte. Und ich will fotografieren. Endlich wieder das fotografieren was ich am liebsten fotografiere. Menschen. Gerne halbnackt oder ganz nackt. Oder erotisch. Oder alles zusammen. Das ist nämlich mein liebstes Sujet. Und die Bilder in meinem Kopf passen hervorragend mit grobem Korn zusammen. Das Konzept steht. Das passende Modell fehlt noch.

Verflixt.

Natürlich fallen mir auf Anhieb zwei, drei Modelle ein, mit denen ich gerne gearbeitet habe. Allerdings sind die weit weg und der Job ist kurzfristig angesetzt. Auch hätte ich gern wieder mal jemanden vor der Kamera, der für mich neu, frisch und unverbraucht ist. (Einschub für die klassischen Beschützer der Witwen, Waisen und Modelle: Nein, das ist jetzt nicht abfällig gegenüber den anderen Modellen gemeint.) Na, es kann ja nicht so schwer sein…

Ich begab mich also auf Modellsuche. Guggel ist mein Freund und alles wird gut. Lang hat es nicht gedauert und ich bin bei den einschlägigen Karteien für Modelle und Fotografen gelandet. Bisher habe ich sie ja immer gemieden wie der Teufel das Weihwasser, denn ich habe weder die Lust noch die Zeit um in Art einer Schleimspur Kommentare abzugeben, auf denen mir die willigen Modelle direkt in die Arme rutschen. Und wie ich von Kollegen hörte, ist das ja Pflicht bei diesen Karteien, sonst kann man sich das Fotograf sein gleich mal abschminken. Wie ich sehr schnell feststellen musste, ist aber nur Mitgliedern dieser Vereinigungen eine Kontaktaufnahme zu den Grazien möglich, also habe ich mich flugs mal bei einer der größten Kartei angemeldet. Versucht anzumelden. Äh. Beworben.

Richtig, man verlangte von mir eine Bewerbung. In dieser sollte ich neben meinen Kontaktdaten meine Präferenzen, meinen Lebenslauf, meine Referenzen, meine Arbeitsgebiete, meine Schuhgröße und mindestens 8 meiner Bilder packen. Man würde dann darüber entscheiden, ob meine Sedcard (so nennt sich das dann) frei geschaltet würde. Vorher könne ich weder im Forum lesen (was mir ausnehmend gut zur Prüfung des Angebots gefallen hätte) noch andere Aktivitäten starten. Nun gut. Zähneknirschend begab ich mich daran, Gewünschtes zusammenzutippseln und hochzuladen. Nach vollbrachter Abgabe meiner Bewerbungsunterlagen habe ich dann schon mal hier und da geschaut und geguckt. Mit jeder Model-Sedcard wurde mein Wunsch, in die erlauchte Runde aufgenommen zu werden, kleiner. Nach einer Stunde litt ich unter akutem Mausi-Alarm.

Erklärbäreinschub:

„Mausis“ sind Modelle weiblichen Geschlechts, die aufgrund der Tatsache, dass sie eben diesem Geschlecht angehören und bereit sind, gegen überzogenes Honorar ihren bekleideten Popo („Akt-Anfrage zwecklos!“ – „Keine Titten für Knipser“), der Meinung sind, alles von einem Fotografen fordern zu können. Damit wir uns recht verstehen. „Mausis“ haben oft und gerne 4 (in Worten: vier, denn mehr wird nicht verlangt) schlechte Handyknipsbilder vor dem Badezimmerspiegel in ihrer Sedcard, verlangen Honorar & Spesen, verlangen Rohdaten, die sie selbst bearbeiten möchten, verlangen bearbeitete Bilder, verlangen Mitsprache bei der Nutzung der Bilder, verlangen einen Vertrag, in dem genau dies manifestiert ist, bringen einen Begleiter mit, der erfahrungsgemäß das ganze Shooting schmeißt, entweder aus Eifersucht, übermäßigem Mitteilungsdrang oder weil er selber mitknipsen will, im besten Fall frisst er einem nur alle Kekse weg.

Ich suchte ein passendes, weibliches Modell für einen bezahlten Fotojob. Teilaktwilligkeit hätte ja schon gereicht. Ich fand:

  • Viele schlechte Bilder von vielen schlechten Fotografen mit vielen, entzückten Lobhudeleien und Kommentaren zum Bild und zur Oberweite des Modells.
  • Viele Nacktheiten, die auf ihrer Sedcard vermerkt hatten, dass sie weder für Akt noch für Teilakt, weder in Dessous noch in Bademoden zur Verfügung stehen.
  • Viele, bereits in der Sedcard vermerkte und gleich mal in Großbuchstaben ausgedrückte, Angriffe auf fotografierendes Volk, die ich hier nicht wiedergeben möchte. Wegen des Niveaus.
  • Die Großbuchstaben gehen übrigens gerne Hand in Hand mit den bereits erwähnten Handyknipsbildern.
  • Viele unterschiedliche Portraits mit einer durchgehend unglaublich homogen Ausdruckskraft.

Außerdem eine Frau und zwei Männer, die in meine Vorstellungswelt passten. Sie waren auch so schlau und haben in ihr Profil eine E-Mail-Adresse zwecks Kontaktaufnahme geschrieben. Nachdem ich wohlformulierte Mails in diese Richtung versandt hatte, bekam ich auch Nachricht von der Freischaltungsstelle. Ich müsse meine Sedcard verbessern.

Man wollte:

  • mehr Fotos (ich hatte zwei Fotos mit dem selben Modell eingeschickt)
  • eine Verifizierung (man muss eigentlich nicht, aber von mir wurde es verlangt)
  • mehr Fotos (denn eines wurde gesperrt, weil ein Hund als Requisit zu sehen war)
  • Referenzen (man fand nicht gut, dass ich schrieb, Referenzen müsse nur der angeben, der einen gewissen Bekanntheitsgrad noch nicht erreicht habe. Man wollte mich doch bekannt machen und da wäre es unheimlich wichtig, Referenzen anzugeben)

Ich antwortete:

  • hab ich, aber will ich nicht
  • kann ich, aber will ich nicht
  • hab ich, aber rück ich nicht raus

und ergänzte um „Bitte alles wieder löschen. Auch die Fotos, die ich bereits hochgeladen habe.“

Muss ich außerdem noch erwähnen, dass die Dame und die Herren, die in ihrer Sedcard versprachen, sofort zu reagieren und die definitiv online waren als ich sie anschrieb, bisher keine Rückmeldung gaben? Ich hätte vielleicht doch angeben sollen, dass ich natürlich zusätzlich zum Honorar noch je nach Bedarf und Wunsch ein „Elfenshooting“ oder eins mit Schlangen oder Kätzchen mache?

Nachtrag: Soeben hat einer von den beiden Herren nett abgesagt. Na also! Geht doch!

Noch ein Nachtrag – ich meine, es wäre ja blöd, dieses Pamphlet nicht mit einem Aufruf zu verbinden :)
Wer am Wochenende Zeit hat, sich mehr oder weniger bekleidet (weniger wäre mehr, aber wir werden uns schon einig) vor meine und die Kamera von Michael K. Trout
zu werfen, der möge sich mit Angabe von Honorarvorstellungen und einer kleinen Selbstbeschreibung, gerne mit Bild, bei mir melden. Da wir gewisse Vorstellungen haben, bitte nicht böse sein, wenn eine Absage erteilt wird. E-Mail ist ganz einfach: tilla.pe[ät]gmx.de

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Analog rockt.

Montag, 29. August 2011

Nämlich.

Und weil das so ist, gibt es einen analogen Fotowettbewerb.

Im Internet. ;)

Ich darf ja nicht mitmachen, Euch lege ich die Aktion ans Herz, auch deswegen, weil man sonst kaum erahnen kann, wie viele wir sind.

Also macht mal schön mit, ich bin auf Eure Bilder gespannt.

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Ich mach die Flattr

Dienstag, 18. Mai 2010

Ab sofort könnt ihr mir monetär huldigen :)

Und auch ich kann Euch monetär huldigen, denn ich habe mich bei Flattr angemeldet.
Die Idee, die dahinter steckt, ist recht einfach und dazu wunderbar an einem Kuchenbeispiel erklärt.
Stell Dir vor, Du hast Geburtstag und teilst Deinen Geburtstagskuchen mit Deinen Gästen, im besten Fall den Menschen, die Du magst. Wenn Du 10 Gäste hat, bekommt jeder ein Zehntel des Kuchens, hast Du 100 Gäste, dann bekommt jeder ein hundertstel des Kuchens. So funktioniert auch Flattr.

Ich habe dort ein Konto eröffnet und einen kleinen Euro-Betrag über Paypal eingezahlt. Das ist mein Kuchen. Jedes Mal, wenn ich einen Blogbeitrag lese, der mir so gut gefällt, dass ich ein Stück Kuchen dafür geben möchte, kann ich, vorausgesetzt, der Blogbeitrag hat einen Flattr-Button, ein paar Cent Krümel von meinem Kuchen ‘rüberschieben. Umgekehrt funktioniert es natürlich genau so.

Natürlich sind schon die ersten Stimmen laut geworden, die diese Idee für nicht zielführend halten, die unter anderem meinen, dass nur die Blogbetreiber Kuchen bekommen, die auch schon so immer Kommentare und Werbeeinnahmen kassieren… warum aber auch nicht? Hinter der Bloggerei steht meist ein ganzer Hübbel Arbeit, und diese Arbeit kann man doch honorieren, wenn man sie für gut befindet? Ich habe in der Hand, wem ich gezielt von meinem Kuchen abgebe. Und wenn ich für mich beschließe, dass ich die Krümel nicht an die Werbeblogger und an die Pressemitteilungsabschreiber verteilen will, dann kann ich das. Und das finde ich gut.

Monetäres Lob kann auch wunderbar motivieren. Mit Sicherheit ist Flattr nicht der ultimative Weg, zu Reichtum zu kommen, aber dieses Social-Micropayment-Tool kann vielleicht auch dazu beitragen, dass an der ein oder anderen Stelle wieder ein bisschen mehr Qualität gebloggt wird? Wer weiß?

Ich finde die Idee jedenfalls gut und werde sie ausprobieren.

Nachtrag: Natürlich funktioniert flattrn auch mit Bildern! Und natürlich nicht nur in Blogs sondern auch auf jeder anderen Seite, vorausgesetzt, der Betreiber ist auch bei Flattr angemeldet und hat seinen Butoon eingebaut! (Danke an Jens)

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Rettungsanker Haiti

Sonntag, 17. Januar 2010

Spendenaufrufe verursachen mir immer ein klein wenig Unbehagen, denn ich weiß nie, ob das Geld tatsächlich da ankommt, wo es hin soll. Schuld daran sind sicher unter anderem Meldungen in den verschiedenen Medien, die einem klar machen, was für ein Verwaltungsaufwand hinter so mancher Hilfsorganisation steht und die Information, dass dieser Aufwand aus genau den Geldern bezahlt wird, die den Opfern von Katastrophen gespendet werden, aber im eigenen Land bleiben um Papierkram zu finanzieren.
Ein anderes ungutes Gefühl ergibt sich aus dem Bewusstsein, dass es ja “nur Geld” ist. Die eigene Hilflosigkeit wird mir in solchen Momenten so sehr bewusst, dass ich versucht bin, die Katastrophe und eben auch meine damit aufkommende Hilflosigkeit zu verdrängen. Ich arbeite daran, diese Scheuklappen los zu werden.
In vielen Kommentaren an anderen Stellen habe ich Begriffe wie “moderner Ablasshandel”, “das Gewissen beruhigen” und “sich von der Verantwortung frei kaufen” gelesen. Begriffe, die mir tatsächlich nicht in den Sinn kommen, wenn ich daran denke, dass eine Katastrophe wie in Haiti geschehen, Menschen in Situationen stürzt, die wir uns in unseren schlimmsten Träumen nicht für uns vorstellen können. Wenn der “schnöde Mammon” hilft, ist es mir ziemlich egal, ob ich einen “modernen Ablasshandel” unterstütze. Und “freikaufen” von diesem ohnmächtigen Gefühl kann sich doch auch nur derjenige, der eh nur spendet “weil man das so macht” – und genauer betrachtet selbst das nicht, denn diese Menschen haben ein solches Gefühl nicht auf ihrem emotionalen Plan.

Jetzt habe ich doch wieder mehr geschrieben, als ich ursprünglich wollte.

Hier also der Aufruf von Spreeblick mit der Bitte an Euch, inne zu halten und die eigene Gefühlswelt erst einmal zu scannen.

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Blogparade: Dieses Bild

Freitag, 16. Oktober 2009

Ich habe sehr viele Bilder, an denen mein Herz ganz besonders hängt und die ich in 40 Jahren noch in der Hand halten werde. Deswegen war es für mich tatsächlich sehr schwierig, eines für die Blogparade vom Leumund herauszusuchen.

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Dieses Bild stammt aus dem Nachlass meiner Großmutter und zeigt meine Mutter. Fotografie liegt bei uns in den Genen.

Falls ihr auch bei der Blogparade mitmachen wollt,  nehmt euer ganz spezielles Bild, schreibt einen Text der mit Dieses Bild… anfängt und in ca. 140 Zeichen sagt warum dieses Bild für euch besonders ist. (Kann auch ein Bild auf Flickr oder ein Twitpic bei Twitter)
Schickt einen Trackback an diese Adresse oder setzt den Link zu eurem Artikel manuell in die Kommentare beim Leumund.

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Auffe Fresse, ey?

Donnerstag, 01. Oktober 2009

Zu meiner Schulzeit nannte man es schlicht “hänseln”. Gehänselt wurde, wer aus irgendwelchen Gründen anders war. Dicker, dünner, schlauer, dümmer, größer, kleiner, schüchterner, ärmer, langhaariger, kurzhaariger…… eben anders als die Masse. Es wurde geschubst, gelästert, man bekam wenig schmeichelhafte Spitznamen dazu gerne mal Kloppe… wer gehänselt wurde, der war eine arme Sau und konnte sich meist auch nicht wehren.

Unterstützung gab es nicht. Weder von Lehrern noch von Eltern, am wenigsten von Gleichaltrigen. Und suchte man nach dem Grund, dann meist bei sich selbst. Fragte man andere, so wurde nur bestätigt, dass man eben nicht “gut genug” war, um von der Gruppe anerkannt zu werden.

“Stell Dich nicht so an!”
“Du musst Dich eben ändern, dann mögen Dich die anderen auch.”
“Was machst Du denn, dass die immer auf Dich los gehen?”

Heute heißt es nicht mehr “hänseln” – heute hat das Kind einen Namen.

Mobbing

Aber geändert hat sich nicht viel. Eltern sind entweder hilflos oder blind, Lehrer überfordert oder auch unwissend, Kinder leiden noch genau so wie vor über 30 Jahren unter dem Spott, der Häme und auch der tätlichen Angriffe derer die da mobben.

Gewundert wird sich, wenn so ein Kind oder so ein Jugendlicher dann mal ausrastet. Und dann sind auch nur die Killerspiele schuld daran, nicht etwa der gesellschaftliche Rahmen und der Umgang miteinander.

Für Mobbingopfer, deren Eltern und auch für Lehrer gibt es seit 2007 eine Seite im Internet, initiiert von dem Verein Seitenstark e.V.

Die Seite heißt schlicht “Mobbing – Schluss damit” und ist eine Hilfe für Kinder und Erwachsene, die von der Thematik betroffen oder auch “nur” an ihr interessiert sind.

Diese Seite steht jetzt vor dem Aus
und braucht dringend Unterstützung!

Zeigt mal, was in Bloggern und Twitterern steckt und wenn ihr nicht Pate werden könnt , dann bloggt, erzählt und verbreitet die Information, damit die Seite weiter bestehen kann. Macht Euch ein Bild.

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Zwischenruf # 16 Zensur und das echte Leben

Freitag, 08. Mai 2009

Vor ein paar Tagen wurde ich gefragt, warum ich gegen die Maßnahmen der Frau von der Leyen bin. Schließlich ginge sie ja damit gegen Kinderpornographie vor. Das Argument der Frau Ministerin zieht also tatsächlich wunderbar bei den Müttern kleinerer Kinder, die das Internet gerade mal nutzen, um im Internetauktionshaus das ein oder andere Schnäppchen zu machen oder alte Klassenkameraden in einem Netzwerk zu suchen.

Ich weiß nicht, ob meine Erklärungen und Beschreibungen, die ich mit Händen und Füßen versucht habe, plakativ zu gestalten, tatsächlich angekommen sind.Ich bilde mir ein, dass die Blicke zweifelnd waren, eine Fraundin meinte sogar, dass ich die ganze Sache zu eng sähe, aber das läge wohl daran, dass ich so viel im Internet unterwegs sei. Nun, ich bin nicht gern mit missionarischem Eifer unterwegs, aber mich hat schon geärgert, an dieser Stelle als “Online-Freak” abgeurteilt zu werden.

Ich weiß nicht, ob ich dieser Freundin meine Intentionen begreifbar machen kann. Sie ist nicht oft im Netz und wenn, dann nur auf “einschlägigen” Seiten, die sie kennt und deren URLs sie sich auf einem Klebzettel notiert hat. ;)

Aber ich weiß, dass viele Diskussionen und Erklärungen abschreckend wirken, weil sie für Menschen verfasst wurden, die, wie nennt man das? internetaffin sind?!

Aebby hat sich jetzt die Mühe gemacht und eine Erklärung als .pdf online gestellt, die ich einfach klasse finde. Ich werde sie ausdrucken und an diejenigen weiterreichen, die eher Papier als Informationsträger akzeptieren.

Wie funktioniert das mit den Sperren? Hier wird es erklärt.

Die E-Petition habe ich bereits gezeichnet. Die 50.000 sind überschritten, was nicht bedeutet, dass jetzt alles gut wird. Das zu glauben, wäre mehr als blauäugig. Trotzdem halte ich es für eine gute Sache, aufzustehen und mit Zeichnung zu sagen “Das ist so nicht in Ordnung”. Ich habe auch kein Problem damit, meinen Namen und meine Adresse zu nennen. Wer heute noch glaubt, das Internet funktioniere anonym, der sollte seine Äußerungen lieber seinem Tagebuch anvertrauen und es jeden Abend in einem feierlichen Akt verbrennen.

Die 50.000 Zeichnungen, die notwendig sind, damit über die Indizierung und Sperrung von Internetseiten in einer Sitzung des Petitionsausschusses  verhandelt wird, sind in 4 Tagen erreicht worden. Das ist sensationell, aber kein Grund, sich zurückzulehnen und Däumchen zu drehen. Noch wird die Thematik viel zu selten außerhalb des Netzes angesprochen.

Ich wünsche mir, dass auch Menschen, die das Internet nur begrenzt nutzen, über Sinn und Unsinn und vor allem die Folgen einer solchen Maßnahme informiert werden. Lesbar und verständlich. Ein Job, den die “Offline-Medien”  endlich übernehmen müssen. Interessant wird es für die jedoch erst, wenn sich viel, viel mehr Menschen gegen die Pläne der Bundesregierung aussprechen!

Nachtrag vom 09.05.2009

Gestern wurde ein Bericht über die E-Petition in der Tagesschau gesendet.  In der Ausgabe von 14:00 durfte unser Wirtschaftsminister ein paar Worte zu dem Thema sagen, die mit die Sprache verschlagen haben.

“Es macht mich schon sehr betroffen, wenn pauschal der Eindruck entstehen sollte, dass es Menschen gibt, die sich gegen die Sperrung von kinderpornographischen Inhalten sträuben. Das ist nun wirklich einer der wichtigsten Vorhaben in vielerlei Hinsicht.”

Die Ausgabe von 17:00 war dagegen ein wenig entschärft, da auch Frau Leutheusser-Schnarrenberger zu Wort kam. An dieser Stelle möchte ich auf den Artikel auf netzpolitik.org hinweisen und Euch bitten, auch die Kommentare durchzulesen.

Gestern flog außerdem die Meldung durch Twitter, dass über die Petition erst nach der Bundestagswahl entschieden wird. Ein Schelm der Böses dabei denkt….


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#15302

Dienstag, 05. Mai 2009

Ich habe gezeichnet.

Bis zum 16.06.2009 sollte dort eine Zahl stehen, die Nummer 50.000 hinter sich gelassen hat!

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Rolleiflex – my love

Freitag, 24. April 2009

Ich nenne sie liebevoll “Lady”, weil sie all das verkörpert, was in meinen Augen eine Lady ausmacht.
Sie ist jetzt schon über 50 und zeigt immer noch Klasse. Dabei ist es egal, ob sie dekorativ herumsteht, mit mir zusammen irgendwo herumliegt oder durch Wind und Wetter geschleppt wird. Sie schaut mit zwei Augen in die Welt, zickt niemals herum,  zeigt sich in jeder Situation edelmütig und versiert. Filme in allen Varianten wurden schon durch ihren Bauch gezogen, orthochromatisch, panchromatisch, superpanchromatisch, bunt, Dia, schwarzweiß, abgelaufen, frisch – immer ist sie zuverlässig, nie versucht sie sich zu verweigern. Empfindlichkeiten kennt sie nicht, sie nimmt von 25 ASA bis 1600 ASA alles gelassen hin und macht jeden Blödsinn mit. Ich habe Pferderennen in strömendem Regen mit ihr fotografiert, sie hat menschliche Nacktheit in allen Ausprägungen gesehen, Sand und Staub sind ihr um die Augen geflogen, sie ist auf Bühnen herumgestrichen und hat die ein oder andere Safari miterlebt und festgehalten. Sie hat Gipfel erstürmt und Seegang durchgestanden. In den letzten Jahren stand sie oft in einer Reihe mit ihren neumodischen digitalen Kollegen und hat sich nicht einschüchtern lassen, sondern brav das getan, wofür sie gebaut wurde.

Wenn ich sie in die Hand nehme, schmiegt sie sich an und mich durchläuft ein wohliges Gefühl. Sie kennt meine Sichtweisen und ist die Verlängerung und ausführende Kraft dessen, was sich in meinem Kopf formt.

Das Unternehmen, in dem sie gebaut wurde, ist seit März dieses Jahres vorläufig insolvent. Für die Brüder und Schwestern der Lady besteht dennoch Hoffnung, Spürsinn hat den Verkauf der Rolleiflex übernommen.

Mir persönlich liegt sehr viel daran, dass das Unternehmen Franke & Heidecke gerettet wird, zu gerne würde ich sehen, dass wieder mehr Fotografen mit einer eigenen  Lady durch die Landschaften und Städte ziehen und sich ebenso wie ich in ihr Werkzeug verlieben. Leider liegt es nicht in meiner Macht, Franke & Heidecke zu übernehmen, aber ich kann sie vielleicht ein wenig unterstützen, indem ich die Werbetrommel rühre und meine Leidenschaft kund tue.

Meine Lady braucht keine Batterien. Sie ist robust und zuverlässig, sie braucht nur Bewegung und ein bisschen Film in ihrem Bauch. Eine Kamera, die in den 50er und 60er Jahren für Reportagen, Mode und Glamour eingesetzt wurde, darf nicht in einem Studio herumstehen, sie muss auf die Straße. Dort kann sie zeigen, was in ihr steckt und ihren Besitzer fordern, lehren und begeistern. Ja, auch lehren. Meine Lady hat mich Perspektiven gelehrt, von denen ich nicht wagte zu träumen. Sie hat mir gezeigt, was mit Fotografie machbar ist, hat mir bewiesen, dass Fotograf und Kamera eins sein müssen, wollen sie gute Bilder zusammen machen.

1929 wurde die Rolleiflex eingeführt. Sollten 80 Jahre später tatsächlich die Totenglocken läuten? Oder finden sich tatsächlich begeisterte Fotografen mit einer wohlgefüllten Brieftasche, die sich eine, dem Anlass entsprechend auf 80 Stück limitierte, Jubiläumsedition leisten und vielleicht sogar in das Unternehmen investieren? Finden sich genug Kollegen, die die Nachricht in die Welt tragen und diejenigen darauf aufmerksam machen, die sich die Schmuckstücke leiden können? Finden sich viele, viele Rolleiflex-Besitzer, die ihre Schätzchen abstauben und damit auf die Straße gehen, um der Welt zu zeigen, dass die Ladies noch da und bereit sind? Zeigen diese Fotografen, was sie aus ihren Ladies holen? Ja, das ist jetzt ein Aufruf!

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Weitsichten 2009

Samstag, 03. Januar 2009

Soeben bei Olaf Bathke gefunden… wir lesen im Kaffeesatz,wahlweise in der Entwicklerbrühe und spielen den Fotodradamus für 2009! :)

Was wird also passieren?

  1. Analoge Fotografie gewinnt wieder mehr an Bedeutung!
  2. Gute Fotografie gewinnt wieder mehr an Bedeutung!
  3. Ich veröffentliche ein Buch.
  4. Vielleicht auch zwei.
  5. Ich stelle in einem Museum aus.
  6. Ich besuche den giftzwerg und nadja und mache mit den beiden ein Nylon-Shooting vom Feinsten!
  7. Ich bekomme die kleine, süße Linhof, die ich auf der Fotobörse angehimmelt habe!
  8. Ich fotografiere Campino Sean Connery Mario Adorf Angela Merkel.
  9. Ich kann die Halle mieten, auf die ich so scharf bin (und beheizen)
  10. Ich wechsele den Beruf und werde Kamerafrau.

Na, dann wollen wir doch ma sehen – nächstes Jahr um eine ähnliche Zeit, was draus geworden ist….

Dies ist ein Fotografiererstöckchen, wer mag, der hebt es auf und trackbackt bei Olaf ;)

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