Archiv für die Kategorie ‘Sie und Er und die Fotografie’

Henri hatte es so gut

Freitag, 19. März 2010

Der Winter wollte dieses Jahr gar nicht gehen. Sie saßen vor dem flackernden Kaminfeuer, jeder in sein Buch versunken. Neben dem Knacken des Holzes unterbrach nur das Geräusch der Seiten, die umgeblättert wurden die Stille.

Er war fertig mit seinem Buch, schlug es zu und seufzte. „Ach, wenn man noch so auf der Straße fotografieren könnte wie damals HCB” Sie schielte über ihre Lesebrille zu ihm herüber. „Könnte man noch” sagte sie. „Es ist ein bisschen schwieriger geworden, weil die Menschen auf der Straße Fotografie nicht mehr als etwas Besonderes sondern eher als etwas Lästiges betrachten. Und wenn man nach den Buchstaben des Gesetzes geht, dann ist es auch ein bisschen aufwändiger für den Fotografen geworden, denn er kann sich meist nur noch dann auf der sicheren Seite fühlen, wenn er sich für jedes Menschenbild eine Unterschrift unter der Einwilligungserklärung zur Veröffentlichung einholt. Aber grundsätzlich sind solche Bilder durchaus noch möglich.” (weiterlesen…)

Google ReaderTumblrRead It LaterFacebookPosterousShare

Analoge Krabbenbrötchen

Samstag, 04. April 2009

Sie saßen am Hafen auf der Mole und ließen die Beine baumeln. Er streckte die Nase in den salzigen Wind, sie kämpfte mit den Haaren, die ihr der Wind  immer wieder ins Gesicht wehte und gleichzeitig damit, einen neuen Film in ihre Kamera einzulegen ohne dass dieser dem strahlenden Sonnenschein ausgesetzt wurde.

“Du sag mal”, fragte er “wäre es hier nicht viel praktischer mit einer digitalen Kamera zu fotografieren?” Sie ließ mit einem erleichterten Seufzen die Rückwand der Kamera zuschnappen und drehte sich zu ihm. “Praktischer? Vielleicht schon.” meinte sie. “Vorausgesetzt, ich hätte ausreichend Platz auf meinem Chip und volle Ersatz-Akkus in der Tasche. Jedes Werkzeug hat seine Vor- und Nachteile.” (weiterlesen…)

Google ReaderTumblrRead It LaterFacebookPosterousShare

Im Haifischbecken

Freitag, 24. Oktober 2008

“Sag mal, was macht eigentlich einen Profifotografen aus?” fragte er, über die Kante seinen Laptops schauend. “Wie kommst du denn jetzt auf eine solche Frage?” wollte sie irritiert wissen. “Naja, Du weißt doch, ich war letzte Woche auf diesem Konzert von einem alten Freund. Und ich hatte die alte Spiegelreflexkamera von dir dabei, weil er mir einen Backstage-Ausweis gegeben und gesagt hatte, dass ich in allen Bereichen fotografieren darf, wenn ich will. Also auch auf der Bühne und so.” Sie nickte. “Wir haben einen großen Teil der Fotos ja auch schon entwickelt und da sind einige dabei, die sehr, sehr gut sind. Aber das heißt doch jetzt nicht, dass du Profi werden willst?” fragte sie zwinkernd.

“Nein, darum geht es nicht!” winkte er ab. “Pass auf, Folgendes ist passiert. Außer mir waren ja noch eine ganze Reihe Leute mit Kameras da. Richtig dicke und fette, teure Digitalspiegelreflexkameras mit Blitz und allem drum und dran. Und ich habe gehört, wie sie sich aufgeregt haben, dass ich einen Ausweis für “all areas” hatte und sie nicht. Dabei hätte ich doch nur so eine alte, gammelige OM-1 um den Hals hängen. Und keinen Blitz und kein Zoomobjektiv!” Sie fing an zu glucksen “Alt und gammelig? Ich glaub es nicht!”
“Da gibt es nichts zu glucksen” maulte er. “Ich weiß ja, dass das eine tolle Kamera ist und die Bilder sind ja auch richtig gut, aber in dem Moment kam ich mir echt blöd vor!”

“Pass auf!” sie grinste immer noch. “Einen Profi erkennt man daran, dass er die alten Werkzeuge kennt und zu schätzen weiß! Einen Profi erkennt man daran, dass er neugierig nachfragt, warum man noch mit diesen Schätzchen fotografiert. Einen Profi erkennt man daran, dass er das Gespräch mit einem sucht, und nicht daran, dass er hintenherum mit angeblichen Kollegen über einen lästert.”
Er runzelte die Stirn. “Dann waren das alles keine Profis dort?” Sie lachte lauthals. “Doch, das kann schon sein. Profi kann sich jeder nennen, der sein Geld mit der Fotografie verdient. Profi ist jeder, der sich brav mit seiner Fotografie bei Finanzamt und Kammer angemeldet hat. Aber das sind doch nur die äußeren Kriterien. Nach denen hast du doch nicht gefragt, oder?”

tp243li


Google ReaderTumblrRead It LaterFacebookPosterousShare

Abendblitze

Donnerstag, 02. Oktober 2008

„Warum benutzt Du eigentlich keinen Blitz?“ fragte er versonnen, als sie beide draußen auf der Veranda saßen und den Abendhimmel betrachteten. (weiterlesen…)

Google ReaderTumblrRead It LaterFacebookPosterousShare

Blitzgewitter

Mittwoch, 01. Oktober 2008

Wieder einmal saßen sie auf der Veranda, die Luft war schwül und am Himmel zogen drohende Wolken auf, da war ein Gewitter im Anmarsch. In der Ferne (weiterlesen…)

Google ReaderTumblrRead It LaterFacebookPosterousShare

Digital hobeln

Dienstag, 16. September 2008

„Du hasst die digitalen Kameras, oder?“
Er fragte dies ganz vorsichtig, (weiterlesen…)

Google ReaderTumblrRead It LaterFacebookPosterousShare

Portrait im Café

Donnerstag, 11. September 2008

Samstags saßen sie gerne draußen vor dem Straßencafé in der kleinen Stadt, die sie so sehr mochten. Die Menschen flanierten, eilten, schlenderten und marschierten vorbei, in ihren Gesichtern Hektik, Gelassenheit, Unmut und heitere Ruhe. (weiterlesen…)

Google ReaderTumblrRead It LaterFacebookPosterousShare

Scharfe Sauce

Freitag, 05. September 2008

Er saß vor dem Kamin und blätterte in einem dicken, schon völlig zerlesenen Band über Fotografie.
Sie stand in der Küche und rührte engagiert in der Tomatensauce für das Abendessen. „Willst du Spaghetti oder lieber Nudeln, die weniger Schweinkram auf Deinem Hemd hinterlassen?“ fragte sie ihn.
(weiterlesen…)

Google ReaderTumblrRead It LaterFacebookPosterousShare

Das Ding an der Wand

Mittwoch, 03. September 2008

Sie kam gerade aus der Dunkelkammer, verschwitzt und den zweifelhaften Duft aggressiver Chemikalien verbreitend und fand ihn in dem alten Ohrensessel sitzend, den Laptop auf den Knien balancierend leise vor sich hin fluchend. (weiterlesen…)

Google ReaderTumblrRead It LaterFacebookPosterousShare