Archiv für die Kategorie ‘Test & Versuch macht kluch’

Kackbild

Freitag, 02. Dezember 2011

War ich vor ein paar Tagen noch restlos begeistert von der Dunkelkammerarbeit,  so hat mich diese Woche doch tatsächlich der Frust gepackt. Ich hatte vergessen, dass es nur ein wirklich gutes Bild in die DuKa schaffen kann. Kackbilder werden nicht verziehen. Niemals. Never. Jamais.

Ich erinnere mich, ich habe ein bisschen geflucht, als ich damals die Bilder scannte und bearbeitete. Irgendwann mochte ich sie sehr. Und jetzt haben sie das Prädikat “Kackbild”. In der Dunkelkammer zeigt sich, dass ein Bild ausbelichtet und zum Anfassen ganz anders wirkt als auf einem Monitor. Plötzlich “funktioniert” es nicht mehr.

Klick und so für big und so

Es sieht gut aus auf dem Bildschirm. Finde ich. In 30×30 ausbelichtet tut mir der Schnitt durch die Hände in den Augen weh. In der Hand ebenso wie an die Wand gehalten. Lehrgeld. Ich muss nochmal ausprobieren, wie es im gerahmt mit Passepartout wirkt. Große Hoffnung habe ich aber nicht.

Das nächste Bild aus der Serie besticht durch die Schärfe auf dem Boxhandschuh. Zumindest war das der Gedanke, als ich es fotografierte.

Klick = big

Auf der Grundplatte des Vergrößerers sieht alles ganz wunderbar aus. Aber schon die Testausbelichtungen zeigen, dass es ein Kackbild ist. Die Unschärfe auf den Augen, die weder Fisch noch Fleisch ist, die Haut, die zu hell ist und keine Struktur mehr zeigt – diese Fehler kann kein Boxhandschuh der Welt mehr ausbügeln.

Gelernt habe ich also:

  • Nicht jedes Bild, das hybrid verarbeitet gut ist, ist es auch wert, dass man es mit in die Dunkelkammer nimmt.
  • Knappe, unerwartete Schärfeverläufe sind hipp, schick und was weiß ich noch, führen aber gerne zu einem Kackbild, will man es richtig schön mit der Hand im Rotlichbezirk auf Papier zaubern will.
  • Lieber weniger Licht und eine ruhige Hand als zu viel Licht, die eine ohnehin schon zarte Hautstruktur verschwinden lässt.

Andererseits – es geht ja auch umgekehrt. Negative, die hybrid nicht zu schaffen waren, finden jetzt den Weg  in die Dunkelkammer und locken mir entzückte Seufzer von den Lippen. Und da ich lieber in der Dunkelkammer puzzle als am Rechner, werde ich jetzt nur noch solche Bilder machen. Jawoll.

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Das blaue Wunder

Montag, 25. Juli 2011

Cyanotypie lässt mich nicht mehr los. Zu faszinierend finde ich die Möglichkeiten und Varianten, die mir bei diesem Edeldruckverfahren zur Verfügung stehen. Ich durchforste meine Negative nach geeigneten Bildern, die ich groß und blau haben will.

Ich habe ja schon erzählt und gezeigt, wie ich Negativstreifen in die Sonne gelegt habe. Grundsätzlich ist das eine schicke Sache, auf Dauer allerdings unbefriedigend und für meinen Geschmack definitiv zu klein. Ich wollte größer. Die meisten meiner Negative liegen mir in digitaler Form vor, zumindest immer dann, wenn ich zum Scannen komme. ;)

Die ersten Versuche, ein digitales Bild zu vergrößern und auf einen Träger zu bekommen, der mir das Negativ ersetzt, fanden auf einer Folie statt, die ich durch den Tintenpinkler Tintenstrahldrucker geschickt habe. Nichts für mich, da die Folie unbedingt noch recht lange trocknen muss, ehe man sie verwenden kann. Dafür bin ich viel zu ungeduldig. Mal ganz abgesehen davon, dass das ein sehr teures Vergnügen ist und die Ergebnisse mich nicht wirklich überzeugt haben.

Der nächste Versuch fand mit einer Art Butterbrotpapier statt, das uns unser Papierhersteller genau zu diesem Zweck zum Testen schickte und siehe da, der Ausdruck war sofort trocken, das Ergebnis ganz wunderbar, das Papier hat den Test bestanden und wird als “Spürsinn BluePrint” ins Programm aufgenommen.

Ich hatte mir absichtlich ein sehr kontrastreiches Negativ ausgesucht und in einem Bildbearbeitungsprogramm die Gradationskurven etwas steil angezogen. Dann die ganze Geschichte invertiert und passend für ein DIN A4 Blatt “Noble Vat Large” skaliert.

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Das Ganze wurde mit einem stinknormalen HP Photosmart D5460 auf “Spürsinn BluePrint” ausgedruckt. Bereits ein paar Stunden vorher hatte ich ein “Noble Vat” in DIN A4 mit der Emulsion für Cyanotypie beschichtet. Fräulein Ungeduld saß mir auf der Schulter, deswegen war das beschichtete Papier noch nicht 100% trocken als ich es aus dem dunklen Karton holte und zusammen mit dem neu geschaffenen “Negativ” zwischen zwei Glasplatten legte.

Der Sommer lässt uns ja gerade ein bisschen im Stich, gepriesen sei also die elektrische Sonne ;) 8 Minuten Belichtung vor dem Gesichtsbräuner, dann das übliche Prozedere. Stoppen, Wässern und zum Schluss das Zaubermittel Wasserstoffperoxid.

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Klick macht big

Die “Flecken”, die ich bei diesem Bild als durchaus passend empfinde, sind entstanden, weil die Beschichtung noch nicht ganz durchgetrocknet war. Das Erscheinungsbild kann man also nicht nur durch die Wahl der Pinsel, mit denen man die Cyano-Chemie aufträgt und durch die Wahl des Papiers beeinflussen. Da gibt es noch viele andere Möglichkeiten, mit denen man herumspielen kann :)

Spannend ist, dass man mit diesem Verfahren auch Bilder, die rein digital entstanden sind, verarbeiten kann.

Einen Workshop dazu gibt es auch, noch sind ein paar Plätze für den 14. August frei.

Musik: Rainbirds-Blueprint
Chemiepaket: Cyanotypie
Pinsel im Einsatz: scruffy face
Transparentpapier: Spürsinn BluePrint
Büttenpapier: Noble Vat Large
Ein bisschen mehr erklärt: Cyanotypie im Plauderton

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Blue

Dienstag, 28. Juni 2011

Bei Spürsinn können wir ja die Füße nicht ruhig halten, das machen die Spielkinder in uns nicht mit.

Die Sonne scheint, das gehört ausgenutzt. Cyanotypie wollte ich schon immer mal ausprobieren. Nach meinem Umzug nach Braunschweig sind viele meiner Negative noch in Kartons vergraben, die selbstverständlich, weil das ja immer so ist, unter anderen Kartons vergraben sind…. aber so nach und nach kommen sie ans Licht. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Die ersten Negative, die aufgetaucht sind, waren die Gelatinenegative, die ich vor etlichen Jahren auf dem Flohmarkt gefunden habe. Auf vielen sind Menschen zu sehen und deren Kleidung verrät mir, dass die Bilder vor dem ersten Weltkrieg gemacht wurden. Ich habe allerdings eines ausgesucht, auf dem ein Gebäude zu sehen ist, weil ich mir nicht sicher war, ob die ollen Dinger die Behandlung mit starker Sonneneinstrahlung überstehen.

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(Klick macht big)

Vorweg gesagt, das Negativ ist in der Sonne sehr weich geworden und hat sich gerollt, aber nachdem es wieder im Kühlen und zwischen zwei Büchern gelandet war, war es nach 10 Minuten wieder ganz wunderbar glatt und hat die Reise ins Licht unbeschadet überstanden.

Ich bin ganz schön begeistert und werde nach und nach noch ein paar weitere Negative dieser Prozedur aussetzen.
Da diese Bilder mit einer Plattenkamera gemacht wurden, haben die Negative auch ein wunderbar ansprechendes Format. Bei der Cyanotypie handelt es sich ja um ein Kopierverfahren 1:1.

Die Überlegung, was man nun mit Kleinbildnegativen anfangen kann, lag natürlich nahe – man versucht es mit kompletten Streifen.

cyano_001web

(Klick macht big)

Schicke Sache – so lange die Sonne scheint, werde ich nach und nach immer mehr mit dieser Technik ausprobieren. Vandyke ist auch noch geplant, ich warte gespannt auf das Paket mit der Testchemie. Die Werbetrommel wird dann, wenn es so weit ist, drüben auf dem Spürsinn Blog gerührt.

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T.P. will nach Hause!

Donnerstag, 13. Januar 2011

Wer mir auf  Twitter folgt, der hat es vielleicht schon ganz am Rande mitbekommen, mein Jahr steht im Zeichen großer Veränderungen.

Ich werde meine Zelte in Südhessen nach nun fast 18 Jahren abbrechen, zusammenpacken und mitsamt einer erklecklichen Anzahl Kameras, dem heiß geliebten roten Sofa und Tillasohn im Gepäck nach Braunschweig (zurück)ziehen.
1985 hat es mich das erste Mal nach Braunschweig verschlagen und ich hänge immer noch sehr an dieser Stadt. Dorthin will ich zurück.

Und jetzt seid ihr gefragt! :)

Ich suche zum 01.07.2011 (es darf auch der 01.06. sein) eine Wohnung in Braunschweig.
Am liebsten Altbau mit hohen Räumen. Muss aber nicht zwingend sein.
3 bis 4 Zimmer (ich brauche ein Gästezimmer für liebe Besucher und Tillatochter).
Ganz wichtig: Eine große Küche! Und das muss sein! :)
Ich würde am liebsten wieder in das Viertel am Botanischen Garten ziehen, denn da kenne ich mich aus.
Ein großer Wunsch, ich weiß. ;)
Mit einer Wohnung innerhalb des Rings bzw. in Ringnähe kann man mich aber auch schon glücklich machen.

Wichtig sind mir die Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel und DSL. Ein Dachgeschoss müsste unschlagbare Qualitäten haben, damit ich faule Socke mich etliche Treppen hinauf quäle und mich mit Dachschrägen anfreunde, also das hätte ich nicht so gern.

Wer etwas weiß oder jemanden kennt, der jemanden kennt oder gar eine Wohnung zu vermieten hat, die bezahlbar ist , der schreibt mir doch bitte eine Mail an tilla.pe(ät)gmx.de.

Sollte ich tatsächlich über diesen Blog oder auch über Twitter fündig werden, so winkt dem Helferlein eine Belohnung in Form eines Portraitshootings mit der Rolleiflex. Ist das ein Angebot? :)

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Fingerübungen

Donnerstag, 12. August 2010

Die Sache mit dem Emulsionslift lässt mich nicht mehr los.
Die ersten Ergebnisse entstanden noch mit unterschiedlichen Werkzeugen, begleitet von  lautem Fluchen und dem schmerzhaften Verlust etlicher Bilder, weil das unzureichende Werkzeug eben diese rettungslos zerstörte. Jetzt nähere ich mich einer Arbeitsweise, die richtig Spaß macht und den Ergebnissen, die ich haben will.

Aber von vorn.

Die Anfänge lagen im Gedanken  “es muss doch auch mit den Filmen von Impossible Project möglich sein”. Wer  nicht weiß, wovon ich rede, dem sei diese
wunderbare Anleitung als Video ans Herz gelegt. Es bringt ein bisschen nahe, was Emulsionslift eigentlich ist und wie man es ungefähr macht.
Allersings gibt es einen großen Unterschied zu dem, was ich in den letzten Wochen so getrieben habe: Im Video wurden Trennbildfilme von Polaroid benutzt.
Ich aber will ja Emulsionslifts mit Filmen von Impossible Project machen, und die sind Integralfilme, keine Trennbildfilme.
Die ersten Versuche des Liftens endeten in der Erschaffung komischer, braungrauer Klümpchen. Also zurück auf Start und alles noch einmal durchdacht und probiert.

Es ging los mit der Suche nach der richtigen Wassertemperatur. Zu heiß ist schlecht, weil man mit den Fingern hinein greifen muss, zu kalt führt dazu, dass sich die Emulsion nicht richtig löst.
Die ersten Versuchspinsel wurden der Brut aus dem Schulregal gemopst und erwiesen sich als störrisch und zerstörerisch. Mal abgesehen davon, dass man sie nur einmal benutzen konnte – dann hat man sie nämlich  nicht mehr sauber bekommen.
Die Erkenntnis: die Emulsion von Impossible Project ist sehr viel zarter als die Emulsion, die Polaroid für ihre Trennbildfilme verwendete und die richtigen Pinsel bekommt man nicht im Bürobedarfsladen um die Ecke.

Gleichzeitig begann die  Jagd nach dem richtigen Papier. Da das Papier nass gemacht werden muss, um diesen Hauch von Emulsion aufzubringen, ist es wichtig, dass es sich nicht auflöst. Außerdem sollte es sich ja auch mit der Emulsion verbinden, denn nachträgliches Kleben funktioniert nicht. Klebstoff frisst Kunstwerk.

Bis alle Hürden genommen waren, ging ein Sofortbild nach dem anderen den Weg in den Mülleimer.
Zusammen mit Spürsinn habe ich versucht, getestet, gemacht, getan, geflucht, gelernt, gerätselt und gejubelt. Und jetzt ist es geschafft.

Ich habe wunderbare Pinsel, die genau nach meinen Anforderungen hergestellt wurden und ich habe zwei Sorten Papier, die sich mit der Emulsion verbinden und nach dem Trocknen auch wieder glatt werden. Hach.

Klick macht big

Film: PX100
Kamera: Polaroid 2000
Motiv: Leuchtturm Pilsum
Papier: Smooth White
Pinsel: Lift it

mehr Information bei Spürsinn


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Ich mach die Flattr

Dienstag, 18. Mai 2010

Ab sofort könnt ihr mir monetär huldigen :)

Und auch ich kann Euch monetär huldigen, denn ich habe mich bei Flattr angemeldet.
Die Idee, die dahinter steckt, ist recht einfach und dazu wunderbar an einem Kuchenbeispiel erklärt.
Stell Dir vor, Du hast Geburtstag und teilst Deinen Geburtstagskuchen mit Deinen Gästen, im besten Fall den Menschen, die Du magst. Wenn Du 10 Gäste hat, bekommt jeder ein Zehntel des Kuchens, hast Du 100 Gäste, dann bekommt jeder ein hundertstel des Kuchens. So funktioniert auch Flattr.

Ich habe dort ein Konto eröffnet und einen kleinen Euro-Betrag über Paypal eingezahlt. Das ist mein Kuchen. Jedes Mal, wenn ich einen Blogbeitrag lese, der mir so gut gefällt, dass ich ein Stück Kuchen dafür geben möchte, kann ich, vorausgesetzt, der Blogbeitrag hat einen Flattr-Button, ein paar Cent Krümel von meinem Kuchen ‘rüberschieben. Umgekehrt funktioniert es natürlich genau so.

Natürlich sind schon die ersten Stimmen laut geworden, die diese Idee für nicht zielführend halten, die unter anderem meinen, dass nur die Blogbetreiber Kuchen bekommen, die auch schon so immer Kommentare und Werbeeinnahmen kassieren… warum aber auch nicht? Hinter der Bloggerei steht meist ein ganzer Hübbel Arbeit, und diese Arbeit kann man doch honorieren, wenn man sie für gut befindet? Ich habe in der Hand, wem ich gezielt von meinem Kuchen abgebe. Und wenn ich für mich beschließe, dass ich die Krümel nicht an die Werbeblogger und an die Pressemitteilungsabschreiber verteilen will, dann kann ich das. Und das finde ich gut.

Monetäres Lob kann auch wunderbar motivieren. Mit Sicherheit ist Flattr nicht der ultimative Weg, zu Reichtum zu kommen, aber dieses Social-Micropayment-Tool kann vielleicht auch dazu beitragen, dass an der ein oder anderen Stelle wieder ein bisschen mehr Qualität gebloggt wird? Wer weiß?

Ich finde die Idee jedenfalls gut und werde sie ausprobieren.

Nachtrag: Natürlich funktioniert flattrn auch mit Bildern! Und natürlich nicht nur in Blogs sondern auch auf jeder anderen Seite, vorausgesetzt, der Betreiber ist auch bei Flattr angemeldet und hat seinen Butoon eingebaut! (Danke an Jens)

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PX 100, SX-70 und ich

Freitag, 23. April 2010

Und es begab sich zu der Zeit dass mutige Mannen nach Enschede zogen, in dunklen Ecken alchemistisch zu werkeln begannen,  altehrwürdige  Maschinen wieder ins Leben und Laufen brachten, einzig mit dem hehren Ziel neue Filme für die legendären Kameras der Kunst- und Sofortbildszene zu schaffen.

Und plötzlich war es so weit. Ich hielt ein Testpäckchen des PX 100 First Flush in den Händen und ich gestehe, anfangs habe ich mich davor gedrückt, die SX-70 damit zu laden.
Die Diskussionswellen im weltweiten Netz schlugen zu diesem Zeitpunkt schon sehr hoch. Auf der einen Seite wurde von einer Sensation gesprochen, auf der anderen von Verarschung der Käufer. Dazwischen gab es recht wenig Stimmen. Und wie es so ist mit dem menschlichen Hirn, die negativen Aussagen haften besser und länger…. ich war also voreingenommen und misstrauisch.
Als dann der Trout am Wochenende kam, haben wir uns einfach gemeinsam über alle Vorurteile hinweg gesetzt und die SX-70 mit dem Film beladen. Ich habe alle Warnungen und Mutmaßungen aus meinem Kopf gekehrt, bin auf den Balkon gegangen und habe in grell strahlendem Sonnenschein mit Normaleinstellung das erste Bild gemacht. Das Geräusch der Kamera, die mit ihrem so typischen Surren das Sofortbild ausspuckt war bereits ein erstes Highlight.

Das Bild allerdings kann ich Euch nicht zeigen, aus der Kamera kam nichts, was man guten Gewissens als Bild bezeichnen könnte. Was sich dort schemenhaft und leicht sepiagetönt  in meiner Hand jedoch abzeichnete, erzählte ganz klar eine kleine Geschichte.
“Ich bin eine kleine Mimose. Wenn Du mich draußen bei hellem Sonnenschein einsetzen willst, dann achte darauf, dass Du die Belichtung nicht in den Schatten nimmst. Sei nach dem Auslösen nicht so neugierig, ich bin nicht,  wie meine Vorgänger in den Werbespots immer behaupteten, bereit mein Ergebnis sofort zu zeigen. Beweise mir Deine Geduld und steck mich gleich an einen dunklen Ort, am besten für die ersten zwei, drei Minuten, damit meine Chemie die Chance hat, ungestört ihr Werk zu tun. “

Gut. Also der nächste Versuch an der offenen Balkontür, die Einstellung an der Kamera wieder auf normal.

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Klick macht big

Aha. Es geht also doch. Ich begann den Film zu mögen. Ihr mögt jetzt sagen, dass das Bild unscharf, verfusselt und überstrahlt erscheint – ich mag diese Unschärfe, ich bearbeite keine Pola-Scans und ich finde diese Lichtsäume ganz zauberhaft.

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Klick macht big

Natürlich hat es mich nach diesen Ergebnissen wieder raus auf den Balkon getrieben, es musste doch möglich sein, auch im strahlenden, gleißenden Licht ein Bild hervorzuzaubern! Die Hell/Dunkeleinstellung an der SX-70 habe ich hier 4 Striche nach dunkel gedreht.

px100_04webKlick macht big

Die schwarzen “Flecken am oberen Bildrand sind Schatten von einem einsamen Socken und einer Mütze auf der darüberhängenden Wäscheleine ;)

Nun hatte es den Trout gepackt, für die nächsten zwei Bilder habe ich ihm die Kamera überlassen.

Die letzten beiden Bilder sollten dann mit etwas mehr Bedacht und ein bisschen mehr Inhalt gestaltet werden. Mein Wochenendbesuchsmodell war zu allen Schandtaten bereit und hüpfte in die Badewanne, über der das Fenster ist. Die Hell/Dunkel-Einstellung habe ich hier wieder auf Normalposition gedreht.

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Klick macht big

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Klick macht big

Fazit: Der PX 100 ist ein Film, der sich lohnt. Er hat einen ganz eigenen und speziellen Bildausdruck, trotzdem trägt er die Handschrift des Fotografen. Obwohl wir hier über einen Sofortbildfilm reden, darf man nicht hektisch und unbedacht mit ihm umgehen. Ich habe bei allen hier gezeigten Aufnehmen das Bild sehr schnell in einer dunklen Innentasche meiner Jacke verschwinden lassen. Obwohl ich mir wirklich etwas bescheuert vorkam, mit einer Jeansjacke im Badezimmer zu fotografieren, es hat sich gelohnt. Der Film mag diffuses Licht, man kann ihn aber auch im strahlenden Sonnenschein verwenden, wenn man einfach daran denkt, die Helligkeit ein wenig an der Kamera herunter zu regeln. Sinnvoll ist es für diesen Fall auch, den Ausgabeschlitz an der Kamera abzuschatten. Ich habe einfach das Vorblatt mit einem Klebestreifen über dem Ausgabeschlitz befestigt, das Bild kam also wie unter einem Sonnenschirm aus dem Schlitz um dann in die Innentasche meiner Jacke zu wandern.

Ich habe hier den “First Flush” getestet. Am Wochenende bekomme ich hoffentlich ein Testpäckchen der zweiten Charge, die ein wenig verbessert werden sollte – wir werden sehen.
Aufgrund meiner Erfahrungen bietet Spürsinn den PX 100 von Impossible mit einem lichtdichten Beutel an, der jedem Film bei liegt, es hat ja nicht jeder eine Jeansjacke mit großen Innentaschen ;)


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Boxenluder

Donnerstag, 20. August 2009

Sie schaute mich an, zwinkerte mir zu und ich konnte ihr nicht widerstehen. Sie durfte mit. Im Auto hatte sie den Platz auf meinem Schoß, sie wurde begutachtet, gestreichelt und schmiegte sich in meine Hände, einen Platz in meinem Herzen hatte sie in Windeseile erobert.

So gut sah sie eigentlich nicht mehr aus. Ein bisschen blind, ein bisschen rostig, staubig und abgegriffen. Nichts, was man nicht mit ein bisschen liebevoller Pflege und ein paar geheimen Mittelchen wieder hinbekommen könnte. Nach der Behandlung durch die kundigen Hände des Lieblingsmenschen erstrahlte sie in neuem Glanz. Sogar ihre Typbezeichnung, zart in das  schwarze Leder geprägt, ist wieder sichtbar geworden.

Der volle Name meines neuesten Mädchens lautet:

Zeiss Ikon Box-Tengor (I) 54/2

Das alte Mädchen hat mich ganz schön schwitzen lassen, denn eine Box, an der man etwas einstellen kann, hatte ich noch nie.

Gebaut in den 30er Jahren verfügt sie über die Möglichkeit, 3 verschiedene Entfernungen (1-2m, 2-8m, 8 bis unendlich) und drei Blenden (f11, f16, f22) einzustellen! Also wieder ein Schätzchen, mit dem man üben kann, Entfernungen abzuschätzen.

Also habe ich die alte Dame mit einem Universal 200 geladen und bin letzte Woche früh am Morgen mit ihr losgezogen. Einen Belichtungsmesser habe ich verweigert – wo kommen wir denn da hin, Boxfotografie und Belichtungsmessung? Entweder das Licht reicht oder das Licht reicht nicht. Zumindest war ich es so von meinen anderen Boxkameras gewohnt.

Vom Ausflug zurück wurde der Film gleich gebadet. Historische Kamera, kreativer Ausflug – also war der neue Spürsinn-Entwickler “Spürsinn HCD” die erste Wahl.

Und was kommt dabei heraus, wenn man mit einer noch unbekannten, über 70 Jahre alten Box mit Einstellungsmöglichkeiten loszieht und den belichteten Universal 200 in Spürsinn HCD im Verhältnis 15+1 bei 22 Grad Celsius und 12 Minuten Standentwicklung badet?

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Alle Bilder werden größer, wenn man sie anklickt :)

Hier findet man übrigens das Datenblatt zu dem Entwickler – die Leute von Spürsinn sind sehr an Euren Erfahrungen interessiert!


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Bedient Euch

Freitag, 26. Juni 2009

Die Urheberrechtsdiskussion und auch das ausführliche Telefonat mit einem Piratenkapitän haben mich auf die Idee gebracht, auszuprobieren, ob Menschen tatsächlich, wie an so vielen Fronten erklärt, bereit sind, für Fotografie im Internet zu zahlen.

Ich stell Euch jetzt an dieser Stelle ein Bild in einer ordentlichen Auflösung unter CC Lizenz zur Verfügung,  das man auf A4 mit einem handelsüblichen Tintendrucker auf Fotopapier ausdrucken kann. Also ein echtes Bild. Auf meine Signatur müsst ihr in diesem Fall verzichten, aber ich denke, das kann man verschmerzen.

Ihr dürft dieses Bild für Eure private Verwendung herunterladen und auch ausdrucken. Ihr entscheidet, was es Euch wert ist und wenn ihr bereit seid, dafür zu zahlen, dann benutzt den PayPal-Button oder schickt eine Mail an tilla[punkt]pe[ät]gmx[punkt]de – ich würde Euch dann meine Kontoverbindung mailen.

In ein paar Wochen lasse ich Euch wissen, wie oft das Bild heruntergeladen wurde und wie viele Menschen beschlossen haben, es monetär zu würdigen.

Es ist ein Experiment für mich und sicher auch für viele Fotografen.

Das Vorschaubild:

Spuren II - Vorschaubild

Dieses Bild steht unter folgender Creative Commons Lizenz 88x312

Die Datei ohne Passepartout und Signatur in einer druckfähigen Auflösung steht hier zum Download bereit.(3,8MB)

Und hier könnt ihr einen Betrag bezahlen, der Euch überlassen ist:

Ich bin gespannt :)
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Ende, aus, zappo und vorbei

Montag, 09. Februar 2009

Spaß hat es gemacht, für 48 Stunden Holgas über Twitter zu verkaufen :)
Und ich hätte nie gedacht, dass es tatsächlich funktioniert! Zahlreiche dieser Schätzchen sind für einen Supersonderpreis “über den Tisch” gegangen – ich bin begeistert.
Wenn ich nur meine Ivar-Regalteile auch so gut loswerden würde…

Das bedeutet jetzt aber nicht, dass es keine Holgas mehr gibt – es gibt sie nur eben nicht mehr bei mir, sondern drüben im Spürsinn-Laden.

Danke an alle, die meine penetrante Werbung nicht übel genommen haben ;)
Danke an alle, die zugeschlagen haben und damit bewiesen haben, dass Twitter Sinn macht. :)

Und denkt dran – ich will Eure Fotos sehen!

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