Nicht zuletzt dank des Kollegen Corwin von Kuhwede bin ich am letzten Sonntag doch noch dazu gekommen, Menschenfotografie zu betreiben. Ganz spontan bot er uns seine Location im schönen Leipzig an und lieferte auch noch ein ganz wunderbares Modell! Der Tag war sehr entspannt und voller Gespräche – das hat viel Spaß gemacht! Gerne wieder!!!
Zurück in Braunschweig stieg dann die Spannung. Hält der “Spürsinn DOM” immer noch was er bei den ersten Testentwicklungen versprach? Bringt er dieses wunderbare Korn, das ich seit Auslaufen des Rollei R3 so schmerzlich vermisse? Heute bringen die Filme ja bereits eine “Ich mach wie digital und hab ganz feines Korn”- Anmutung in ihrer Emulsion mit, die galt es natürlich zu knacken.
Eine Kamera wurde mit dem Ilford HP5 geladen, die andere mit dem Kodak Tri-X 400. Von letzterem versprach ich mir ja schon ein gehöriges “Wumms” an Korn und siehe da, es kam!
Klick macht wie immer big
Aber auch der HP5 ließ sich nicht lumpen und servierte mir ein vornehmesKorn!
Klick und so – na, ihr wisst schon
Ich bin sehr zufrieden.
Gelogen.
Ich bin total begeistert!
In der Anwendung will er ein bisschen mehr Aufmerksamkeit als der “HCD new”. So liebt der DOM frischen Fixierer und steht ziemlich auf Stoppbad. Warum das so ist, steht drüben im Spürsinn-Blog. Dort finden sich auch die bereits ausgetesteten Entwicklungszeiten.
Ich beschäftige mich ja nun auch schon etwas länger mit analoger Fotografie.
Allerdings habe ich um das Thema Farbfilter in der Schwarzweiß-Fotografie immer einen eleganten Bogen geschlagen. Der Grund dafür ist relativ einfach. “Willst Du Drama in den Wolken, dann nimm ‘nen Rotfilter” war alles, was ich mir tatsächlich merken konnte und ich fotografiere eigentlich so gut wie nie Wolken. Für ein Shooting im Schnee habe ich meiner Kiev mal einen Orangefilter gegönnt. Und für meine Rolleiflex habe ich diverse Filter (die sich in den Umzugskartons versteckt haben, wie aufmerksame Verfolger schon mitbekommen haben). Der Lieblingsmensch hat schon öfter versucht, mir das Filterthema nahe zu bringen, aber es hat nie gefruchtet. Was sicherlich nicht an der Erklärbärqualität des Lieblingsmenschen liegt, das kann er schon ganz gut. Nein, ich denke, ich muss bestimmte Erklärungen einfach einsickern lassen und mich quasi im stillen Kämmerlein damit befassen, damit das Thema Wurzeln schlagen kann. Und das Thema sollte möglichst wenig mit Rechnen zu tun haben.
Nun ist es so, dass man bei der Benutzung von Farbfiltern rechnen muss. Nicht viel, zugegeben, aber rechnen. Und Rechnen liegt mir einfach nicht. Deswegen das elegante Umschiffen und die grandiose Vergesslichkeit beim Thema “Farbfilter in der analogen Schwarzweiß-Fotografie”.
Der Lieblingsmensch konnte das nicht mehr mit ansehen und hat sich hingesetzt und ein kleines Buch verfasst. Und weil wir ja so schön zweinullig sind, ist es ein E-Book geworden.
Natürlich wünsche ich ihm zahlreiche Downloads, das Ding kostet immerhin 5,99 Euro und da kommt vielleicht die ein oder andere Pizza oder gar der ein oder andere neue Filter für ihn dabei heraus.
Es ist aber auch tatsächlich so, dass ich das Thema plötzlich begriffen habe. Und selbst die Rechnerei schreckt mich nicht mehr ab – es ist nämlich gar nicht so schwer, wenn man es erstmal begriffen hat. Und deswegen lege ich das Werk allen ans Herz, die bisher auch einen großen Bogen um Farbfilter geschlagen haben.
Cyanotypie lässt mich nicht mehr los. Zu faszinierend finde ich die Möglichkeiten und Varianten, die mir bei diesem Edeldruckverfahren zur Verfügung stehen. Ich durchforste meine Negative nach geeigneten Bildern, die ich groß und blau haben will.
Ich habe ja schon erzählt und gezeigt, wie ich Negativstreifen in die Sonne gelegt habe. Grundsätzlich ist das eine schicke Sache, auf Dauer allerdings unbefriedigend und für meinen Geschmack definitiv zu klein. Ich wollte größer. Die meisten meiner Negative liegen mir in digitaler Form vor, zumindest immer dann, wenn ich zum Scannen komme.
Die ersten Versuche, ein digitales Bild zu vergrößern und auf einen Träger zu bekommen, der mir das Negativ ersetzt, fanden auf einer Folie statt, die ich durch den Tintenpinkler Tintenstrahldrucker geschickt habe. Nichts für mich, da die Folie unbedingt noch recht lange trocknen muss, ehe man sie verwenden kann. Dafür bin ich viel zu ungeduldig. Mal ganz abgesehen davon, dass das ein sehr teures Vergnügen ist und die Ergebnisse mich nicht wirklich überzeugt haben.
Der nächste Versuch fand mit einer Art Butterbrotpapier statt, das uns unser Papierhersteller genau zu diesem Zweck zum Testen schickte und siehe da, der Ausdruck war sofort trocken, das Ergebnis ganz wunderbar, das Papier hat den Test bestanden und wird als “Spürsinn BluePrint” ins Programm aufgenommen.
Ich hatte mir absichtlich ein sehr kontrastreiches Negativ ausgesucht und in einem Bildbearbeitungsprogramm die Gradationskurven etwas steil angezogen. Dann die ganze Geschichte invertiert und passend für ein DIN A4 Blatt “Noble Vat Large” skaliert.
Das Ganze wurde mit einem stinknormalen HP Photosmart D5460 auf “Spürsinn BluePrint” ausgedruckt. Bereits ein paar Stunden vorher hatte ich ein “Noble Vat” in DIN A4 mit der Emulsion für Cyanotypie beschichtet. Fräulein Ungeduld saß mir auf der Schulter, deswegen war das beschichtete Papier noch nicht 100% trocken als ich es aus dem dunklen Karton holte und zusammen mit dem neu geschaffenen “Negativ” zwischen zwei Glasplatten legte.
Der Sommer lässt uns ja gerade ein bisschen im Stich, gepriesen sei also die elektrische Sonne 8 Minuten Belichtung vor dem Gesichtsbräuner, dann das übliche Prozedere. Stoppen, Wässern und zum Schluss das Zaubermittel Wasserstoffperoxid.
Klick macht big
Die “Flecken”, die ich bei diesem Bild als durchaus passend empfinde, sind entstanden, weil die Beschichtung noch nicht ganz durchgetrocknet war. Das Erscheinungsbild kann man also nicht nur durch die Wahl der Pinsel, mit denen man die Cyano-Chemie aufträgt und durch die Wahl des Papiers beeinflussen. Da gibt es noch viele andere Möglichkeiten, mit denen man herumspielen kann
Spannend ist, dass man mit diesem Verfahren auch Bilder, die rein digital entstanden sind, verarbeiten kann.
Einen Workshop dazu gibt es auch, noch sind ein paar Plätze für den 14. August frei.
Wer schon immer mal wissen wollte, wer diese Tilla eigentlich ist und ob die im echten Leben auch so viel redet wie auf Twitter, der hat bald die Gelegenheit, mal ganz genau hin zu schauen und zu hören.
Zusammen mit Spürsinn findet man mich am 5. und 6. Juni beim Fine Art Forum in Paderborn.
Wir werden viele Filme mitbringen, die man selbstverständlich käuflich erwerben kann, und auch die ein oder andere Überraschung. Man kann uns löchern und ausfragen, etwas lernen und wenn ihr wollt, bringe ich auch zwei, drei Polaroidkameras mit
Sonst noch was? Die “Ich wünsche mir”-Artikel bitte in die Kommentare, Bestellungen zum Abholen bitte per E-Mail direkt an Spürsinn. Danke
Die Spielkinder, die Fans, die Begeisterten, die Ausprobierer, die Kreativen und die Verrückten feiern diesen Frühling die erste ‘Roid Week in 2010 vom 03.05. bis 07.05.2010!
Eingeladen sind alle Liebhaber des Sofortbildes in diesen 5 Tagen jeden Tag zwei Bilder in die Flickr Gruppe zu laden, die noch nicht auf Flickr veröffentlicht wurden. Erlaubt ist alles, was Sofortbild ist.
Mich hat der Polaroid-Virus ja schon seit ein paar Wochen gepackt, deswegen werde ich in diesem Frühjahr natürlich dabei sein Mit am Start habe ich:
die SX-70 Model 2
die Polaroid 1000 (das günstige Consumer Modell zur SX-70, wurde auch unter dem Namen “One Shot” vertrieben)
die Polaroid 2000
die Polaroid 5000
Alle Modelle funktionieren mit dem neuen Film von Impossible Project, dem PX 100 Silver Shade, der seit 25.03.2010 auf dem Markt ist.
Außerdem wirdbei mir diese Woche noch eine
Polaroid 636 Close up
einziehen, die mit dem PX 600 von Impossible geladen werden kann oder mit dem klassischen Polaroid 600, den es speziell für diese ‘Roid Week und nur für ein paar Stunden bei Spürsinn gibt.
Und weil Sofortbild für mich eine so faszinierende Angelegenheit ist, werde ich meine Polaroid Land 320 auch noch mit einem frischen Pack Fuji FP100C laden. Dann kann ja nichts mehr schief gehen ….
Die letzten Wochen und Monate waren für mich mehr als anstrengend. So konnte ich lange nicht mit freiem Geist fotografieren. Am Wochenende bin ichallerdings schon mit zwei Polas in der Tasche durch Braunschweig gezogen, weil ich den fehlerbehafteten PX 100 ausprobieren wollte, und ich merkte ganz schnell, wie die Lust am Fotografieren und der freie Raum im Kopf fürs Fotografieren wieder zurück kamen. Schon deshalb liebt mein inneres Spielkind diese Art der Fotografie!
Bei den Spürsinnern in Braunschweig gibt es, quasi um die Ecke, einen griechischen Imbiss.
Wenn ich bis dahin “Imbiss” und “griechisch” gehört habe, hatte ich immer das Bild von einem leicht schmuddeligen Ambiente vor Augen. Versteht mich nicht falsch, ich liebe Fastfood, ich stehe auf Gyros, Döner und Co, aber Essen im Stehen hat für mich auch immer etwas mit dem Mangel an Sitzgelegenheiten bzw. der Aversion, meinen Jackenärmel in den Ketchup vom Vorgänger zu legen zu tun.
Und jetzt habe ich einen Lieblingsimbiss in Braunschweig. Klein, aber mit einem wunderbaren Ambiente, einer ganz zauberhaften Besitzerin und einem Tzatziki, der seinesgleichen sucht.
Da ich nicht in Braunschweig residiere, komme ich leider nur sehr selten in den Genuss, die täglich wechselnde Tageskarte von Montag bis Freitag zu genießen, die aufgestellte Tafel zeigt mir dann am Besuchs-Wochenende, was ich verpasst habe. Vielleicht ist das auch gar nicht so schlecht, denn bereits die Standardkarte verursacht bei mir schon diese typischen Entscheidungsschwierigkeiten, unter denen ich regelmäßig leide, wenn ich eine Speisekarte vor die Nase bekomme.
Neben Gyros, Gyros Creme de Cassis, Gyros Metaxa, Gyros überbacken und den diversen Pita findet man auf dieser Karte auch Currywurst (250g), diverse Schnitzelschweinereien, gefüllte Blätterteigtaschen, Salatvariationen, Schafkäseleckereien, Fisch, Nudeln und Hamburger. Das Ganze wird serviert auf feinstem Porzellan und mit echtem Besteck.
Ein paar Eindrücke:
Klick macht big
Also: Falls es Euch in die Gegend verschlägt, esst ein Gyros Metaxa für mich
Nachdem jetzt endlich der Nightbird auch als Rollfilm verfügbar ist, wollte ich ihn selbstverständlich testen. Diverse Erfahrungen mit dem Kleinbildfilm haben mir ja schon gezeigt, dass der Nightbird trotz seines Namens sehr sehr lichthungrig ist und der Frühling mit seinem schönen Licht ließ dieses Jahr nun wirklich auf sich warten.
Eines Morgens, auf dem Weg von A nach B kam dann plötzlich die Sonne als hellgelber Ball hinter den Bäumen hervor, ich also nix wie angehalten, die Rolleiflex mit einem Nightbird Rollfilm beladen und raus auf die Wiese.
Es war bitterkalt, bestimmt noch viele Minusgrade, so gefühlt um die 30 und der Wind pfiff. Bereits nach der ersten Aufnahme hatte ich das Gefühl, meine Finger gehören nicht mehr zu mir, nach der fünften Aufnahme habe ich dann aufgegeben und bin zurück ins warme Auto gehuscht. Die Sonne war dann übrigens auch wieder weg.
Ich bilde mir ja so einiges auf mein Gedächtnis ein, aber hier überkam mich tatsächlich das Gefühl, aufschreiben zu müssen, mit welchen Einstellungen ich die Bilder gemacht habe. Die Rolleiflex hat ja keine Exifs
Ich habe immer eine Kladde dabei. Für Notizen, Adressen, Telefonnummern, Ideen…. schön dick und mit karierten Seiten in DIN A 5. Aber als ich sie aus der Tasche wühlen wollte, lieferte sie sich erst einmal eine innige Umarmung mit einem Haarband und wollte dann auch nicht anstandslos am Reißverschluss vorbei. Mich überkam mal wieder die Sehnsucht nach einem kleineren, praktischeren Hilfsmittel. Und da ich kein EiPhone besitze und mich auch gar nicht auf die elektronische Aufbewahrung meiner Gedankenschübe verlassen mag (ich halte es da mit Goethe: “Denn was man schwarz auf weiß besitzt, kann man getrost nach Hause tragen”) sinnierte ich auf der Weiterfahrt über die Anschaffung eines Kritzelzubehörs.
Es gibt sie, die Notizbücher in allen Formen, Farben und Ausführungen. Spätestens seit Moleskine die kreativen Geschichten über ihre kleinen, billigen Papierwerke in die Landschaft gehauen hat, kennt jeder die Macht von beschriebenen oder auch unbeschriebenen Seiten in der Hosentasche. Nur: Die meisten dieser Büchlein sind mit Papier gefüllt, das nicht tintenfest ist. Und ich schreibe doch so gern mit einem meiner zahlreichen Füller. Ich finde, Ideen müssen fließen wie Tinte. Wichtiges wird bei mir also immer mit Tinte festgehalten. Und letztendlich ist alles wichtig, was ich auf Papier festhalten will.
Ich habe mich umgeschaut und wurde fündig. Es gibt sie tatsächlich, die hochwertigen und dennoch nicht teuren Notizbücher! Und ich konnte Spürsinn überzeugen, sie mit in ihr Sortiment aufzunehmen.
Für den Anfang, die Hosentasche und meine Exkursionen werde ich also von der unhandlichen Kladde auf den karierten Reporterblock umsteigen.
Bilder vom Nightbird gibt es erst später. Der Film ist noch nicht voll, die Sonne noch sehr zögerlich und die Motive fallen mich auch noch nicht so richtig an. Aber wenn es dann Bilder gibt, kann ich Euch dazu auch die “Exifs” liefern – denn ich habe sie notiert!
ich habe kein Interesse an Eurem Angebot. Ich fotografiere analog und mache weder für Digitalkameras noch für Digitalkamerabücher Werbung. Ich habe mein Auskommen, wie ihr seht, habe ich keine Banner, keine Werbung, keine Adwords, kein Amazon oder eine ähnliche Pest geschaltet und so soll es auch bleiben. Also spart Euch die Mühe so zu tun, als hättet ihr mehr als eine Zeile gelesen und als sei mein Blog das Beste, Schönste, Passendste und Interessanteste, was Euch je auf den Bildschirm gelangt ist. Ab sofort werde ich eine Belästigungsblacklist führen und am Ende des Jahres mache ich dann "Werbung" für Euch - ich bin es nämlich Leid, diese permanenten Anbiederungsmails in meinem Postfach zu finden.
P.S. Das gilt natürlich auch für alle anderen, die versuchen, mich für ihre Werbung einzuspannen.