Bequeme Kritzeleien
Mittwoch, 17. März 2010Nachdem jetzt endlich der Nightbird auch als Rollfilm verfügbar ist, wollte ich ihn selbstverständlich testen. Diverse Erfahrungen mit dem Kleinbildfilm haben mir ja schon gezeigt, dass der Nightbird trotz seines Namens sehr sehr lichthungrig ist und der Frühling mit seinem schönen Licht ließ dieses Jahr nun wirklich auf sich warten.
Eines Morgens, auf dem Weg von A nach B kam dann plötzlich die Sonne als hellgelber Ball hinter den Bäumen hervor, ich also nix wie angehalten, die Rolleiflex mit einem Nightbird Rollfilm beladen und raus auf die Wiese.
Es war bitterkalt, bestimmt noch viele Minusgrade, so gefühlt um die 30 und der Wind pfiff. Bereits nach der ersten Aufnahme hatte ich das Gefühl, meine Finger gehören nicht mehr zu mir, nach der fünften Aufnahme habe ich dann aufgegeben und bin zurück ins warme Auto gehuscht. Die Sonne war dann übrigens auch wieder weg.
Ich bilde mir ja so einiges auf mein Gedächtnis ein, aber hier überkam mich tatsächlich das Gefühl, aufschreiben zu müssen, mit welchen Einstellungen ich die Bilder gemacht habe. Die Rolleiflex hat ja keine Exifs
Ich habe immer eine Kladde dabei. Für Notizen, Adressen, Telefonnummern, Ideen…. schön dick und mit karierten Seiten in DIN A 5. Aber als ich sie aus der Tasche wühlen wollte, lieferte sie sich erst einmal eine innige Umarmung mit einem Haarband und wollte dann auch nicht anstandslos am Reißverschluss vorbei. Mich überkam mal wieder die Sehnsucht nach einem kleineren, praktischeren Hilfsmittel. Und da ich kein EiPhone besitze und mich auch gar nicht auf die elektronische Aufbewahrung meiner Gedankenschübe verlassen mag (ich halte es da mit Goethe: “Denn was man schwarz auf weiß besitzt, kann man getrost nach Hause tragen”) sinnierte ich auf der Weiterfahrt über die Anschaffung eines Kritzelzubehörs.
Es gibt sie, die Notizbücher in allen Formen, Farben und Ausführungen. Spätestens seit Moleskine die kreativen Geschichten über ihre kleinen, billigen Papierwerke in die Landschaft gehauen hat, kennt jeder die Macht von beschriebenen oder auch unbeschriebenen Seiten in der Hosentasche. Nur: Die meisten dieser Büchlein sind mit Papier gefüllt, das nicht tintenfest ist. Und ich schreibe doch so gern mit einem meiner zahlreichen Füller. Ich finde, Ideen müssen fließen wie Tinte. Wichtiges wird bei mir also immer mit Tinte festgehalten. Und letztendlich ist alles wichtig, was ich auf Papier festhalten will.
Ich habe mich umgeschaut und wurde fündig. Es gibt sie tatsächlich, die hochwertigen und dennoch nicht teuren Notizbücher! Und ich konnte Spürsinn überzeugen, sie mit in ihr Sortiment aufzunehmen.
Für den Anfang, die Hosentasche und meine Exkursionen werde ich also von der unhandlichen Kladde auf den karierten Reporterblock umsteigen.
Bilder vom Nightbird gibt es erst später. Der Film ist noch nicht voll, die Sonne noch sehr zögerlich und die Motive fallen mich auch noch nicht so richtig an. Aber wenn es dann Bilder gibt, kann ich Euch dazu auch die “Exifs” liefern – denn ich habe sie notiert!













