Nein, diese Nase!
“Du wegen der Fotos, kann ich die erst sehen? Ich mein, Du warst schon recht nah dran und wenn man da dann so die Poren sieht und meine Nase, meine Nase, die kann ja so nun auch nicht bleiben, nä?”
Der Mann, der mit diesem Ansinnen auf mich zu kam, war einer der Stars der fantastischen Veranstaltung, die ich gestern Abend besucht habe. Ein charmantes Nordlicht, durchaus. Mir tat es ja auch gut, mal wieder den Dialekt der Heimat klingen zu hören. Aber seine Nase bleibt so. Er hat schließlich keine Penisnase. Oder gar Hodenohren. Eigentlich sollte er froh sein, überhaupt eine Nase sein eigen zu nennen, schließlich gibt es ja auch Lebewesen ohne Nase.
Das dies so ist, weiß ganz genau ein weiterer Star des Abends. Eben dieser weiß auch, wie man James Last auf den Weg zur Glückseligkeit bringt und dass man Frauen nicht vor dem Traualtar schlägt. Weise Worte von einem, der bereits in früher Jugend lernte, sich mit Hilfe des Kamasutras selbst zu verteidigen.
Böse Zwitscherstimmen behaupteten im Vorfeld der Veranstaltung, dass der dritte im Bunde nicht zu ebendieser käme, weil Ginsheim nicht ausreichend fliegende Ratten zur Darstellung seiner Kunst böte. Weit gefehlt – er war da. Trotz Ausweisung aus Klein-Mettner. Trotz ZDF und Herrn und Frau Schwattmann. Trotz misslungenem Ausflug in die Gefilde blutrünstiger Psychopathen. Er war da und meisterte bravourös die ihm auferlegte Aufgabe. Ich bin sicher, bliebe er noch ein wenig in dem beschaulichen Städtchen, das man auch die Perle der Toskana zu nennen pflegt, dann würde es bald keinerlei Probleme mehr mit fliegendem Unrat geben. Egal ob aus Federwerk oder Blech.
Die Krönung des Abends war jedoch der überraschende Auftritt der “Trois Roberts” – diese Brillianten der musikalischen Unterhaltungskunst überstrahlten gar den sanften Glanz der Perle der Toskana. Die weibliche Bevölkerung strömte aus den Gassen herbei, in Negligé und Kittelschürze, in Puschen und Pömps, euphorisch kreischend oder vor Glück leise schluchzend belagerten sie die Protagonisten, die sich diesem gewaltigen Freudentaumel erst nach etlichen Zugaben und im Schutz beeindruckender Leibwächter mit dem Hubschrauber entziehen konnten.
Durch diesen bezaubernden Abend führte die von uns allen hoch verehrte FrauvonWelt, die eigentlich gar nichts hätte sagen müssen. Ihre anmutige Präsenz verleitet in jeder Ausprägung und Lebenslage die Herren zu Avancen und würden ihr, wäre sie nicht FrauvonWelt, ein himmlisch rosarotes Paradies auf Erden bescheren.
Zurück zur Nase. Wer “Mr. Susanna 1993″ wurde, der hat genau die richtige Nase. Da wird nichts verändert. Basta.
Tags: 6 Herrengedecke und ein Sessel aus Plüsch, Ginsheim, Kultur, Lesung, Literatur, Perle der Toskana

16. November 2008 at 17:56
Seufz.
16. November 2008 at 18:10
Dann bin ich ja mal gespannt…
16. November 2008 at 19:12
Hey Tilla,
mal eben nebenbei bemerkt: du bist mir sehr sympathisch!
16. November 2008 at 19:15
Tschä Michi…. wie laut willst Du erst seufzen, wenn die Bilder da sind?
Herr Olsen, ich auch. Tatsächlich!
Sabine, Sie sehen mich erröten! Wahrlich
16. November 2008 at 19:28
[...] (little wombat, kaal, finja, phil, mulan, herr trout und die immer wieder gerne getroffenen olsens, tilla pe und all die anderen – vielen dank fürs erscheinen. ich hoffe, sie haben es nicht [...]
16. November 2008 at 22:20
war wunderbar! war ganz wunderbar!
16. November 2008 at 23:01
6 HERRENGEDECKE und ein Sessel aus Plüsch: Live…
Hätte Sinem nicht in höchster Not ein Telegramm gesendet, wäre ich wahrscheinlich bis zum Schluss geblieben. So aber musste ich das Terrain vorzeitig verlassen und mit Blaulicht und Martinshorn zu ihr eilen. Sie: völlig aufgelöst wegen ihres anger…
16. November 2008 at 23:34
Verflixt. Wäre ja gern gekommen. Aber leider ging’s ja nicht. Und das, wo meine Stimme zurzeit erkältungsbedingt anderthalb Oktaven unter der von Barry White schnurrt…
17. November 2008 at 08:42
Die Lesung “6 Herrengedecke und ein Sessel aus Plüsch”…
Plötzlich waren Sie alle da. Das Haus voll, die Plätze belegt, die Stimmung großartig. FrauvonWelt tritt an, ein Buch in der Hand, ein Kloschild an der Tür. Herr Grob legt vor, das Publikum ab, der Salon wird heiß, Herr Grob immer besser, FrauvonW…
17. November 2008 at 09:42
Aber nicht doch! Da werde ich ja gleich auch rot…
17. November 2008 at 10:37
Hach. (Wie oft denn noch heute?!)
17. November 2008 at 12:07
na, dann war ja fix was los im binnenland
17. November 2008 at 13:43
Wie bitte? Ich war auch da? Das kann nicht sein! Das war nicht ich. Ich habe zu dieser Zeit an mir rumgespielt. Und zwar 700 km entfernt. Das muss ein Tiefstapler gewesen sein. Oder ein Taubenvergrämerimitator. Hat er denn gestunken?
17. November 2008 at 16:59
Herr Juf, Sie waren mindestens achtfach da, so oft wie Sie mir Guten Abend gesagt habe.
17. November 2008 at 21:22
[...] Finja (Schön, dass Sie da waren. Ich hoffe, Sie haben der Frau Mama nichts Negatives erzählt?!) – Tilla Pe (Ach Mensch, ich kokettiere doch nur! Aber sollte ich mit dem Zinken mal zu Mang – dann ist es Ihre [...]
18. November 2008 at 18:17
Herr Schneck – dem kann ich nur beipflichten – ich zehre immer noch!
Ole, das musste jetzt aber nicht sein, nicht wahr? Mit einer solchen Stimme hätten Sie am End noch den Herrn Vaudeville überflügeln können? Hätten Sie? Aber nicht doch!
Sabine – gut, dann laufen wir jetzt zu zweit ein wenig errötend durch die Landschaft. Das hat ja auch Charme, nicht wahr?
Johanna, bitte noch einmal, ja?
bernie – es war *hach* aber gewaltig! Manchmal ist Binnenland hachlastiger als Waterkant. Aber nur manchmal
Herr juf – wenn Sie das nicht waren, wer war es dann? In ganz Ginsheim keine Taube mehr – das können nur Sie gewesen sein. Es sei denn, Sie haben einen Konkurrenten?
Sehr verehrte FrauvonWelt, der wo da so häufig den Abend gewünscht hat, das war doch der Herr Winkelnsen. Der mit der Nase, sie erinnern sich?
15. März 2009 at 18:38
[...] geworden sind. Ich muss aber an dieser Stelle noch einmal ausdrücklichst betonen, wie sehr mir der Abend gefallen hat und allen Lesern dringlich das Buch, um das es ging, wärmstens ans Herz legen! Kauft [...]