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Fingerübungen

Donnerstag, 12. August 2010

Die Sache mit dem Emulsionslift lässt mich nicht mehr los.
Die ersten Ergebnisse entstanden noch mit unterschiedlichen Werkzeugen, begleitet von  lautem Fluchen und dem schmerzhaften Verlust etlicher Bilder, weil das unzureichende Werkzeug eben diese rettungslos zerstörte. Jetzt nähere ich mich einer Arbeitsweise, die richtig Spaß macht und den Ergebnissen, die ich haben will.

Aber von vorn.

Die Anfänge lagen im Gedanken  “es muss doch auch mit den Filmen von Impossible Project möglich sein”. Wer  nicht weiß, wovon ich rede, dem sei diese
wunderbare Anleitung als Video ans Herz gelegt. Es bringt ein bisschen nahe, was Emulsionslift eigentlich ist und wie man es ungefähr macht.
Allersings gibt es einen großen Unterschied zu dem, was ich in den letzten Wochen so getrieben habe: Im Video wurden Trennbildfilme von Polaroid benutzt.
Ich aber will ja Emulsionslifts mit Filmen von Impossible Project machen, und die sind Integralfilme, keine Trennbildfilme.
Die ersten Versuche des Liftens endeten in der Erschaffung komischer, braungrauer Klümpchen. Also zurück auf Start und alles noch einmal durchdacht und probiert.

Es ging los mit der Suche nach der richtigen Wassertemperatur. Zu heiß ist schlecht, weil man mit den Fingern hinein greifen muss, zu kalt führt dazu, dass sich die Emulsion nicht richtig löst.
Die ersten Versuchspinsel wurden der Brut aus dem Schulregal gemopst und erwiesen sich als störrisch und zerstörerisch. Mal abgesehen davon, dass man sie nur einmal benutzen konnte – dann hat man sie nämlich  nicht mehr sauber bekommen.
Die Erkenntnis: die Emulsion von Impossible Project ist sehr viel zarter als die Emulsion, die Polaroid für ihre Trennbildfilme verwendete und die richtigen Pinsel bekommt man nicht im Bürobedarfsladen um die Ecke.

Gleichzeitig begann die  Jagd nach dem richtigen Papier. Da das Papier nass gemacht werden muss, um diesen Hauch von Emulsion aufzubringen, ist es wichtig, dass es sich nicht auflöst. Außerdem sollte es sich ja auch mit der Emulsion verbinden, denn nachträgliches Kleben funktioniert nicht. Klebstoff frisst Kunstwerk.

Bis alle Hürden genommen waren, ging ein Sofortbild nach dem anderen den Weg in den Mülleimer.
Zusammen mit Spürsinn habe ich versucht, getestet, gemacht, getan, geflucht, gelernt, gerätselt und gejubelt. Und jetzt ist es geschafft.

Ich habe wunderbare Pinsel, die genau nach meinen Anforderungen hergestellt wurden und ich habe zwei Sorten Papier, die sich mit der Emulsion verbinden und nach dem Trocknen auch wieder glatt werden. Hach.

Klick macht big

Film: PX100
Kamera: Polaroid 2000
Motiv: Leuchtturm Pilsum
Papier: Smooth White
Pinsel: Lift it

mehr Information bei Spürsinn


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