Artikel mit ‘Kultur’ getagged

Höher, schneller, weiter

Donnerstag, 11. August 2011

Input von allen Seiten, facebook, Twitter und Google+ tun ihr Bestes um mich auf dem Laufenden zu halten. Bilderflut. Schön, scheußlich, nichtssagend, ausdrucksstark, bunt, schwarzweiß, blau, braun, digital, analog, markschreierisch angepriesen und leise ansprechend.

Viele dieser Bilder haben eines gemeinsam. Sie schreien regelrecht heraus, dass ihre Urheber nur eines im Sinn haben, sie wollen auffallen um jeden Preis. Die Sucht nach dem “anders”,  leider viel zu oft gleichgesetzt  mit “besser”, treibt so manchen Herrscher über Chip und Silberkorn in Bereiche, die an Hochleistungssportarten erinnern.

Vielleicht bin ich ja altmodisch.
Ich mag Bilder, die mich ansprechen. Die eine Saite in mir zum Klingen bringen. Dabei ist es mir relativ wurscht, mit welchem Aufwand sie aufgenommen wurden, ich stelle jedoch fest, dass  einfache Gestaltungen sehr viel  mehr und intensiver Einzug in meinen Kopf halten.
Ich mag Portraits, die mir etwas über den Abgebildeten verraten. Dafür muss er nicht mit dem großen Zeh auf einem Goldfischglas balancieren. Wichtiger ist mir, ob ich das Gefühl habe, ihn kennen lernen zu wollen, weil sein Bild mir verspricht (oder ich meine, dass es das tut) dass es sich lohnen könnte.
Ich mag Schönheiten, deren Augen strahlen. Weil sie das im echten Leben tun und nicht weil mit Ringblitz und Nachschärfen ein puppiger Strahle-Effekt hervorgezaubert wurde.
Ich mag Gesichter mit Ausdruck. Lachfalten, die mir zeigen, dass da Glück und Lust am Leben sind. Gerne gekoppelt mit Händen. Wedelnd, ruhend, gestikulierend, anfassend. Ich mag auch traurige Gesichter. Schon. Aber keine Gesichter, denen der Schrecken in den Augen steht, weil ihnen jemand auf die Pelle gerückt ist um sie mit der Kamera “abzuballern”.
Ich mag Bildergeschichten. Solche, die sich auf leisen Sohlen und vielleicht auch mit einem Augenzwinkern in mein Fotoherz schleichen. Nicht die, die mit brutalem Schrei auf mich zustürmen und um Aufmerksamkeit betteln  “Sieh her, ich bin mit ganz tollem Equipment und enormer kreativer Energie gemacht worden und stell Dir vor, man hat für mich einen ganzen Flughafen gesperrt und aus 473 Aufnahmen bin ich auserwählt worden!”
Ich mag Alltäglichkeiten. Kaffeebecher, die uns tagtäglich so wichtig sind. Ausblicke aus Fenstern, die uns täglich begegnen. Wäscheklammern. Wolken. Lampen. Menschen, die mir begegnen. Und ich merke, dass ich anders betrachte als noch vor ein paar Jahren.

Ich mache mir Gedanken über Sichtweisen. Sehen lernen. Bildbetrachtung. Gestaltung. Und ich beobachte wie das, was ich jeden Tag sehe, mein Sehen verändert.

Klick macht big

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Roll your Blog-Juli 2010

Samstag, 17. Juli 2010

Den Juni hab ich also schon mal nicht geschafft. Nun gut – es war ja auch nur ein guter Vorsatz, kein Versprechen. Die Hitze und der volle Kalender haben mich eh gelähmt, außerdem persönliche Umstände in meinem Familienumfeld. Reden wir nicht darüber. Fangen wir an :)

Noch relativ neu in meinem Reader ist Fräulein Zimtsternin, in meinen Augen eine echte Qualitätsbloggerin. Ich mag die Art wie sie ihre Innenansichten in Worte fasst. Ausgesprochen gern mag ich aber auch, wie sie die Welt in ihren Fotografien festhält. Feiner Stoff. Nicht zu schwer und nicht zu oberflächlich. Prädikat: Empfehlenswert!
Und, liebes Frollein, ich verbitte mir an dieser Stelle irgendwelche Errötungen!

Ans Herz gewachsen ist mir schon lange der IlluminateBlog, nicht verwandt und nicht verschwägert mit den Damen und Herren des gleichnamigen Ordens. Der Herr des Hauses fotografiert inzwischen auch mit allem, was nicht schnell genug den Sprung in eine fremde Vitrine geschafft hat. Ich beneide ihn ja ganz besonders um seine beiden Lieblingsmodelle. Und damit meine ich keine Kameras ;) *soifz* Wer ihn also noch nicht kennt: angucken!

Für die Freunde den ungläubigen Staunens heute auch endlich mal der Link zu den Kaffeenasen! Gehen Sie dahin, lesen und staunen Sie, tatsächlich, man kann auch mit Kaffee entwickeln. Das Blog ist englisch gehalten, die Kaffeesorte ist allerdings wurscht. Was ja, wie wir alle wissen, nicht für die Entwicklung in Rotwein gilt ;)

Himmel, wie die Zeit vergeht!

Der Sproß von Thinktrice wächst, blüht und gedeiht und hat wohl inzwischen erfolgreich Papas Sucht nach immer größeren Formaten längst eingeholt ;)
Kann ich Euch nur ans Herz legen.

Mehr gibt es heute nicht.
Denn es ist Sommer! So gehet hinaus und mehret Eure Bilder ;)

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Künstler leben

Samstag, 18. Juli 2009

Gestern trafen sich Künstler und Piraten für einen Gedankenaustausch in einer Kneipe in Darmstadt.

Ich will jetzt gar nicht großartig über die Gesprächsinhalte berichten – nur so viel sei gesagt, es war ein sehr angenehmes Treffen mit angenehmen Diskussionen und einem sehr regen, tatsächlichen Austausch von Meinungen, Ideen und Sichtweisen.

In dieser Runde ist mir eines aufgefallen: Von denen, die Kunst und Kultur nutzen, wissen wir sehr wenig.
Warum kauft ein Mensch eine CD und warum lädt er sich Musik im Internet herunter? Warum ist er auf der einen Seite bereit für Kultur zu zahlen, auf der anderen Seite nicht?

Warum hat eine Band 70.000 Downloads und nur ein paar wenige Kröten im aufgestellten Spendentopf? Warum wird die Aufforderung zu spenden, nicht ernst genommen und warum ist eine freiwillige Zahlung so schwer? Fühlt sich ein Gebraucher von Kunst und Kultur tatsächlich schlecht, wenn er nur einen einzigenEuro in den Spendentopf wirft? Möchte er sich nicht dem Verdacht ausgesetzt sehen, er sei geizig und spendet daher lieber gar nichts?

70.000 Downloads. Bei einem Euro pro Download wären das 70.000 Euro. Geld, das es den Musikern erlauben würde, mehr von der Musik zu produzieren, die von den Menschen, die sie heruntergeladen haben augenscheinlich ja sehr gemocht wird. Geld, das es ihnen ermöglichen würde, ins Studio zu gehen anstatt einem Job nachzugehen, der ihre Kreativität behindert, wenn nicht sogar auffrisst.

Im Vergleich: Der Stand gestern zu meinem “Bedient Euch” war 89 Downloads und in der Sammelbüchse befinden sich 69,50 Euro. Diese knapp 70 Euro verteilen sich auf drei Menschen, die gesagt haben “Ich zahle für das Bild” und zwei, die gesagt haben “Ich will Dich unterstützen, das Bild selber gibt mir nichts, ich habe es auch nicht heruntergeladen”. Nach Adam Riese bleiben also 84 Menschen übrige, die das Bild heruntergeladen haben, aber auch ausgedrückt haben, dass es für sie nicht den Wert hat, dafür zu bezahlen.

Der Kommentar von Mikel im Nachbarblog war es letztendlich, der bei mir jetzt eben den Impuls ausgelöst hat, diesen Artikel herunterzuschreiben.

Ich glaube nicht, dass das Problem juristisch-politisch zu regeln ist. Wir bräuchten ein Bewusstseinswandel. Das Wissen um künstlerisches Leben. Und das fängt bei Gesangsvereinen an, die Noten kopieren und hört bei dem Gestöhne über die Künstlersoziakasse auf. Von den Problemen mit der Gema und anderen Verwertungsgesellschaften gar nicht zu reden.

Wo ist es denn, das Bewusstsein, dass Menschen, die Kunst schaffen, von irgendetwas leben müssen? Wo ist die Wertschätzung den Menschen gegenüber, die teilweise wirklich unter Extrembedingungen Kunst schaffen? Wo ist der Respekt vor der Arbeit des anderen? Und wie kann man einen Wandel des Bewusstseins herbeiführen?

Ich finde es auch nicht in Ordnung, wenn Menschen kriminalisiert werden, weil sie sich etwas “für umme” aus dem Netz ziehen. Aber ebenso wenig finde ich es in Ordnung, wenn Stimmen laut werden, die sagen “Wenn Du von Deiner Kunst nicht leben kannst, dann musst Du halt richtig arbeiten – denn wenn Du etwas ins Internet stellst, dann machst Du das doch in dem Bewusstsein, dass es einfach genommen wird”

Wenn alle Künstler, die sich im Netz herumtreiben, beschließen würden ab sofort, jetzt und gleich nichts mehr zu produzieren – wie arm würde unsere Kultur plötzlich werden? Ihr wollt Musik, ihr wollt Bilder, ihr wollt Worte, ihr wollt Kunst und Kultur. Was seid ihr bereit dafür zu geben. Und unter welchen Gesichtspunkten seid ihr nicht bereit etwas zu geben? (Und an dieser Stelle rede ich nicht vom “Nichtgefallen” – wenn mir etwas nicht gefällt, dann will ich es nicht haben, auch nicht für umme”)

Müssen Künstler tatsächlich erklären, wie sie leben, damit ihre Arbeit geschätzt wird? Müssen wir einen Seelenstriptease machen, damit wir wertgeschätzt werden? Müssen wir Menschen mit unserem Kontostand bedrängen, damit sie einen Euro für etwas bezahlen, das sie gerne haben möchten? Müssen wir lautstark jammern und klagen?

Fragen über Fragen – für die ein oder andere Antwort wäre ich dankbar.

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Bedient Euch

Freitag, 26. Juni 2009

Die Urheberrechtsdiskussion und auch das ausführliche Telefonat mit einem Piratenkapitän haben mich auf die Idee gebracht, auszuprobieren, ob Menschen tatsächlich, wie an so vielen Fronten erklärt, bereit sind, für Fotografie im Internet zu zahlen.

Ich stell Euch jetzt an dieser Stelle ein Bild in einer ordentlichen Auflösung unter CC Lizenz zur Verfügung,  das man auf A4 mit einem handelsüblichen Tintendrucker auf Fotopapier ausdrucken kann. Also ein echtes Bild. Auf meine Signatur müsst ihr in diesem Fall verzichten, aber ich denke, das kann man verschmerzen.

Ihr dürft dieses Bild für Eure private Verwendung herunterladen und auch ausdrucken. Ihr entscheidet, was es Euch wert ist und wenn ihr bereit seid, dafür zu zahlen, dann benutzt den PayPal-Button oder schickt eine Mail an tilla[punkt]pe[ät]gmx[punkt]de – ich würde Euch dann meine Kontoverbindung mailen.

In ein paar Wochen lasse ich Euch wissen, wie oft das Bild heruntergeladen wurde und wie viele Menschen beschlossen haben, es monetär zu würdigen.

Es ist ein Experiment für mich und sicher auch für viele Fotografen.

Das Vorschaubild:

Spuren II - Vorschaubild

Dieses Bild steht unter folgender Creative Commons Lizenz 88x312

Die Datei ohne Passepartout und Signatur in einer druckfähigen Auflösung steht hier zum Download bereit.(3,8MB)

Und hier könnt ihr einen Betrag bezahlen, der Euch überlassen ist:

Ich bin gespannt :)
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Ahoi – Oder doch nicht?

Mittwoch, 24. Juni 2009

140 Zeichen hin – 140 Zeichen her, es hilft alles nichts, das Thema ist zu umfassend und grundsätzlich auch viel zu wertvoll um nur in 140 Zeichen hin und her abgehandelt zu werden.

Am Montag habe ich eine unterstützende Unterschrift für die Piratenpartei in Hessen geleistet. Aus dem einfachen Grund: Wir brauchen (mal wieder) Bewegung in der Politik in Deutschland. Eine steife Brise kann da wirklich nicht schaden.

Meine Unterschrift bedeutet jedoch nicht, dass ich auch mit einem Kreuz bei den Piraten zur Wahlurne schreiten werde, zu unausgegoren sind mir bisher die erstrebten Ziele der Freibeuter.

Mein persönlicher Stein des Anstoßes: Die Piratenpartei fordert eine Veränderung des Urheberrechts.

In den verschiedenen Diskussionen ist mir aufgefallen, dass Urheberrecht und Nutzungsrecht gern in einen Topf geworfen werden. So rennt die Information durch die Presse, dass in den USA eine alleinerziehende Mutter fast 2 Millionen Dollar Strafe zahlen soll, weil sie illegal Musik aus dem Internet gezogen hat. Die USA hat zwar ein anders lautendes Urheberrecht als wir hier in Deutschland, nichtsdestotrotz ist die Entscheidung des Geschworenengerichts nicht auf Basis eines Urheberrechts getroffen worden, sondern weil der/die Inhaber der Nutzungsrechte geklagt haben.

Und ich muss ehrlich sagen, wenn ich falsch parke, muss ich meinen Strafzettel auch bezahlen. Auch, wenn ich das Schild nicht gesehen habe. Dummheit schützt vor Strafe nicht. Ob die Höhe der Strafe gerechtfertigt ist oder nicht, soll aber nicht Inhalt der Diskussion sein, die ich an dieser Stelle anstrebe. Nur so viel sei gesagt – sollte eine Zahlung der Strafe erfolgen, so wird der/werden die Künstler davon nichts zu sehen bekommen – er hat/sie haben  die Nutzungsrechte verkauft.

Und da kommen wir auch schon zum Casus Knaksus springenden Punkt. Wenn ich ein Bild verkaufe, verkaufe ich das Bild. Nicht mein Urheberrecht, das ist in Deutschland auch gar nicht möglich. Der Käufer des Bildes darf jetzt mit dem Bild machen, was er will. Er kann es mit ins Bett nehmen, an die Wand hängen, es feierlich verbrennen oder mit Gewinn weiterverkaufen.  Von dem Überschuss sähe ich in diesem Fall keinen Cent. Ist ja auch in Ordnung so. Er darf es jedoch nicht vervielfältigen und dann die einzelnen Bilder verschachern – in diesem Moment greift mein Recht zu sagen “Das will ich nicht”. (Jetzt mal unabhängig vom kommerziellen Aspekt gesehen.) Es ist das Recht des Urhebers bestimmen zu können, was mit seinem geschaffenen Werk passiert. Und es ist das Recht des Urhebers, Rechte an der Verwertung zu vergeben. Letztendlich lebt er genau davon. Wenn der Käufer nun ein ganz sympatischer Mensch ist, der das Bild auf Geburtstagseinladungen drucken will, weil er es so toll findet, dann kann er mit mir darüber reden und verhandeln. Ich kann es ihm erlauben, ich kann ihm für diese Erlaubnis Geld abknöpfen, wenn ich will, oder ganz einfach begeistert sein, dass er mein Schaffen verbreiten will und mich daran freuen. Wie auch immer ich dieses Nutzungsrecht regele, ist meine Sache, meine Angelegenheit. Das Recht des Urhebers.

Jetzt kommt die Piratenpartei und will mir dieses Recht beschneiden. Die Argumente, die sie bringen, beziehen sich aber meiner Meinung nach auf die Art und Weise wie die Verwertung geistigen Eigentums gehandhabt wird.

Liebe Leute, das Urheberrecht ist nicht schuld daran, wenn Plattenlabel ihre CDs gegen Kopien schützen. Es liegt in ihrem wirtschaftlichen Streben, so viele CDs wie möglich zu verkaufen, denn sie haben Geld eingesetzt, das sie wieder heraushaben wollen und sie müssen einen Teil des Geldes auch an den Künstler abtreten, der ihnen das Nutzungsrecht/Verwertungsrecht für seine Musik verkauft hat, damit er etwas zu beißen hat. Ob es nun unsinnig erscheint, dies über einen Kopierschutz zu erwirken oder nicht – das steht nicht zur Debatte.

Das Urheberrecht ist auch nicht schuld, wenn eine Verwertungsgesellschaft horrende Zahlungen für öffentliche Konzerte verlangt. Nicht umsonst läuft zurzeit eine e-Petition, die das Verhalten der GEMA zum Inhalt hat.

Und wenn ein Fotograf von Lebensmitteln arme Blogger verklagt, weil sie seine Bilder unerlaubt auf ihren Rezeptseiten zeigen, dann ist daran auch nicht das Urheberrecht schuld. Der Fotograf nutzt einzig und allein aus, dass so viele Leute meinen, wenn etwas im Internet steht, dann kann man es sich einfach so nehmen. Er kann so handeln, weil er neben dem Urheberrecht das Nutzungsrecht an seinen Bildern hat.

Verkaufe ich das Nutzungsrecht an einem Bild exklusiv an ein Unternehmen und findet dieses Unternehmen das entsprechende Bild woanders, dann muss ich erstmal beweisen, dass ich mich an die Absprache der Exklusivität gehalten habe. Das Unternehmen als Inhaberin des Nutzungsrechtes, das es ja von mit gekauft hat (zur Erinnerung, damit ich meinem Bäcker die Brötchen bezahlen kann) zieht dann gegebenenfalls gegen den, der das Bild “gezogen” hat vor den Kadi. Nicht ich.

Wenn ich die Piratenpartei richtig verstanden habe, dann möchten sie gerne, dass Kultur für alle zugänglich und umsonst ist. Sie haben sich u.a. die Förderung der Kultur auf die Flagge geschrieben.

Die Frage, wovon denn dann die Kulturschaffenden leben sollen, wurde allerdings noch nicht zu meiner Zufriedenheit beantwortet. Und warum mein Recht zu entscheiden, was mit meinen Werken passiert, beschnitten werden soll, erschließt sich mir auch noch nicht. Fakt ist – Kunst muss finanziert werden. Künstler müssen finanziert werden. Wie sollen sie sich selbst finanzieren, wenn ihnen die Grundlage entzogen wird?

Die heutige Regelung der Verwertungsrechte wird einem fairen Ausgleich zwischen den berechtigten wirtschaftlichen Interessen der Urheber und dem öffentlichen Interesse an Zugang zu Wissen und Kultur jedoch nicht gerecht.

Hier ist plötzlich die Rede von Verwertungsrechten. Richtig! Auch ich bin nicht einverstanden, wie mit bestimmten Verwertungsrechten (Nutzungsrechten) umgegangen wird. Aber deswegen muss ich doch kein Urheberrecht ändern?

Als Fotografin mache ich u.a. freie Langzeitprojekte. Ich stecke Zeit und Geld in diese Projekte. Wenn ich ein solches Vorhaben abgeschlossen habe, bedeutet das nicht gleichzeitig, dass jetzt der Rubel rollt, ich muss noch mehr Zeit und Geld in die Kommerzialisierung stecken. Wenn ich von Langzeitprojekten spreche, dann bedeutet das tatsächlich Langzeit. Jahre. Bis Geld fließt (wenn überhaupt) können durchaus noch ein paar Jahre mehr vergehen.

Dies schließt insbesondere eine drastische Verkürzung der Dauer von Rechtsansprüchen auf urheberrechtliche Werke unter die im TRIPS-Abkommen vorgegebenen Fristen ein.

Unter diesen Umständen wäre ich gezwungen, nur noch lukrative und schnelle Projekte zu machen. Ohne Anspruch, denn Anspruch dauert und kostet. Und ich bin nur ein kleines Licht von vielen unter Heerscharen von Schriftstellern, Musikern, Fotografen…… wie war das also mit der Förderung und Erhaltung der kulturellen Werte?

Liebe Piratenpartei. Ich würde Euch wirklich gerne wählen. Also seid so gut und setzt Euch mit dem Thema Urheberrecht noch einmal gründlich auseinander. Fragt Kunstschaffende, Kulturschaffende nach ihrer Meinung, ihren Erfahrungen und Ansichten. Nutzt die Chance und fragt Eure Wähler in spe, wie der richtige Weg aussehen könnte.

In diesem Zusammenhang möchte ich noch auf zwei Beiträge einer Musikerin zu diesem Thema hinweisen. Karan bringt sehr gut weitere und ähnliche Gedanken zu Papier Blog. :)

Ich habe diesen Beitrag auf die in meinen Augen wichtigsten Aspekte verkürzt und ihn vereinfacht., weil ich es als kontraproduktiv erachte, seitenlange Abhandlungen zu bloggen, die einzig meine Meinung widerspiegeln. Lieber wäre mir eine Diskussion zu dem Thema, gerne auch von den Piraten :)

Sparbrötchen, die alles klasse und Geiz geil finden, die nicht bereit sind, für die Leistung anderer zu zahlen  und diese Meinung hier unflätig zum Besten geben wollen, werden gelesen, unter der Rubrik “die Stimme des einfältigen Volkes” abgelegt und nicht freigeschaltet. Also spart Euch unflätiges Gebahren, denkt eine Runde drüber nach und postet dann sinnvolle Argumente.

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Plüschsesselrückblicke

Sonntag, 15. März 2009

Damals – Himmel, wie die Zeit vergeht…

Nur wenige Bilder haben meinen strengen Auswahlkriterien genügt, nicht zuletzt, weil mir einige Gesichtsausdrücke gar zu entgleist erschienen, andere Bilder wiederum schlicht und ergreifend durch unkoordinierte Blitzattacken aus den hinteren Reihen nichts geworden sind.
Ich muss aber an dieser Stelle noch einmal ausdrücklichst betonen, wie sehr mir der Abend gefallen hat und allen Lesern dringlich das Buch, um das es ging, wärmstens ans Herz legen! Kauft es!

der fantastische Erdge Schoss

Gebannt verfolgte der wunderbare Herr Erdge Schoss das muntere Treiben im Saale. Dort tummelte sich der Taubenvergrämer….

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… bevor der Star des Nordens die Bühne betrat und weniger las denn wahrlich mit vollem Körpereinsatz vortrug.

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Und wenn jetzt einer kommt und behauptet, seine Nase wäre nicht in Ordnung, dem sei gesagt: “Wer sich die Nas abschneidet, verschimpft sein Angesicht!”

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Kunst-TV im Internet

Dienstag, 10. Februar 2009

Ein Tipp von stARTconference09 (Dankeschön)

Ich hab mal mit dem Video über Bettina Rheims angefangen.
Kurz, knapp, informativ und es regt den Kopf zum Selberdenken an!

Mal schaun, wie ich den weiteren Abend verbringe – mit einem Einblick in das Galeriewochenende in Berlin? Oder schau ich mir ein Filmchen über bildschöne Bücher an?

Wo seid Ihr hängengeblieben? ;)

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Zettelwirtschaft

Freitag, 23. Januar 2009

Die Überschrift: Die Vermarktung von Kunst – oder “Wie bringe ich die Kunst ans Volk und bekomme auch noch Geld dafür” in Kombination mit Web2.0 und dem Leben da draußen.

Gestern stand an dieser Stelle noch ein ausführliches Scribble für einen geschliffenen Artikel.  Heute Nacht ist mir aber aufgefallen, dass “Zettelwirtschaft” eben Zettelwirtschaft ist und kein endgültiges Pamphlet. Deswegen gibt es Zettel mit Gedankenfragmenten. (weiterlesen…)

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Wie bringt man die Kunst unters Volk?

Montag, 19. Januar 2009

Ich verfolge gerade beim Kulturmanager eine wirklich spannende Diskussion. Er stellt die Frage, warum Künstlerplattformen/Verkaufsplattformen für Kunst im Netz  nicht funktionieren. Es wäre müßig, die Diskussion an dieser Stelle wieder aufzugreifen, die wichtigsten Punkte wurden genannt und ich sehe die Diskussion auch noch nicht an ihrem Ende. Zu dem Thema also bitte rüber in den Blog des Kulturmanagers ;)

Nimmt man nun aber die Erkenntnisse in die Hand, so stellt sich natürlich die Folgefrage: “Wie bringt man Kunst unters Volk?” (weiterlesen…)

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Nein, diese Nase!

Sonntag, 16. November 2008

“Du wegen der Fotos, kann ich die erst sehen? Ich mein, Du warst schon recht nah dran und wenn man da dann so die Poren sieht und meine Nase, meine Nase, die kann ja so nun auch nicht bleiben, nä?”
Der Mann, der mit diesem Ansinnen auf mich zu kam, war einer der Stars der fantastischen Veranstaltung, die ich gestern Abend besucht habe. Ein charmantes Nordlicht, durchaus. Mir tat es ja auch gut, mal wieder den Dialekt der Heimat klingen zu hören. Aber seine Nase bleibt so. Er hat schließlich keine Penisnase. Oder gar Hodenohren. Eigentlich sollte er froh sein, überhaupt eine Nase sein eigen zu nennen, schließlich gibt es ja auch Lebewesen ohne Nase.

Das dies so ist, weiß ganz genau ein weiterer Star des Abends. Eben dieser weiß auch, wie man James Last auf den Weg zur Glückseligkeit bringt und dass man Frauen nicht vor dem Traualtar schlägt. Weise Worte von einem, der bereits in früher Jugend lernte, sich mit Hilfe des Kamasutras selbst zu verteidigen.

Böse Zwitscherstimmen behaupteten im Vorfeld der Veranstaltung, dass der dritte im Bunde nicht zu ebendieser käme, weil Ginsheim nicht ausreichend fliegende Ratten zur Darstellung seiner Kunst böte. Weit gefehlt – er war da. Trotz  Ausweisung aus Klein-Mettner. Trotz  ZDF und Herrn und Frau Schwattmann. Trotz misslungenem Ausflug in die Gefilde blutrünstiger Psychopathen. Er war da und meisterte bravourös die ihm auferlegte Aufgabe. Ich bin sicher, bliebe er noch ein wenig in dem beschaulichen Städtchen, das man auch die Perle der Toskana zu nennen pflegt, dann würde es bald keinerlei Probleme mehr mit fliegendem Unrat geben. Egal ob aus Federwerk oder Blech.

Die Krönung des Abends war jedoch der überraschende Auftritt der “Trois Roberts” – diese Brillianten der musikalischen Unterhaltungskunst überstrahlten gar den sanften Glanz der Perle der Toskana. Die weibliche Bevölkerung strömte aus den Gassen herbei, in Negligé und Kittelschürze, in Puschen und Pömps, euphorisch kreischend oder vor Glück leise schluchzend belagerten sie die Protagonisten, die sich diesem gewaltigen Freudentaumel erst nach etlichen Zugaben und im Schutz beeindruckender Leibwächter mit dem Hubschrauber entziehen konnten.

Durch diesen bezaubernden Abend führte die von uns allen hoch verehrte FrauvonWelt, die eigentlich gar nichts hätte sagen müssen. Ihre anmutige Präsenz verleitet in jeder Ausprägung und Lebenslage die Herren zu Avancen und würden ihr, wäre sie nicht FrauvonWelt, ein himmlisch rosarotes Paradies auf Erden bescheren.

Zurück zur Nase. Wer “Mr. Susanna 1993″ wurde, der hat genau die richtige Nase. Da wird nichts verändert. Basta.

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