Artikel mit ‘Kunst’ getagged

Il ritmo della passione (blue)

Mittwoch, 10. August 2011

Ich hab das Bild schon mal gebracht – und da es zu meinen Lieblingsbildern zählt, musste ich es nochmal aus der Kiste kramen ;)

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Musik: I belong to you (sorry für den Werbevorspan)

Cyano: komplettes Chemiepaket
Papier: Aristo Vat
Format: 20×30
Pinsel: scruffy face
fotografiert mit der Rolleiflex
auf Universal 200
digitalisiert auf Spürsinn BluePrint
How to: Anleitung Cyanotypie

Ein Workshop-Platz für sehr Kurzentschlossene ist auch noch frei.

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Melancho-lie

Donnerstag, 04. August 2011

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Modell: Die wunderbare Lie
Papier: Aristo Vat
Format: 20×30
Pinsel: scruffy face
fotografiert mit der Rolleiflex
auf Universal 200
digitalisiert auf Spürsinn BluePrint


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Fingerübungen

Donnerstag, 12. August 2010

Die Sache mit dem Emulsionslift lässt mich nicht mehr los.
Die ersten Ergebnisse entstanden noch mit unterschiedlichen Werkzeugen, begleitet von  lautem Fluchen und dem schmerzhaften Verlust etlicher Bilder, weil das unzureichende Werkzeug eben diese rettungslos zerstörte. Jetzt nähere ich mich einer Arbeitsweise, die richtig Spaß macht und den Ergebnissen, die ich haben will.

Aber von vorn.

Die Anfänge lagen im Gedanken  “es muss doch auch mit den Filmen von Impossible Project möglich sein”. Wer  nicht weiß, wovon ich rede, dem sei diese
wunderbare Anleitung als Video ans Herz gelegt. Es bringt ein bisschen nahe, was Emulsionslift eigentlich ist und wie man es ungefähr macht.
Allersings gibt es einen großen Unterschied zu dem, was ich in den letzten Wochen so getrieben habe: Im Video wurden Trennbildfilme von Polaroid benutzt.
Ich aber will ja Emulsionslifts mit Filmen von Impossible Project machen, und die sind Integralfilme, keine Trennbildfilme.
Die ersten Versuche des Liftens endeten in der Erschaffung komischer, braungrauer Klümpchen. Also zurück auf Start und alles noch einmal durchdacht und probiert.

Es ging los mit der Suche nach der richtigen Wassertemperatur. Zu heiß ist schlecht, weil man mit den Fingern hinein greifen muss, zu kalt führt dazu, dass sich die Emulsion nicht richtig löst.
Die ersten Versuchspinsel wurden der Brut aus dem Schulregal gemopst und erwiesen sich als störrisch und zerstörerisch. Mal abgesehen davon, dass man sie nur einmal benutzen konnte – dann hat man sie nämlich  nicht mehr sauber bekommen.
Die Erkenntnis: die Emulsion von Impossible Project ist sehr viel zarter als die Emulsion, die Polaroid für ihre Trennbildfilme verwendete und die richtigen Pinsel bekommt man nicht im Bürobedarfsladen um die Ecke.

Gleichzeitig begann die  Jagd nach dem richtigen Papier. Da das Papier nass gemacht werden muss, um diesen Hauch von Emulsion aufzubringen, ist es wichtig, dass es sich nicht auflöst. Außerdem sollte es sich ja auch mit der Emulsion verbinden, denn nachträgliches Kleben funktioniert nicht. Klebstoff frisst Kunstwerk.

Bis alle Hürden genommen waren, ging ein Sofortbild nach dem anderen den Weg in den Mülleimer.
Zusammen mit Spürsinn habe ich versucht, getestet, gemacht, getan, geflucht, gelernt, gerätselt und gejubelt. Und jetzt ist es geschafft.

Ich habe wunderbare Pinsel, die genau nach meinen Anforderungen hergestellt wurden und ich habe zwei Sorten Papier, die sich mit der Emulsion verbinden und nach dem Trocknen auch wieder glatt werden. Hach.

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Film: PX100
Kamera: Polaroid 2000
Motiv: Leuchtturm Pilsum
Papier: Smooth White
Pinsel: Lift it

mehr Information bei Spürsinn


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Artistic

Freitag, 30. Juli 2010

Der Titel mag vielleicht irreführend sein, bei genauerer Betrachtung dann aber doch nicht ;)

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Emulsionslift
Polaroid TZ Artistic
Polaroid SX-70

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Roll your Blog-Juli 2010

Samstag, 17. Juli 2010

Den Juni hab ich also schon mal nicht geschafft. Nun gut – es war ja auch nur ein guter Vorsatz, kein Versprechen. Die Hitze und der volle Kalender haben mich eh gelähmt, außerdem persönliche Umstände in meinem Familienumfeld. Reden wir nicht darüber. Fangen wir an :)

Noch relativ neu in meinem Reader ist Fräulein Zimtsternin, in meinen Augen eine echte Qualitätsbloggerin. Ich mag die Art wie sie ihre Innenansichten in Worte fasst. Ausgesprochen gern mag ich aber auch, wie sie die Welt in ihren Fotografien festhält. Feiner Stoff. Nicht zu schwer und nicht zu oberflächlich. Prädikat: Empfehlenswert!
Und, liebes Frollein, ich verbitte mir an dieser Stelle irgendwelche Errötungen!

Ans Herz gewachsen ist mir schon lange der IlluminateBlog, nicht verwandt und nicht verschwägert mit den Damen und Herren des gleichnamigen Ordens. Der Herr des Hauses fotografiert inzwischen auch mit allem, was nicht schnell genug den Sprung in eine fremde Vitrine geschafft hat. Ich beneide ihn ja ganz besonders um seine beiden Lieblingsmodelle. Und damit meine ich keine Kameras ;) *soifz* Wer ihn also noch nicht kennt: angucken!

Für die Freunde den ungläubigen Staunens heute auch endlich mal der Link zu den Kaffeenasen! Gehen Sie dahin, lesen und staunen Sie, tatsächlich, man kann auch mit Kaffee entwickeln. Das Blog ist englisch gehalten, die Kaffeesorte ist allerdings wurscht. Was ja, wie wir alle wissen, nicht für die Entwicklung in Rotwein gilt ;)

Himmel, wie die Zeit vergeht!

Der Sproß von Thinktrice wächst, blüht und gedeiht und hat wohl inzwischen erfolgreich Papas Sucht nach immer größeren Formaten längst eingeholt ;)
Kann ich Euch nur ans Herz legen.

Mehr gibt es heute nicht.
Denn es ist Sommer! So gehet hinaus und mehret Eure Bilder ;)

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Zwischen Tür und Angel…

Dienstag, 22. Juni 2010

… möchte ich Euch doch dieses Schmuckstück der Erlebnis-, Werbe- und Hachvideografie nicht vorenthalten!

Absolut Analog – Fotoworkshop 2010 from Chris Marquardt on Vimeo.

Nachtrag: Mehr Infos zu den Workshops gibt es hier!

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Polaroid Fieber – was tun? (1)

Dienstag, 04. Mai 2010

Nachdem ich gestern wieder beschuldigt wurde, mit meinem Polaroid Fieber die Leute an zustecken und immer wieder Fragen aufkamen, nach was für einem guten Stück man denn Ausschau halten solle, wenn man der Krankheit dann erliegt, habe ich beschlossen, mal ein bisschen über das zu plaudern, was ich so weiß.  Dem ganzen vorangestellt: Ich bin nicht der allumfassende Wissenspool in Sachen Polaroid. Gemessen an den “alten Hasen” bin ich sogar noch ganz schön nass hinter den Ohren. Wer also Informationen ergänzen und/oder verbessern kann, den ein oder anderen Trick kennt, sein Wissen mit mir und anderen teilen kann und will, der ist herzlich eingeladen, dies in den Kommentaren zu tun!

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Wo fang ich also an?

Wir reden hier über Sofortbildfotografie oder auch Instantfotografie.
Die Sache mit “digital und gleich ausgedruckt” lasse ich hier mal weg.

Ich kenne jetzt ganz grob gesagt zwei Sorten Film aus dieser Sparte:

  • Integralfilm
    Das ist der, der vorne ( begleitet von diesem wunderbaren Geräusch) aus der Polaroidkamera herausflutscht, nachdem man ausgelöst hat. Frisch auf dem Markt gibt es für die SX-70 und ihre Verwandten (dazu später mehr) den PX 100 von Impossible Project. Daneben bekommt man noch den Artistic TZ. Beide Filme würde ich als experimentell bezeichnen wollen, den Artistic TZ werde ich in den nächsten Wochen mal ausprobieren.
    Neben dem PX 100 gibt es jetzt auch den PX 600, der in die Polaroids passt, die für den 600er Film konzipiert waren. Der Polaroid 600 wird nicht mehr hergestellt, aber mit ein bisschen Glück und einer wohl gefüllten Brieftasche kann man noch die ein oder andere abgelaufene Packung hier und da bekommen.
  • Packfilm, Trennbildfilm, Peel-off
    Das ist der Film, der nicht von allein aus der Kamera kommt, sondern an der Seite herausgezogen wird, nachdem man ausgelöst hat. Dann wartet man die vorgegebene Entwicklungszeit ab (es sei denn, man will sich dem künstlerischen Transferverfahren hingeben) und puhlt nach Ablauf dieser Zeit das fertige Bild vom Rest ab. Von Polaroid wird kein Trennbildfilm mehr gefertigt, aber die Fuji-Filme passen in alle die Trennbildkameras, die in der Land List mit einer 100 gekennzeichnet sind. Von Fuji bekommt man einen Schwarz/Weiß-Film mit 100 ASA und einen mit 3000 ASA, als Buntfilm gibt es den Fuji FP 100C (glossy) und den Fuji FP 100C Silk.

Gibt es noch Film für meine Kamera?

Die meisten Informationen zu dieser Frage findet man tatsächlich in der Land List. Die kann man natürlich nicht mit sich führen, wenn man auf einem Flohmarkt herumstöbert, deswegen eine kleine Eselsbrücke.

Polaroid Kameras, die Rollfilm benötigen sind schön für die Vitrine. Mit Rollfilm ist nämlich ein Polaroid-Rollfilm gemeint und nicht der klassische 120er Rollfilm, den es heute noch zu kaufen gibt. Polaroid Rollfilm gibt es nicht mehr. Auf Flohmärkten findet man oft noch die “Polaroid Swinger” – eine der wenigen Kameras, die bei mir in der Vitrine stehen, denn auch ich bekomme keinen Film mehr für das gute Stück. Und ich mag sie nicht für herkömmlichen Rollfilm umbauen (lassen).

Polaroid Kameras, die Packfilm benötigen gibt es gefühlte 30.000. In Wirklichkeit sind es sicher weniger, aber die Vielfalt an Modellen macht es einem manchmal wirklich schwer, auf dem Flohmarkt zu entscheiden, ob es eine brauchbare Kamera ist oder eben doch eine, für die es keinen Film mehr gibt. Neben dem 100er Packfilm, der heute ja von Fuji hergestellt wird, gab es eben auch noch einen 80er Packfilm, der ein anderes Format hatte. Dieser war quadratisch und es gibt keinen Ersatz. Damit müssen alle Packfilmkameras, die ausschließlich mit diesem Film beladen werden können in die Vitrine. Dazu gehören unter anderem:

  • Electric Zip
  • Square Shooter
  • Square Shooter 2
  • Square Shooter 4
  • Zip
  • Colorpack 80
  • Colorpack 82
  • Colorpack 85
  • Colorpack 88
  • Colour Swinger
  • Colour Swinger II
  • EE 22
  • EE 33
  • EE 38
  • EE 44
  • EE 88
  • Instant 10
  • Instant 20
  • Super Colour Swinger
  • Super Colour Swinger II
  • Super Swinger
  • Swinger EE

Und wie ist es mit dem Integralfilm?

Der PX 100 und der TZ Artistic passen in alle SX-70 Kameras. Nun gibt es aber auch Familienmitglieder, die sich nicht auf den ersten und auch nicht auf den zweiten Blick als solche zu erkennen geben. Auf dem Flohmarkt ist es dennoch leicht, herauszubekommen ob das begehrte Stück Plastik den PX 100 denn auch in seinen Bauch nimmt. Filmeinschubklappe auf – und da steht es dann meist geschrieben. Ich habe allerdings die Erfahrung gemacht, dass einige dieser Plastikschätzchen etwas zickig sind, will man sie dann mit dem PX 100 füttern. Das erste Drittel geht rein und dann geht nichts mehr. Ist aber auch kein Problem. Man nimmt ein Stückchen dünne Pappe (wer schon einen Film erfolgreich in eine SX-70 eingelegt hat, nimmt das Schutzblatt, das die Kamera als erstes ausgespuckt hat) und schiebt es ein Stückchen in den Schacht, die Filmkassette dann drüber und während man die Filmkassette einschiebt, zieht man die Pappe wieder raus. Ich habe mit diesem Trick  (der auch angewandt werden kann, will man PX 600 in eine SX-70 laden oder umgekehrt PX 100 in eine 600er Kamera laden) bisher erfolgreich meine Polaroid 1000 und meine Polaroid 2000 laden können. Ich nehme an, man muss bei allen Kameras ein bisschen tricksen, die nicht SX-70 heißen aber den 100er Film haben wollen. Als da wären unter anderem:

  • Model 500
  • Model 1000
  • Model 1000 S
  • Model 1500
  • Model 2000
  • Model 3000
  • Instant 1000
  • Instant 1000 DeLuxe
  • Sonar AutoFocus 5000
  • Supercolor 1000
  • Supercolor 1000 DeLuxe
  • Supercolor AutoFocus
  • Supercolor AutoFocus 3500

Kommen wir jetzt also zu den 600er Kameras, den Modellen, die für einen Film gebaut wurden wie er heute als PX 600 verfügbar ist:

  • 640 (Sun 640)
  • 650 (Sun 650)
  • 660 (Sun 660)
  • Amigo 610
  • Amigo 620
  • Barbie® Instant Camera
  • Business Edition 600
  • Business Edition 600 2
  • Cool Cam
  • Impulse
  • Impulse AF
  • Impulse QPS
  • Job Pro
  • Job Pro 2
  • OneStep 600
  • OneStep 600 Express
  • OneStep 600 Flash
  • OneStep 600 Flash Close-Up
  • 600 LMS
  • OneStep AF
  • OneStep Talking Camera
  • Pronto 600
  • Quick 610
  • SLR 680
  • 690
  • SpiceCam
  • Spirit
  • Spirit 600
  • Spirit 600 CL
  • Supercolor 635
  • Supercolor 635 CL
  • Supercolor 645 CL
  • Supercolor 670 AF
  • Taz® Instant Camera
  • The Construction Camera

Auch hier gilt: Schaut dem guten Stück ins Maul, wenn ihr ihm auf dem Flohmarkt begegnet.

Die Kameras, die mit Integralfilm arbeiten, brauchen keine Batterien. Die befinden sich nämlich in den Filmpacks.
Mit den Packfilmkameras sieht es da schon etwas anders aus, denn die benötigten Batterien gibt es nicht mehr so ohne Weiteres zu kaufen. Man kann sie sich aber löten (lassen). Eine Anleitung dafür findet sich hier.

Fehlt noch was? Hab ich etwas übersehen? Noch Fragen oder Ergänzungen? Und was wollt ihr im 2. Teil lesen?

Hier geht es weiter…


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PX 100, SX-70 und ich

Freitag, 23. April 2010

Und es begab sich zu der Zeit dass mutige Mannen nach Enschede zogen, in dunklen Ecken alchemistisch zu werkeln begannen,  altehrwürdige  Maschinen wieder ins Leben und Laufen brachten, einzig mit dem hehren Ziel neue Filme für die legendären Kameras der Kunst- und Sofortbildszene zu schaffen.

Und plötzlich war es so weit. Ich hielt ein Testpäckchen des PX 100 First Flush in den Händen und ich gestehe, anfangs habe ich mich davor gedrückt, die SX-70 damit zu laden.
Die Diskussionswellen im weltweiten Netz schlugen zu diesem Zeitpunkt schon sehr hoch. Auf der einen Seite wurde von einer Sensation gesprochen, auf der anderen von Verarschung der Käufer. Dazwischen gab es recht wenig Stimmen. Und wie es so ist mit dem menschlichen Hirn, die negativen Aussagen haften besser und länger…. ich war also voreingenommen und misstrauisch.
Als dann der Trout am Wochenende kam, haben wir uns einfach gemeinsam über alle Vorurteile hinweg gesetzt und die SX-70 mit dem Film beladen. Ich habe alle Warnungen und Mutmaßungen aus meinem Kopf gekehrt, bin auf den Balkon gegangen und habe in grell strahlendem Sonnenschein mit Normaleinstellung das erste Bild gemacht. Das Geräusch der Kamera, die mit ihrem so typischen Surren das Sofortbild ausspuckt war bereits ein erstes Highlight.

Das Bild allerdings kann ich Euch nicht zeigen, aus der Kamera kam nichts, was man guten Gewissens als Bild bezeichnen könnte. Was sich dort schemenhaft und leicht sepiagetönt  in meiner Hand jedoch abzeichnete, erzählte ganz klar eine kleine Geschichte.
“Ich bin eine kleine Mimose. Wenn Du mich draußen bei hellem Sonnenschein einsetzen willst, dann achte darauf, dass Du die Belichtung nicht in den Schatten nimmst. Sei nach dem Auslösen nicht so neugierig, ich bin nicht,  wie meine Vorgänger in den Werbespots immer behaupteten, bereit mein Ergebnis sofort zu zeigen. Beweise mir Deine Geduld und steck mich gleich an einen dunklen Ort, am besten für die ersten zwei, drei Minuten, damit meine Chemie die Chance hat, ungestört ihr Werk zu tun. “

Gut. Also der nächste Versuch an der offenen Balkontür, die Einstellung an der Kamera wieder auf normal.

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Aha. Es geht also doch. Ich begann den Film zu mögen. Ihr mögt jetzt sagen, dass das Bild unscharf, verfusselt und überstrahlt erscheint – ich mag diese Unschärfe, ich bearbeite keine Pola-Scans und ich finde diese Lichtsäume ganz zauberhaft.

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Natürlich hat es mich nach diesen Ergebnissen wieder raus auf den Balkon getrieben, es musste doch möglich sein, auch im strahlenden, gleißenden Licht ein Bild hervorzuzaubern! Die Hell/Dunkeleinstellung an der SX-70 habe ich hier 4 Striche nach dunkel gedreht.

px100_04webKlick macht big

Die schwarzen “Flecken am oberen Bildrand sind Schatten von einem einsamen Socken und einer Mütze auf der darüberhängenden Wäscheleine ;)

Nun hatte es den Trout gepackt, für die nächsten zwei Bilder habe ich ihm die Kamera überlassen.

Die letzten beiden Bilder sollten dann mit etwas mehr Bedacht und ein bisschen mehr Inhalt gestaltet werden. Mein Wochenendbesuchsmodell war zu allen Schandtaten bereit und hüpfte in die Badewanne, über der das Fenster ist. Die Hell/Dunkel-Einstellung habe ich hier wieder auf Normalposition gedreht.

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Fazit: Der PX 100 ist ein Film, der sich lohnt. Er hat einen ganz eigenen und speziellen Bildausdruck, trotzdem trägt er die Handschrift des Fotografen. Obwohl wir hier über einen Sofortbildfilm reden, darf man nicht hektisch und unbedacht mit ihm umgehen. Ich habe bei allen hier gezeigten Aufnehmen das Bild sehr schnell in einer dunklen Innentasche meiner Jacke verschwinden lassen. Obwohl ich mir wirklich etwas bescheuert vorkam, mit einer Jeansjacke im Badezimmer zu fotografieren, es hat sich gelohnt. Der Film mag diffuses Licht, man kann ihn aber auch im strahlenden Sonnenschein verwenden, wenn man einfach daran denkt, die Helligkeit ein wenig an der Kamera herunter zu regeln. Sinnvoll ist es für diesen Fall auch, den Ausgabeschlitz an der Kamera abzuschatten. Ich habe einfach das Vorblatt mit einem Klebestreifen über dem Ausgabeschlitz befestigt, das Bild kam also wie unter einem Sonnenschirm aus dem Schlitz um dann in die Innentasche meiner Jacke zu wandern.

Ich habe hier den “First Flush” getestet. Am Wochenende bekomme ich hoffentlich ein Testpäckchen der zweiten Charge, die ein wenig verbessert werden sollte – wir werden sehen.
Aufgrund meiner Erfahrungen bietet Spürsinn den PX 100 von Impossible mit einem lichtdichten Beutel an, der jedem Film bei liegt, es hat ja nicht jeder eine Jeansjacke mit großen Innentaschen ;)


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Bilder für Millionen

Mittwoch, 06. Januar 2010

Wie ist das eigentlich mit der Fotografie, dem Ruhm, der Ehre und den Millionen?

Ich betrachte die Anstrengungen derer, die eine Kamera ihr eigen nennen in den letzten Jahren mit einem lachenden und einem weinenden Auge.
Das Auge lacht, wenn ich sehe, wie einige wenige Menschen versuchen, mit Hilfe eines Fotoapparates das einzufangen, was um sie herum geschieht und sie bewegt. Die Ergebnisse sind sehenswert. Sehenswert, weil die Bilder erkennen lassen, dass da jemand seine Emotionen, seine “Landschaft” des täglichen Lebens, seine Lieben und seine An-Sichten versucht einzufangen. Dafür bedarf es keines großartigen Wissens um Technik – ein gutes Auge und die Fähigkeit “auf den Punkt zu kommen” reichen aus, um ein Bild zu machen, das den aufmerksamen Betrachter fesselt.
Das Auge lacht, wenn ich die Entwicklungen derer verfolge, die versuchen die Bilder umzusetzen, die in ihren Köpfen schlummern. Inszenierte Fotografie ist auch immer ein bisschen Selbstentblößung vor der betrachtenden Menge. Wer den Mut hat, seine “Traumbilder” umzusetzen und zu zeigen, verdient Respekt. Wer frustriert darüber, dass die Ergebnisse nicht das Bild im Kopf zeigen, anfängt, sich mit seinen Möglichkeiten und dem Technikgedöns auseinanderzusetzen, verdient meine Achtung. Wer loszieht und wissbegierig anderen Löcher in den Bauch fragt, entsprechende Bücher liest und aus seinen Rückschlägen lernt, der ist auf dem besten Weg, ein Fotograf zu werden. Und wer dann noch einsieht, dass ein Fotograf niemals aufhört zu verzweifeln, zu lernen und nach dem einen Bild zu suchen, der hat sogar meine Hochachtung.

Das Auge weint jedoch, wenn ich die Massen an nachgestelltem, automatisierten, abgekupferten und meist schlecht ausgeführten Bildern sehe, die versuchen mein Auge zu beleidigen und zu überfluten. Das ist allerdings keine neue Entwicklung, die gab es bereits in den 30iger Jahren.
Mein Auge weint, wenn ich lesen muss, dass man nur mit dieser und jener Ausrüstung diese und jene (natürlich bejubelnswerten) Fotos machen kann.
Mein Auge weint, wenn es Behauptungen liest, die sagen, dass jeder nachmachen kann und soll, dabei diese und jene technischen Werte zu setzen hat, dieses und jenes Buch zu lesen und diesen und jenen Workshop zu besuchen hat und dann ganz schnell reich und berühmt wird.

Gute Fotografie kommt von innen. Nicht aus Büchern, nicht mit der Hilfe einer Bildbearbeitungssoftware, nicht aus einer Kamera. Sie kommt aus der Seele, entsteht aus Leidenschaft und Liebe und wächst mit den Träumen von Bildern, Bildern, Bildern.

Und was war jetzt mit dem Ruhm, der Ehre und den Millionen?
An dieser Stelle möchte ich auf einen älteren Artikel in der Zeit verweisen. Nehmt Euch die Zeit, die sechs Seiten ganz zu lesen.

Nachtrag: Eben habe ich gesehen, dass Michael K. Trout unabhängig von mir auch einen kleinen Senf zum Thema im weitesten Sinne veröffentlicht hat ;)

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Künstler leben

Samstag, 18. Juli 2009

Gestern trafen sich Künstler und Piraten für einen Gedankenaustausch in einer Kneipe in Darmstadt.

Ich will jetzt gar nicht großartig über die Gesprächsinhalte berichten – nur so viel sei gesagt, es war ein sehr angenehmes Treffen mit angenehmen Diskussionen und einem sehr regen, tatsächlichen Austausch von Meinungen, Ideen und Sichtweisen.

In dieser Runde ist mir eines aufgefallen: Von denen, die Kunst und Kultur nutzen, wissen wir sehr wenig.
Warum kauft ein Mensch eine CD und warum lädt er sich Musik im Internet herunter? Warum ist er auf der einen Seite bereit für Kultur zu zahlen, auf der anderen Seite nicht?

Warum hat eine Band 70.000 Downloads und nur ein paar wenige Kröten im aufgestellten Spendentopf? Warum wird die Aufforderung zu spenden, nicht ernst genommen und warum ist eine freiwillige Zahlung so schwer? Fühlt sich ein Gebraucher von Kunst und Kultur tatsächlich schlecht, wenn er nur einen einzigenEuro in den Spendentopf wirft? Möchte er sich nicht dem Verdacht ausgesetzt sehen, er sei geizig und spendet daher lieber gar nichts?

70.000 Downloads. Bei einem Euro pro Download wären das 70.000 Euro. Geld, das es den Musikern erlauben würde, mehr von der Musik zu produzieren, die von den Menschen, die sie heruntergeladen haben augenscheinlich ja sehr gemocht wird. Geld, das es ihnen ermöglichen würde, ins Studio zu gehen anstatt einem Job nachzugehen, der ihre Kreativität behindert, wenn nicht sogar auffrisst.

Im Vergleich: Der Stand gestern zu meinem “Bedient Euch” war 89 Downloads und in der Sammelbüchse befinden sich 69,50 Euro. Diese knapp 70 Euro verteilen sich auf drei Menschen, die gesagt haben “Ich zahle für das Bild” und zwei, die gesagt haben “Ich will Dich unterstützen, das Bild selber gibt mir nichts, ich habe es auch nicht heruntergeladen”. Nach Adam Riese bleiben also 84 Menschen übrige, die das Bild heruntergeladen haben, aber auch ausgedrückt haben, dass es für sie nicht den Wert hat, dafür zu bezahlen.

Der Kommentar von Mikel im Nachbarblog war es letztendlich, der bei mir jetzt eben den Impuls ausgelöst hat, diesen Artikel herunterzuschreiben.

Ich glaube nicht, dass das Problem juristisch-politisch zu regeln ist. Wir bräuchten ein Bewusstseinswandel. Das Wissen um künstlerisches Leben. Und das fängt bei Gesangsvereinen an, die Noten kopieren und hört bei dem Gestöhne über die Künstlersoziakasse auf. Von den Problemen mit der Gema und anderen Verwertungsgesellschaften gar nicht zu reden.

Wo ist es denn, das Bewusstsein, dass Menschen, die Kunst schaffen, von irgendetwas leben müssen? Wo ist die Wertschätzung den Menschen gegenüber, die teilweise wirklich unter Extrembedingungen Kunst schaffen? Wo ist der Respekt vor der Arbeit des anderen? Und wie kann man einen Wandel des Bewusstseins herbeiführen?

Ich finde es auch nicht in Ordnung, wenn Menschen kriminalisiert werden, weil sie sich etwas “für umme” aus dem Netz ziehen. Aber ebenso wenig finde ich es in Ordnung, wenn Stimmen laut werden, die sagen “Wenn Du von Deiner Kunst nicht leben kannst, dann musst Du halt richtig arbeiten – denn wenn Du etwas ins Internet stellst, dann machst Du das doch in dem Bewusstsein, dass es einfach genommen wird”

Wenn alle Künstler, die sich im Netz herumtreiben, beschließen würden ab sofort, jetzt und gleich nichts mehr zu produzieren – wie arm würde unsere Kultur plötzlich werden? Ihr wollt Musik, ihr wollt Bilder, ihr wollt Worte, ihr wollt Kunst und Kultur. Was seid ihr bereit dafür zu geben. Und unter welchen Gesichtspunkten seid ihr nicht bereit etwas zu geben? (Und an dieser Stelle rede ich nicht vom “Nichtgefallen” – wenn mir etwas nicht gefällt, dann will ich es nicht haben, auch nicht für umme”)

Müssen Künstler tatsächlich erklären, wie sie leben, damit ihre Arbeit geschätzt wird? Müssen wir einen Seelenstriptease machen, damit wir wertgeschätzt werden? Müssen wir Menschen mit unserem Kontostand bedrängen, damit sie einen Euro für etwas bezahlen, das sie gerne haben möchten? Müssen wir lautstark jammern und klagen?

Fragen über Fragen – für die ein oder andere Antwort wäre ich dankbar.

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