Nachdem ich gestern wieder beschuldigt wurde, mit meinem Polaroid Fieber die Leute an zustecken und immer wieder Fragen aufkamen, nach was für einem guten Stück man denn Ausschau halten solle, wenn man der Krankheit dann erliegt, habe ich beschlossen, mal ein bisschen über das zu plaudern, was ich so weiß. Dem ganzen vorangestellt: Ich bin nicht der allumfassende Wissenspool in Sachen Polaroid. Gemessen an den “alten Hasen” bin ich sogar noch ganz schön nass hinter den Ohren. Wer also Informationen ergänzen und/oder verbessern kann, den ein oder anderen Trick kennt, sein Wissen mit mir und anderen teilen kann und will, der ist herzlich eingeladen, dies in den Kommentaren zu tun!

Klick macht big
Wo fang ich also an?
Wir reden hier über Sofortbildfotografie oder auch Instantfotografie.
Die Sache mit “digital und gleich ausgedruckt” lasse ich hier mal weg.
Ich kenne jetzt ganz grob gesagt zwei Sorten Film aus dieser Sparte:
- Integralfilm
Das ist der, der vorne ( begleitet von diesem wunderbaren Geräusch) aus der Polaroidkamera herausflutscht, nachdem man ausgelöst hat. Frisch auf dem Markt gibt es für die SX-70 und ihre Verwandten (dazu später mehr) den PX 100 von Impossible Project. Daneben bekommt man noch den Artistic TZ. Beide Filme würde ich als experimentell bezeichnen wollen, den Artistic TZ werde ich in den nächsten Wochen mal ausprobieren.
Neben dem PX 100 gibt es jetzt auch den PX 600, der in die Polaroids passt, die für den 600er Film konzipiert waren. Der Polaroid 600 wird nicht mehr hergestellt, aber mit ein bisschen Glück und einer wohl gefüllten Brieftasche kann man noch die ein oder andere abgelaufene Packung hier und da bekommen.
- Packfilm, Trennbildfilm, Peel-off
Das ist der Film, der nicht von allein aus der Kamera kommt, sondern an der Seite herausgezogen wird, nachdem man ausgelöst hat. Dann wartet man die vorgegebene Entwicklungszeit ab (es sei denn, man will sich dem künstlerischen Transferverfahren hingeben) und puhlt nach Ablauf dieser Zeit das fertige Bild vom Rest ab. Von Polaroid wird kein Trennbildfilm mehr gefertigt, aber die Fuji-Filme passen in alle die Trennbildkameras, die in der Land List mit einer 100 gekennzeichnet sind. Von Fuji bekommt man einen Schwarz/Weiß-Film mit 100 ASA und einen mit 3000 ASA, als Buntfilm gibt es den Fuji FP 100C (glossy) und den Fuji FP 100C Silk.
Gibt es noch Film für meine Kamera?
Die meisten Informationen zu dieser Frage findet man tatsächlich in der Land List. Die kann man natürlich nicht mit sich führen, wenn man auf einem Flohmarkt herumstöbert, deswegen eine kleine Eselsbrücke.
Polaroid Kameras, die Rollfilm benötigen sind schön für die Vitrine. Mit Rollfilm ist nämlich ein Polaroid-Rollfilm gemeint und nicht der klassische 120er Rollfilm, den es heute noch zu kaufen gibt. Polaroid Rollfilm gibt es nicht mehr. Auf Flohmärkten findet man oft noch die “Polaroid Swinger” – eine der wenigen Kameras, die bei mir in der Vitrine stehen, denn auch ich bekomme keinen Film mehr für das gute Stück. Und ich mag sie nicht für herkömmlichen Rollfilm umbauen (lassen).
Polaroid Kameras, die Packfilm benötigen gibt es gefühlte 30.000. In Wirklichkeit sind es sicher weniger, aber die Vielfalt an Modellen macht es einem manchmal wirklich schwer, auf dem Flohmarkt zu entscheiden, ob es eine brauchbare Kamera ist oder eben doch eine, für die es keinen Film mehr gibt. Neben dem 100er Packfilm, der heute ja von Fuji hergestellt wird, gab es eben auch noch einen 80er Packfilm, der ein anderes Format hatte. Dieser war quadratisch und es gibt keinen Ersatz. Damit müssen alle Packfilmkameras, die ausschließlich mit diesem Film beladen werden können in die Vitrine. Dazu gehören unter anderem:
- Electric Zip
- Square Shooter
- Square Shooter 2
- Square Shooter 4
- Zip
- Colorpack 80
- Colorpack 82
- Colorpack 85
- Colorpack 88
- Colour Swinger
- Colour Swinger II
- EE 22
- EE 33
- EE 38
- EE 44
- EE 88
- Instant 10
- Instant 20
- Super Colour Swinger
- Super Colour Swinger II
- Super Swinger
- Swinger EE
Und wie ist es mit dem Integralfilm?
Der PX 100 und der TZ Artistic passen in alle SX-70 Kameras. Nun gibt es aber auch Familienmitglieder, die sich nicht auf den ersten und auch nicht auf den zweiten Blick als solche zu erkennen geben. Auf dem Flohmarkt ist es dennoch leicht, herauszubekommen ob das begehrte Stück Plastik den PX 100 denn auch in seinen Bauch nimmt. Filmeinschubklappe auf – und da steht es dann meist geschrieben. Ich habe allerdings die Erfahrung gemacht, dass einige dieser Plastikschätzchen etwas zickig sind, will man sie dann mit dem PX 100 füttern. Das erste Drittel geht rein und dann geht nichts mehr. Ist aber auch kein Problem. Man nimmt ein Stückchen dünne Pappe (wer schon einen Film erfolgreich in eine SX-70 eingelegt hat, nimmt das Schutzblatt, das die Kamera als erstes ausgespuckt hat) und schiebt es ein Stückchen in den Schacht, die Filmkassette dann drüber und während man die Filmkassette einschiebt, zieht man die Pappe wieder raus. Ich habe mit diesem Trick (der auch angewandt werden kann, will man PX 600 in eine SX-70 laden oder umgekehrt PX 100 in eine 600er Kamera laden) bisher erfolgreich meine Polaroid 1000 und meine Polaroid 2000 laden können. Ich nehme an, man muss bei allen Kameras ein bisschen tricksen, die nicht SX-70 heißen aber den 100er Film haben wollen. Als da wären unter anderem:
- Model 1000
- Model 1000 S
- Model 1500
- Model 2000
- Model 3000
- Instant 1000
- Instant 1000 DeLuxe
- Sonar AutoFocus 5000
- Supercolor 1000
- Supercolor 1000 DeLuxe
- Supercolor AutoFocus
- Supercolor AutoFocus 3500
Kommen wir jetzt also zu den 600er Kameras, den Modellen, die für einen Film gebaut wurden wie er heute als PX 600 verfügbar ist:
- 640 (Sun 640)
- 650 (Sun 650)
- 660 (Sun 660)
- Amigo 610
- Amigo 620
- Barbie® Instant Camera
- Business Edition 600
- Business Edition 600 2
- Cool Cam
- Impulse
- Impulse AF
- Impulse QPS
- Job Pro
- Job Pro 2
- OneStep 600
- OneStep 600 Express
- OneStep 600 Flash
- OneStep 600 Flash Close-Up
- 600 LMS
- OneStep AF
- OneStep Talking Camera
- Pronto 600
- Quick 610
- SLR 680
- 690
- SpiceCam
- Spirit
- Spirit 600
- Spirit 600 CL
- Supercolor 635
- Supercolor 635 CL
- Supercolor 645 CL
- Supercolor 670 AF
- Taz® Instant Camera
- The Construction Camera
Auch hier gilt: Schaut dem guten Stück ins Maul, wenn ihr ihm auf dem Flohmarkt begegnet.
Die Kameras, die mit Integralfilm arbeiten, brauchen keine Batterien. Die befinden sich nämlich in den Filmpacks.
Mit den Packfilmkameras sieht es da schon etwas anders aus, denn die benötigten Batterien gibt es nicht mehr so ohne Weiteres zu kaufen. Man kann sie sich aber löten (lassen). Eine Anleitung dafür findet sich hier.
Fehlt noch was? Hab ich etwas übersehen? Noch Fragen oder Ergänzungen? Und was wollt ihr im 2. Teil lesen?
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