Artikel mit ‘SX-70’ getagged
Von Angesicht zu Angesicht
Dienstag, 18. Mai 2010Wer schon immer mal wissen wollte, wer diese Tilla eigentlich ist und ob die im echten Leben auch so viel redet wie auf Twitter, der hat bald die Gelegenheit, mal ganz genau hin zu schauen und zu hören.
Zusammen mit Spürsinn findet man mich am 5. und 6. Juni beim Fine Art Forum in Paderborn.
Wir werden viele Filme mitbringen, die man selbstverständlich käuflich erwerben kann, und auch die ein oder andere Überraschung. Man kann uns löchern und ausfragen, etwas lernen und wenn ihr wollt, bringe ich auch zwei, drei Polaroidkameras mit
Sonst noch was? Die “Ich wünsche mir”-Artikel bitte in die Kommentare, Bestellungen zum Abholen bitte per E-Mail direkt an Spürsinn. Danke
Polaroid Fieber – was tun? (1)
Dienstag, 04. Mai 2010Nachdem ich gestern wieder beschuldigt wurde, mit meinem Polaroid Fieber die Leute an zustecken und immer wieder Fragen aufkamen, nach was für einem guten Stück man denn Ausschau halten solle, wenn man der Krankheit dann erliegt, habe ich beschlossen, mal ein bisschen über das zu plaudern, was ich so weiß. Dem ganzen vorangestellt: Ich bin nicht der allumfassende Wissenspool in Sachen Polaroid. Gemessen an den “alten Hasen” bin ich sogar noch ganz schön nass hinter den Ohren. Wer also Informationen ergänzen und/oder verbessern kann, den ein oder anderen Trick kennt, sein Wissen mit mir und anderen teilen kann und will, der ist herzlich eingeladen, dies in den Kommentaren zu tun!
Klick macht big
Wo fang ich also an?
Wir reden hier über Sofortbildfotografie oder auch Instantfotografie.
Die Sache mit “digital und gleich ausgedruckt” lasse ich hier mal weg.
Ich kenne jetzt ganz grob gesagt zwei Sorten Film aus dieser Sparte:
- Integralfilm
Das ist der, der vorne ( begleitet von diesem wunderbaren Geräusch) aus der Polaroidkamera herausflutscht, nachdem man ausgelöst hat. Frisch auf dem Markt gibt es für die SX-70 und ihre Verwandten (dazu später mehr) den PX 100 von Impossible Project. Daneben bekommt man noch den Artistic TZ. Beide Filme würde ich als experimentell bezeichnen wollen, den Artistic TZ werde ich in den nächsten Wochen mal ausprobieren.
Neben dem PX 100 gibt es jetzt auch den PX 600, der in die Polaroids passt, die für den 600er Film konzipiert waren. Der Polaroid 600 wird nicht mehr hergestellt, aber mit ein bisschen Glück und einer wohl gefüllten Brieftasche kann man noch die ein oder andere abgelaufene Packung hier und da bekommen. - Packfilm, Trennbildfilm, Peel-off
Das ist der Film, der nicht von allein aus der Kamera kommt, sondern an der Seite herausgezogen wird, nachdem man ausgelöst hat. Dann wartet man die vorgegebene Entwicklungszeit ab (es sei denn, man will sich dem künstlerischen Transferverfahren hingeben) und puhlt nach Ablauf dieser Zeit das fertige Bild vom Rest ab. Von Polaroid wird kein Trennbildfilm mehr gefertigt, aber die Fuji-Filme passen in alle die Trennbildkameras, die in der Land List mit einer 100 gekennzeichnet sind. Von Fuji bekommt man einen Schwarz/Weiß-Film mit 100 ASA und einen mit 3000 ASA, als Buntfilm gibt es den Fuji FP 100C (glossy) und den Fuji FP 100C Silk.
Gibt es noch Film für meine Kamera?
Die meisten Informationen zu dieser Frage findet man tatsächlich in der Land List. Die kann man natürlich nicht mit sich führen, wenn man auf einem Flohmarkt herumstöbert, deswegen eine kleine Eselsbrücke.
Polaroid Kameras, die Rollfilm benötigen sind schön für die Vitrine. Mit Rollfilm ist nämlich ein Polaroid-Rollfilm gemeint und nicht der klassische 120er Rollfilm, den es heute noch zu kaufen gibt. Polaroid Rollfilm gibt es nicht mehr. Auf Flohmärkten findet man oft noch die “Polaroid Swinger” – eine der wenigen Kameras, die bei mir in der Vitrine stehen, denn auch ich bekomme keinen Film mehr für das gute Stück. Und ich mag sie nicht für herkömmlichen Rollfilm umbauen (lassen).
Polaroid Kameras, die Packfilm benötigen gibt es gefühlte 30.000. In Wirklichkeit sind es sicher weniger, aber die Vielfalt an Modellen macht es einem manchmal wirklich schwer, auf dem Flohmarkt zu entscheiden, ob es eine brauchbare Kamera ist oder eben doch eine, für die es keinen Film mehr gibt. Neben dem 100er Packfilm, der heute ja von Fuji hergestellt wird, gab es eben auch noch einen 80er Packfilm, der ein anderes Format hatte. Dieser war quadratisch und es gibt keinen Ersatz. Damit müssen alle Packfilmkameras, die ausschließlich mit diesem Film beladen werden können in die Vitrine. Dazu gehören unter anderem:
- Electric Zip
- Square Shooter
- Square Shooter 2
- Square Shooter 4
- Zip
- Colorpack 80
- Colorpack 82
- Colorpack 85
- Colorpack 88
- Colour Swinger
- Colour Swinger II
- EE 22
- EE 33
- EE 38
- EE 44
- EE 88
- Instant 10
- Instant 20
- Super Colour Swinger
- Super Colour Swinger II
- Super Swinger
- Swinger EE
Und wie ist es mit dem Integralfilm?
Der PX 100 und der TZ Artistic passen in alle SX-70 Kameras. Nun gibt es aber auch Familienmitglieder, die sich nicht auf den ersten und auch nicht auf den zweiten Blick als solche zu erkennen geben. Auf dem Flohmarkt ist es dennoch leicht, herauszubekommen ob das begehrte Stück Plastik den PX 100 denn auch in seinen Bauch nimmt. Filmeinschubklappe auf – und da steht es dann meist geschrieben. Ich habe allerdings die Erfahrung gemacht, dass einige dieser Plastikschätzchen etwas zickig sind, will man sie dann mit dem PX 100 füttern. Das erste Drittel geht rein und dann geht nichts mehr. Ist aber auch kein Problem. Man nimmt ein Stückchen dünne Pappe (wer schon einen Film erfolgreich in eine SX-70 eingelegt hat, nimmt das Schutzblatt, das die Kamera als erstes ausgespuckt hat) und schiebt es ein Stückchen in den Schacht, die Filmkassette dann drüber und während man die Filmkassette einschiebt, zieht man die Pappe wieder raus. Ich habe mit diesem Trick (der auch angewandt werden kann, will man PX 600 in eine SX-70 laden oder umgekehrt PX 100 in eine 600er Kamera laden) bisher erfolgreich meine Polaroid 1000 und meine Polaroid 2000 laden können. Ich nehme an, man muss bei allen Kameras ein bisschen tricksen, die nicht SX-70 heißen aber den 100er Film haben wollen. Als da wären unter anderem:
- Model 500
- Model 1000
- Model 1000 S
- Model 1500
- Model 2000
- Model 3000
- Instant 1000
- Instant 1000 DeLuxe
- Sonar AutoFocus 5000
- Supercolor 1000
- Supercolor 1000 DeLuxe
- Supercolor AutoFocus
- Supercolor AutoFocus 3500
Kommen wir jetzt also zu den 600er Kameras, den Modellen, die für einen Film gebaut wurden wie er heute als PX 600 verfügbar ist:
- 640 (Sun 640)
- 650 (Sun 650)
- 660 (Sun 660)
- Amigo 610
- Amigo 620
- Barbie® Instant Camera
- Business Edition 600
- Business Edition 600 2
- Cool Cam
- Impulse
- Impulse AF
- Impulse QPS
- Job Pro
- Job Pro 2
- OneStep 600
- OneStep 600 Express
- OneStep 600 Flash
- OneStep 600 Flash Close-Up
- 600 LMS
- OneStep AF
- OneStep Talking Camera
- Pronto 600
- Quick 610
- SLR 680
- 690
- SpiceCam
- Spirit
- Spirit 600
- Spirit 600 CL
- Supercolor 635
- Supercolor 635 CL
- Supercolor 645 CL
- Supercolor 670 AF
- Taz® Instant Camera
- The Construction Camera
Auch hier gilt: Schaut dem guten Stück ins Maul, wenn ihr ihm auf dem Flohmarkt begegnet.
Die Kameras, die mit Integralfilm arbeiten, brauchen keine Batterien. Die befinden sich nämlich in den Filmpacks.
Mit den Packfilmkameras sieht es da schon etwas anders aus, denn die benötigten Batterien gibt es nicht mehr so ohne Weiteres zu kaufen. Man kann sie sich aber löten (lassen). Eine Anleitung dafür findet sich hier.
Fehlt noch was? Hab ich etwas übersehen? Noch Fragen oder Ergänzungen? Und was wollt ihr im 2. Teil lesen?
‘Roid Week 2010
Sonntag, 02. Mai 2010Die Spielkinder, die Fans, die Begeisterten, die Ausprobierer, die Kreativen und die Verrückten feiern diesen Frühling die erste ‘Roid Week in 2010 vom 03.05. bis 07.05.2010!
Eingeladen sind alle Liebhaber des Sofortbildes in diesen 5 Tagen jeden Tag zwei Bilder in die Flickr Gruppe zu laden, die noch nicht auf Flickr veröffentlicht wurden. Erlaubt ist alles, was Sofortbild ist.
Mich hat der Polaroid-Virus ja schon seit ein paar Wochen gepackt, deswegen werde ich in diesem Frühjahr natürlich dabei sein
Mit am Start habe ich:
- die SX-70 Model 2
- die Polaroid 1000 (das günstige Consumer Modell zur SX-70, wurde auch unter dem Namen “One Shot” vertrieben)
- die Polaroid 2000
- die Polaroid 5000
Alle Modelle funktionieren mit dem neuen Film von Impossible Project, dem PX 100 Silver Shade, der seit 25.03.2010 auf dem Markt ist.
Außerdem wirdbei mir diese Woche noch eine
- Polaroid 636 Close up
einziehen, die mit dem PX 600 von Impossible geladen werden kann oder mit dem klassischen Polaroid 600, den es speziell für diese ‘Roid Week und nur für ein paar Stunden bei Spürsinn gibt.
Und weil Sofortbild für mich eine so faszinierende Angelegenheit ist, werde ich meine Polaroid Land 320 auch noch mit einem frischen Pack Fuji FP100C laden. Dann kann ja nichts mehr schief gehen ….
Die letzten Wochen und Monate waren für mich mehr als anstrengend. So konnte ich lange nicht mit freiem Geist fotografieren. Am Wochenende bin ichallerdings schon mit zwei Polas in der Tasche durch Braunschweig gezogen, weil ich den fehlerbehafteten PX 100 ausprobieren wollte, und ich merkte ganz schnell, wie die Lust am Fotografieren und der freie Raum im Kopf fürs Fotografieren wieder zurück kamen. Schon deshalb liebt mein inneres Spielkind diese Art der Fotografie!
PX 100, SX-70 und ich
Freitag, 23. April 2010Und es begab sich zu der Zeit dass mutige Mannen nach Enschede zogen, in dunklen Ecken alchemistisch zu werkeln begannen, altehrwürdige Maschinen wieder ins Leben und Laufen brachten, einzig mit dem hehren Ziel neue Filme für die legendären Kameras der Kunst- und Sofortbildszene zu schaffen.
Und plötzlich war es so weit. Ich hielt ein Testpäckchen des PX 100 First Flush in den Händen und ich gestehe, anfangs habe ich mich davor gedrückt, die SX-70 damit zu laden.
Die Diskussionswellen im weltweiten Netz schlugen zu diesem Zeitpunkt schon sehr hoch. Auf der einen Seite wurde von einer Sensation gesprochen, auf der anderen von Verarschung der Käufer. Dazwischen gab es recht wenig Stimmen. Und wie es so ist mit dem menschlichen Hirn, die negativen Aussagen haften besser und länger…. ich war also voreingenommen und misstrauisch.
Als dann der Trout am Wochenende kam, haben wir uns einfach gemeinsam über alle Vorurteile hinweg gesetzt und die SX-70 mit dem Film beladen. Ich habe alle Warnungen und Mutmaßungen aus meinem Kopf gekehrt, bin auf den Balkon gegangen und habe in grell strahlendem Sonnenschein mit Normaleinstellung das erste Bild gemacht. Das Geräusch der Kamera, die mit ihrem so typischen Surren das Sofortbild ausspuckt war bereits ein erstes Highlight.
Das Bild allerdings kann ich Euch nicht zeigen, aus der Kamera kam nichts, was man guten Gewissens als Bild bezeichnen könnte. Was sich dort schemenhaft und leicht sepiagetönt in meiner Hand jedoch abzeichnete, erzählte ganz klar eine kleine Geschichte.
“Ich bin eine kleine Mimose. Wenn Du mich draußen bei hellem Sonnenschein einsetzen willst, dann achte darauf, dass Du die Belichtung nicht in den Schatten nimmst. Sei nach dem Auslösen nicht so neugierig, ich bin nicht, wie meine Vorgänger in den Werbespots immer behaupteten, bereit mein Ergebnis sofort zu zeigen. Beweise mir Deine Geduld und steck mich gleich an einen dunklen Ort, am besten für die ersten zwei, drei Minuten, damit meine Chemie die Chance hat, ungestört ihr Werk zu tun. “
Gut. Also der nächste Versuch an der offenen Balkontür, die Einstellung an der Kamera wieder auf normal.
Klick macht big
Aha. Es geht also doch. Ich begann den Film zu mögen. Ihr mögt jetzt sagen, dass das Bild unscharf, verfusselt und überstrahlt erscheint – ich mag diese Unschärfe, ich bearbeite keine Pola-Scans und ich finde diese Lichtsäume ganz zauberhaft.
Klick macht big
Natürlich hat es mich nach diesen Ergebnissen wieder raus auf den Balkon getrieben, es musste doch möglich sein, auch im strahlenden, gleißenden Licht ein Bild hervorzuzaubern! Die Hell/Dunkeleinstellung an der SX-70 habe ich hier 4 Striche nach dunkel gedreht.
Die schwarzen “Flecken am oberen Bildrand sind Schatten von einem einsamen Socken und einer Mütze auf der darüberhängenden Wäscheleine
Nun hatte es den Trout gepackt, für die nächsten zwei Bilder habe ich ihm die Kamera überlassen.
Die letzten beiden Bilder sollten dann mit etwas mehr Bedacht und ein bisschen mehr Inhalt gestaltet werden. Mein Wochenendbesuchsmodell war zu allen Schandtaten bereit und hüpfte in die Badewanne, über der das Fenster ist. Die Hell/Dunkel-Einstellung habe ich hier wieder auf Normalposition gedreht.
Klick macht big
Klick macht big
Fazit: Der PX 100 ist ein Film, der sich lohnt. Er hat einen ganz eigenen und speziellen Bildausdruck, trotzdem trägt er die Handschrift des Fotografen. Obwohl wir hier über einen Sofortbildfilm reden, darf man nicht hektisch und unbedacht mit ihm umgehen. Ich habe bei allen hier gezeigten Aufnehmen das Bild sehr schnell in einer dunklen Innentasche meiner Jacke verschwinden lassen. Obwohl ich mir wirklich etwas bescheuert vorkam, mit einer Jeansjacke im Badezimmer zu fotografieren, es hat sich gelohnt. Der Film mag diffuses Licht, man kann ihn aber auch im strahlenden Sonnenschein verwenden, wenn man einfach daran denkt, die Helligkeit ein wenig an der Kamera herunter zu regeln. Sinnvoll ist es für diesen Fall auch, den Ausgabeschlitz an der Kamera abzuschatten. Ich habe einfach das Vorblatt mit einem Klebestreifen über dem Ausgabeschlitz befestigt, das Bild kam also wie unter einem Sonnenschirm aus dem Schlitz um dann in die Innentasche meiner Jacke zu wandern.
Ich habe hier den “First Flush” getestet. Am Wochenende bekomme ich hoffentlich ein Testpäckchen der zweiten Charge, die ein wenig verbessert werden sollte – wir werden sehen.
Aufgrund meiner Erfahrungen bietet Spürsinn den PX 100 von Impossible mit einem lichtdichten Beutel an, der jedem Film bei liegt, es hat ja nicht jeder eine Jeansjacke mit großen Innentaschen








