Einen Gruß an den Schweinehund

Das Wetter ist mehr so November, dabei haben wir erst Oktober. Es regnet, die Welt zeigt sich im grauen Grau – einzig die gelben Blätter der Bäume bringen ein bisschen Farbe ins Spiel. Menschen haben sich nicht angekündigt, um sich mehr oder weniger bekleidet vor meine Kamera zu stellen, für die Dunkelkammer habe ich gerade weder Zeit noch ausreichend Lust. Und die Inspiration hat sich auch verdünnisiert. Wahrscheinlich räkelt sie sich gerade auf den weißen Sandstränden der Malediven.

Sand hatte ich letztens ja auch. Nicht ganz so weiß und auch nicht einladend genug, sich zu räkeln, aber immerhin. Sand und Meer. Doch auch dort haben Badehäuschen und Pommesbuden schon das Ende der Saison eingeläutet und angefangen, sich für den Winter einzumotten.

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Kurzentschlossen sind wir nämlich einfach mal eben für 3 Tage an die französische Nordküste gereist. „Pas-de-Calais“ heißt die Ecke und ich kann es nur jedem empfehlen, dort mal die Nase in den Wind zu stecken. Vielleicht nicht unbedingt im Sommer, ich glaube, da ist es ganz dolle voll dort. Für Anfang Oktober jedoch ein wunderbares Ausflugsziel. Uns hat es in ein zauberhaftes Bed & Breakfast in Sangatte verschlagen. Sehr liebevoll eingerichtete Zimmer, ein für französische Verhältnisse ein sehr reichhaltiges Frühstück, sehr ruhig, sehr sauber und die Wirtsleute sind unglaublich nette Menschen. Die Saison ist allerdings schon quasi beendet – im März geht es wieder los.

Wir konnten also entspannen und ausruhen, der letzte Sommer war ja doch aufregender als geplant und gedacht. Und obwohl Landschaftsfotografie so gar nicht mein Ding ist, finde ich immer noch ein Bild, dass mir ans Herz gewachsen ist.
Da hinten, die Fähre, die geht nach England. Dafür hat die Zeit nicht gereicht, aber man muss sich ja Ziele setzen, nicht wahr?

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Ja und wieso grüße ich jetzt den Schweinehund? Der Arme durfte nicht mit in den Urlaub. Er musste zu Hause in seiner Ecke sitzen und durfte ein bisschen schmollen. Hätte ich ihn nämlich mitgenommen, dann hätte er auf meiner Schulter gesessen und immer getuschelt: „Tilla, Du musst diese komischen Dinger da nicht nochmal fotografieren. Einmal reicht. Und überhaupt, Du magst doch Landschaft gar nicht, also mach nicht dauernd Bilder von Landschaften. Mal ganz abgesehen davon, dass Du Landschaft gar nicht kannst. Es wäre doch viel schöner, jetzt irgendwo zu sitzen und diese unglaublichen, nordfranzösischen Frites zu futtern. Das wäre viel besser, als hier durch den Sand zu krauchen und irgendwelche Holzteile zu knipsen.“

Tja. Und da er nicht dabei war, bekommt ihr jetzt Bilder von komischen Holzstengeln, Sand und Badehütten zu sehen 🙂

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Alle Bilder aus de rRolleiflex,
Ilford FP4 plus, abgelaufen 2006, entwickelt in Spürsinn SAM classic
Klick macht wie immer ein bisschen größer.
Und für die Internetbriefmarken ärgere ich mich auch null über Herrn Newtons Ringe.
So ist das nämlich.

 

4 Kommentare zu “Einen Gruß an den Schweinehund

  1. Chris

    Un ob Du Landschaftsfotografie kannst. Großartige Bilder. I love it in s/w
    Den Ort und die Umgebung steht schon auf meine Liste für nächstes Jahr 😉 Thanks Tilla!

  2. Thomas

    Welch ein Glück war dieser Hund nicht anwesend 😉

    Sag mal, lese es schon zum zweiten mal, was passt dir am Franz. Frühstück nicht? Croissant Kaffee ist doch himmlich, also paradisisch ….

    1. tilla Autor des Beitrags

      Thomas…. das französische Frühstück, das ich aus meinen Zeiten in Paris kenne, besteht aus einem Stück Baguette, einem Klecks Marmelade und einem schlechten Kaffee. Deswegen macht man mich schon mit einem Croissant glücklich 🙂 Und wenn es dann auch noch Butter und ein Stück Käse gibt…. Hach 🙂

  3. Pingback: Großformat ist sowieso König • Tilla Pe

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