Reingefallen

 

Das neue Jahr fängt ja gut an (an dieser Stelle wünsche ich allen Lesern natürlich nur das Beste, Glück, Gesundheit, Liebe, Kuchen und was man sonst so braucht um angenehm durchzukommen).

Saßen wir doch gestern Abend allesamt rund um ein frugales Mahl und ich ließ verlauten, was ich aufgeschnappt hatte. Leider weiß ich nicht mehr wo, aber dass der Herr Pofalla jetzt zur Bahn geht, das wusste ich noch.

Heute Morgen bekam ich dann schlaftrunken mit, dass der Postillon nicht ganz unbeteiligt an dieser Nachricht war. Für mich nur ganz kurz irritierend, denn ich war mir sicher, gestern nicht beim Postillon gelesen zu haben. Aber wenn es denn so ist, dann kann es sich ja nur um Satire handeln. dachte ich. Saß auf dem Thron und blätterte einmal geschwind durchs iPhone – ja, wie witzig! Die so genannten seriösen Berichtertattungen brachten das ja auch? Sind die alle auf die Satire reingefallen? Das ist ja der Kracher! Aber auch irgendwie truarig. Und bedenklich. Lachend und gleichzeitig kopfschüttelnd setze ich einen Tweet ab, der die Journaille deckelte und machte mich dann auf zu meinem ersten Kaffee. Es dauerte nicht lang, da wurde ich eines Besseren belehrt. Nicht die Journaille war doof – ich war es. Ich ganz allein.

Bei der Meldung zum Herrn Pofalla handelte es sich um eine ganz offizielle dpa Meldung. Also so eine richtige Zeitungsmeldung. Und der Postillon brachte genau diese Meldung, allerdings so datiert, dass man meinen könnte, er wäre der erste gewesen und wenn man weiß, dass das ein Satiredingens ist, dann….. tja, ich ziehe den Hut! Man hat mich lange nicht mehr so vorgeführt und ich danke für den kalten Guss, denn wenn ich darüber nachdenke, habe ich auch angefangen, viel zu viel unreflektiert und ungeprüft aufzunehmen.

Willkommen im Schwarm, Tilla.

Nein, es gibt keine Entschuldigung dafür. Wer vergisst, sein Hirn einzuschalten, der muss damit leben, sich doof zu fühlen. Und hoffen, dass er in der Zukunft öfter mal besser aufpasst oder sich einfach mal ein bisschen Zeit gönnt, um über Gelesenes/Gehörtes nachzudenken, bevor er seinen Senf dazu gibt.

 

 

5 Kommentare zu “Reingefallen

  1. Stefan

    Ich sehe darin ehrlich gesagt nichts verwerfliches darauf reingefallen zu sein, ging mir ja auch selbst so. Wenn wir alles doppelt und dreifach nachprüfen was wir Tag für Tag lesen und an Medien konsumieren dann kommen wir irgendwann zu nichts anderem mehr. Das heißt wir müssen uns auf die Medien bis zu einem gewissen Grad verlassen können. Ich muss dazu sagen dass das erste was ich gemacht habe nachdem ich den Postillion-Artikel gelesen hatte, das Datum angeschaut habe und Agenturmeldungen (was gar nicht so einfach ist, auf die Meldungen der DPA bekommt man ohne Account nämlich gar keinen Zugriff) dazu gesucht habe, siehe da Reuters hatte völlig korrekt mit dem 2.1. datiert. Bingo, der Postillion war einen Tag eher… sollte es also wirklich. Ich muss zu geben so ein bisschen hätte ich es denen auch gegönnt eine Ente von dem Format in die Welt zu setzen. Am Ende bleibt das man sich als ach so medienkompetenter User auch mal den Spiegel vorhalten lassen musste… man soll halt nicht alles glauben was man in den Medien ließt. 😀 Doof komme ich mir dabei aber wirklich nicht vor eher wieder um einen Erkenntnisgewinn reicher.

    Ach und zum Schluss noch: Gesundes Neues Tilla.

  2. Sven

    Das ist doch das schöne, dass man auch mal reinfällt. Erdet und erinnert einen beim nächsten mal, wenn man sich über jemanden, der auf irgendwas reingefallen ist, dass man besser mit ihm lacht, nicht über ihn 🙂

    Insoweit lache ich gerne mit dir über diesen Streich. Und stelle mir die helle Panik in den Redaktionen gestern abend vor, wie sie alle plötzlich doch einmal ihre Fakten nachrecherchieren, weil sie alle Angst haben, sie könnten tatsächlich auf den Postillon reingefallen sein… 😀

  3. Andreas

    Egal ob nun Satire oder nicht, ob er nun wirklich einen Posten geschaffen bekommt oder nicht – es ist traurig, dass man in solchen Ebenen immer mit so was rechnen muss. Fachkompetenz spielt da weit oben keine Rolle, nur das schlaue Mundwerk und die Beziehungen. Beim Personal, dass durch seine Arbeit bei Tag und Nacht und an Feiertagen das Geld des Konzerns verdient, wird dann nicht um Millionen sonder um Cent verhandelt.

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